Der Ermittlungs-Profi Miles Flint glaubte bisher, alles über seine jüngst verstorbene Mentorin Paloma zu wissen. Doch dann findet er in ihrer Hinterlassenschaft Hinweise auf einen eigenartigen Fall. Die Spur führt ihn zur angesehenen Aleyd Corporation und darüber hinaus in seine eigene Vergangenheit, in der nicht alles so zu sein scheint, wie er es glaubte.
von Frank Stein
„Kallisto“ ist der sechste Band der Reihe um den Lokalisierungsspezialisten Miles Flint. Flint ist ein ehemaliger Cop, der den Dienst quittiert hat, um fortan nur noch seinem Gewissen folgen zu müssen, statt fragwürdigen Aliengesetzen. Er hat sich selbstständig gemacht hat und arbeitet als Mann, der Verschwundene auffindet – jedoch nicht, um sie wie ein Kopfgeldjäger dem Gesetz zuzuführen, sondern eher um selbigen gute Nachrichten zu überbringen (etwa die Aufhebung eines Haftbefehls).
Diesmal jedoch hat er es mit keinem normalen Fall zu tun; vielmehr rutscht er in eine Geschichte hinein, von der ihm gar nicht bewusst ist, wie brenzlig sie gerade ist. In den Dateien seiner vor Kurzem verstorbenen Mentorin Paloma findet er einige Datenfragmente über seine Tochter Emmeline. Eigenartig daran ist nur, dass Emmeline bereits vor Jahren als Kleinkind ums Leben gekommen ist, getötet von dem nachlässigen Betreuer einer Kindertagesstätte. Flint fängt an zu graben, und kommt dabei auf eine unglaubliche Spur. Ist es möglich, dass seine Tochter noch lebt und sich auf dem Jupitermond Kallisto befindet?
Autorin Kristine Kathryn Rusch hat ihre Geschichte diesmal in drei Handlungsstränge aufgeteilt, von denen sich zwei erst spät und einer nach seiner anfänglichen Abspaltung gar nicht mehr mit den beiden anderen trifft. Zum einen hätten wir da die Geschichte von Rhonda Shindo, vor ihrer Scheidung Rhonda Flint, der Ex-Frau von Miles Flint. Nach der Trennung von ihrem Mann im Anschluss an den Tod der gemeinsamen Tochter hat sie ihre Heimat, den Mond verlassen, und arbeitet nun für die Aleyd Corporation auf Kallisto. Dort wird sie von so genannten Beschaffern entführt, die sie einer außerirdischen Regierung übergeben wollen, der gegenüber sie ungewollt ein furchtbares Verbrechen, wenn auch lange zurückliegendes Verbrechen begangen hat.
Dem Kampf gegen ihre Entführer wird viel Raum gegeben, und das erzeugt ein Gefühl von Dringlichkeit, das umso stärker in den Passagen mit Miles Flint wirkt, der von all dem natürlich nichts weiß und gleichzeitig nur langsam die Hintergründe um den Tod seiner Tochter aus alten Dateien rekonstruiert. Doch so sehr man hofft, dass er die Zusammenhänge rasch genug begreift, sich nach Kallisto aufmacht und seine Frau rettet, so deutlich steht einem auch vor Augen, wie an den Haaren herbeigezogen die Gleichzeitigkeit der Entführung von Rhonda hier und des Datenfundes durch Miles da eigentlich ist. Es existiert keinerlei direkte Verbindung zwischen diesen Handlungssträngen, die als gemeinsamer zeitlicher Auslöser hätte dienen können.
Der dritte Handlungsstrang folgt Talia Shindo, Rhondas dreizehnjähriger Tochter, die sich nach dem Verschwinden ihrer Mutter alleine auf Kallisto durchschlagen muss und dabei in einen bürokratischen Dschungel gerät. Die Polizei, alte Anwälte ihrer Mutter und Repräsentanten der Aleyd Corporation geben sich bei ihr die Klinke in die Hand, und obwohl sie nur will, dass ihre Mutter gefunden wird, muss sie sich auf einmal mit Fragen herumschlagen, die sich alle um den Fall drehen, was geschieht, wenn Rhonda sterben sollte. Das wirkt seltsam unpassend in diesem Moment, und es verwirrt auch ein bisschen, dass die tatsächliche Polizeiarbeit kaum beleuchtet wird, sondern dass es fast ständig nur um juristische Winkelzüge geht. So fühlt man sich dem Verbrechen der Entführung seltsam fern, obwohl man sich auf Kallisto direkt am Schauplatz des Geschehens befindet.
Fazit: Mit „Kallisto“ bleibt Kristine Kathryn Rusch ihrem Stil treu. Wieder wird sehr viel ermittelt, stehen Datenrecherche und juristische Spielchen im Vordergrund. Durch den Erzählstrang der entführten Rhonda erhält die ganze Handlung für den Leser zwar eine spürbare Dringlichkeit; diese scheint sich jedoch nur bedingt auf die Protagonisten zu übertragen – am Wenigsten auf Flint, der von dem Zwischenfall sowieso erst kurz vor Schluss erfährt. Rusch opfert hier Dramatik zugunsten von etwas, das man bürokratischen Realismus nennen möchte. Das hat seinen Reiz, weckt allerdings auch ein wenig den Unmut des Lesers, denn warum bemüht Rusch erst einen unwahrscheinlichen Zufall (den, dass Rhonda entführt wird und Miles zeitgleich ihren alten Fall bei Palomas Akten findet), wenn dann nichts daraus gemacht wird?
Kallisto (Miles Flint Bd. 6)
Science-Fiction-Roman
Kristine Kathryn Rusch
Bastei Lübbe 2009
ISBN: 978-3-404-23339-7
432 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 8,95
bei amazon.de bestellen
Es gibt viele Blogs, die sich Fantasy-Themen widmen. Dieses Blog soll ganz der Science-Fiction in all ihren Spielarten gewidmet sein. Vor allem werde ich hier Buchrezensionen einstellen, aber auch gelegentlich solche von Filmen oder Brettspielen. Und mal sehen, was mir noch so einfällt.
Donnerstag, 23. Juni 2011
Dienstag, 2. Februar 2010
Star Trek (2-Disc Special Edition / Blu-ray)
Wer hätte das gedacht? Kirk, Spock und McCoy tun’s noch einmal auf der großen Leinwand. Dabei waren sie doch bereits 1991 am Ende von „Star Trek VI – Das unentdeckte Land“ mit Fanherzen erwärmender Geste „bis zum Sonnenaufgang“ geflogen. Und nach dem finanziellen Flop des TNG-Kinofilms „Nemesis“ schien das Ende des cineastischen „Star Treks“ ohnehin besiegelt. Doch dann kam J. J. Abrams, und mit ihm kam ein Wort, das seitdem durch viele Franchises geistert: Reboot. Zurück auf Anfang und noch mal von vorne. Das erste der neuen Abenteuer der Classic Crew gibt es nun auf Blu-ray zu bewundern.
von Frank Stein
Die Handlung stammt aus der Feder von Alex Kurtzman und Roberto Orci, die zuvor etwa die Drehbücher zu „Die Insel“, „Mission Impossible III“ und „Transformers“ verfasst hatten. Das merkt man praktisch sofort: Das neue „Star Trek“ ist jung, actionreich, sexy, mal mehr, mal weniger witzig und schert sich die meiste Zeit nicht wirklich um Plotlogik, solange es dem Tempo und den Schauwerten zugute kommt. Das wirkt bisweilen wie ein „Star Wars“-Film im anderen Gewand, und nicht ohne Grund haben spitzfindige Fans im Internet bereits den Inhalt von „Star Trek“ und „Star Wars – Episode IV“ in gleichen Worten und parallel montierten Bildern erzählt. Aber der Reihe nach …
Die Handlung
Im Jahr 2387 – das erfährt man aber erst in Rückblenden (beziehungsweise etwas ausführlicher im bei Cross Cult erschienen Begleit-Comic „Countdown“) – wird die Heimatwelt der Romulaner durch eine Supernova zerstört. Nero, der romulanische Captain eines Bergbauschiffes, gibt wahlweise Spock, den Vulkaniern oder gleich der ganzen Föderation die Schuld daran, lässt sein Schiff in einem geheimen Flottenstützpunkt experimentell aufrüsten und reist dann, zugegeben nicht ganz freiwillig, durch ein schwarzes Loch in die Vergangenheit. Dort, im Jahr 2233, trifft er auf die U.S.S. Kelvin und zerstört diese. An Bord befinden sich auch die Eltern des just in diesen Augenblicken geborenen James T. Kirk. Während die Mutter mit Klein-Jim entkommt, stirbt der Vater den Heldentod.
Durch Neros Eingreifen wird die Zeitlinie verändert, und eine parallele Zeitlinie entsteht (was die Autoren als Kniff verwendeten, um ihren Reboot in den bisherigen Kanon einzubinden, ohne daran etwas dauerhaft zu verändern). Kirk wächst als junger, vaterloser Rebell auf, der von der Sternenflotte nicht viel hält, bis er eines Tages nach einer Schlägerei in einer Bar von einem alten Freund seines Dads, Christopher Pike, ins Gewissen geredet bekommt. Es folgt ein rascher Streifzug durch Akademietage, die Kirk mit McCoy, Uhura und Spock zusammentreffen lässt – nicht immer unter den besten Umständen, denn gerade der menschliche Rabauke und der halbvulkanische Pedant kommen anfangs überhaupt nicht miteinander klar.
Die Wege der Protagonisten führen 2258 letztendlich auf Pikes Raumschiff, der neu in Dienst gestellten U.S.S. Enterprise, zusammen, als ein Notruf vom Vulkan eintrifft und alle verfügbaren Raumschiffe mit Kadetten besetzt (oder zumindest deren Besatzungen durch sie verstärkt) werden müssen, weil die reguläre Flotte natürlich an völlig anderer Stelle viel Wichtigeres zu tun hat. Nach 25 Jahren ist Nero wieder aus der Versenkung aufgetaucht und beabsichtigt nichts Geringeres, als die Heimatwelt von Spock zu vernichten. Die junge Besatzung – darunter auch der Pilot und Fechtmeister Sulu und der wissenschaftliche Wunderknabe Chekov – nimmt den Kampf gegen den Wahnsinnigen auf, in dessen Verlauf Kirk nicht nur dem eigenwilligen Ingenieur Scotty, sondern auch einem „alten Freund“ begegnet.
Der Film
Eins muss man Abrams neidlos zugestehen. Es ist ihm wirklich gelungen, „Star Trek“ ins 21. Jahrhundert zu bringen. Die Effekte sind hervorragend, der visuelle Stil wird von Farbfiltern, Lensflares und einem rasanten Schnitt-Tempo beherrscht, wie man es von modernen Actionfilmen eben erwartet, und die Ausstattung von der Uniform bis zur Brückenkonsole fühlt sich einfach echt an. Mitunter leider zu echt. Manch Zuschauer mag sich gewundert haben, warum der Maschinenraum der Kelvin und auch der Enterprise wie eine Fabrikhalle (inklusive Betonfußboden) anmutet. Genau deshalb, weil diese Szenen aus Kostengründen in Fabrikhallen gedreht wurden. Angesichts der Tatsache, dass uns diese Enterprise womöglich noch einige Filme lang begleiten wird, wäre hier etwas mehr Liebe zur Set-Ausstattung wünschenswert gewesen.
Das Ensemble liefert praktisch durch die Bank eine eindrucksvolle Vorstellung ab. Chris Pine gibt den zukünftigen Raumschiff-Captain ebenso schlagkräftig wie mit jungenhafter Nonchalance. Zachary Quinto gefällt als Sohn zweier Welten, der auch in dieser Zeitlinie spürbar mit seinen Gefühlen zu kämpfen hat. Und Karl Urban lässt den guten Doktor McCoy auf eine Weise wieder auferstehen, die einen glauben lässt, er sei vom Geist DeForest Kelleys beseelt worden. Einzig Simon Pegg als Scotty interpretiert die Rolle deutlich exaltierter als seinerzeit James Doohan, aber selbst das ist in meinem Augen in Ordnung, denn die ganze Besatzung ist irgendwie jünger, wilder und aufgeregter als ihre Vorgängerinkarnation. Das entspricht einfach dem heutigen Zeitgeist.
Störender sind einige Handlungsmomente, über die man immer wieder stolpert. Warum sich manche Fans über die „Rote Materie“ aufregen, will sich mir nicht völlig erschließen (es gab schon ganz andere Dinge bei „Star Trek“). Ich frage mich eher, warum Nero 25 Jahre lang Däumchen gedreht hat, bevor er Vulkan angriff. Warum Spock Kirk einfach auf einem Eisplaneten aussetzen kann, ohne dass irgendjemand in der Besatzung gegen diesen de-facto-Mordversuch Einspruch erhebt (und gibt es keine Arrestzellen in dieser Zeitlinie?). Warum die Innenraumgestaltung von Neros Schiff so jedem Sinn und Zweck zu entbehren scheint (außer bedrohlich auszusehen). Und wie es möglich ist, dass ein Kadett, dem noch ein Verfahren wegen Betrug anhängt, binnen einer Woche zum Ersten Offizier und dann zum dekorierten Raumschiffcaptain aufsteigt. Solche Fragen kann man sich stellen. Oder man denkt nur „Transformers“, zuckt mit den Schultern und genießt die Show.
Die Blu-ray
Die mit einem der beliebten Wendecover versehene Blu-ray ist hervorragend ausgestattet. Die hohe Bildauflösung kommt zwar aufgrund der zumeist unruhigen, überstrahlten und gefilterten Bilder oft nicht ganz zur Geltung, dennoch ist der Eindruck, der sich etwa auf der Brücke oder im Weltraum einstellt, hervorragend. Darüber hinaus steckt man als Zuschauer akustisch wirklich mitten im Geschehen drin. Das merkt man vor allem in Kampfsequenzen, in denen es aus allen Lautsprechern rumst und scheppert.
Das Bonusmaterial ist erfreulich umfangreich und lässt für den Fan, der hinter die Kulissen schauen möchte, kaum Wünsche offen. Auf der ersten Scheibe findet sich ein Audiokommentar von Regisseur J. J. Abrams, den Produzenten Bryan Burk und Damon Lindelof sowie den Drehbuch-Autoren Alex Kurtzman und Roberto Orci. Auf der Habenseite gibt es hier zu verbuchen, dass die Jungs wirklich viel zu erzählen haben. Leider manchmal alle gleichzeitig, was der Verständlichkeit nicht immer zugute kommt. Theoretisch sollte es außerdem BD-Live-Features geben, die allerdings allem Anschein nach nicht realisiert wurden (zumindest war auf meinem Player nur ein „Coming Soon“-Hinweis).
Auf dem zweiten Silberling finden sich dann diverse, in HD produzierte Dokumentationen. In zehn Featurettes wird auf die unterschiedlichen Aspekte der Produktion eingegangen. „Wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist“ (16:41) erzählt davon, wie es zu dem Reboot kam. Das „Casting“ (28:53) beschreibt die Suche nach einer neuen, alten Crew. „Eine neue Vision“ (19:31) für das „Star Trek“-Universum wird im gleichnamigen Beitrag entworfen, wobei interessanterweise „Star Wars“ explizit als Vorbild genannt wird. Die Gestaltung der „Raumschiffe“ (24:33), „Aliens“ (16:30), „Planeten“ (16:10) und der „Ausstattung und Kostüme“ (9:22) wird dann in immer kürzer werdenden Kapiteln behandelt. Dabei kommen leider die Effekte an sich etwas zu kurz. Gerade die Arbeit von ILM wäre im Detail für den Fan höchst spannend gewesen. Interessant sind auch die Kapitel zum Akustischen – „Ben Burt und die Sounds von Star Trek“ (11:45) sowie „Musik“ (6:28). Diese für das Kino so wichtigen, aber in Dokus immer wieder sträflich vernachlässigten Tätigkeitsfelder hätten auch hier noch etwas länger sein dürfen. Den Abschluss bildet „Gene Roddenberrys Vision“ (8:47).
Darüber hinaus finden sich noch neun „Entfernte Szenen“ mit optionalem Audiokommentar sowie ein „Gag Reel“, dessen Humor allerdings zu forciert wirkt, um zu wirken. Ein Trailer zum Film sowie der „Sternenflotten-Raumschiff Simulator“. mit dem man von außen die 3D-Modelle der Enterprise sowie der Narada betrachten kann, runden das Bonusmaterial ab. Besitzer einer WebCam können zuletzt auf www.experience-the-enterprise.com die Enterprise durch ihr Wohnzimmer fliegen lassen. (Was bei meinem Mac allerdings irgendwie nicht funktionierte.)
Fazit: „Star Trek“ mag vielleicht nicht ganz das sein, was sich mancher Fan erhofft hat, aber der Film ist zweifellos deutlich besser, als zu befürchten war, auch wenn die humanistische Vision zugunsten des Popcorn-Feelings etwas gelitten hat. Den direkten Vergleich mit früheren Kinofilmen (die auch zumeist keineswegs frei von seltsamen Handlungsmomenten oder nicht ganz geglücktem Humor waren) muss er jedenfalls nicht scheuen. Und wenn man den Film zum wiederholten Male anschaut, merkt man durchaus, dass man sich immer mehr für ihn zu erwärmen beginnt. Die sympathischen Darsteller und die tolle Optik machen es einem leicht. Und die hervorragende Blu-ray-Edition macht es möglich.
Star Trek
USA 2009
Regie: J. J. Abrams
Darsteller: Chris Pine (Kirk), Zachary Quinto (Spock), Karl Urban (McCoy), Leonard Nimoy (Spock Prime), Eric Bana (Nero), Bruce Greenwood (Christopher Pike), Zoe Saldana (Uhura), Simon Pegg (Scotty), John Cho (Sulu), Anton Yelchin (Chekov)
Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 02.11.2009
Länge: 127 min.
Bildformat: 2.40:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby TrueHD 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Hörfassung für Blinde in Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch
Bonusmaterial: Audiokommentar, BD-Life-Content, Wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist (HD), Casting (HD), Eine neue Vision (HD), Raumschiffe (HD), Aliens (HD), Planeten (HD), Ausstattung und Kostüme (HD), Ben Burt und die Sound von Star Trek (HD), Musik (HD), Gene Roddenberrys Vision (HD), Entfernte Szenen, Sternenflotten-Raumschiff-Simulator, Gag-Reel, Trailer
Preis: EUR 22,95
bei amazon.de bestellen
von Frank Stein
Die Handlung stammt aus der Feder von Alex Kurtzman und Roberto Orci, die zuvor etwa die Drehbücher zu „Die Insel“, „Mission Impossible III“ und „Transformers“ verfasst hatten. Das merkt man praktisch sofort: Das neue „Star Trek“ ist jung, actionreich, sexy, mal mehr, mal weniger witzig und schert sich die meiste Zeit nicht wirklich um Plotlogik, solange es dem Tempo und den Schauwerten zugute kommt. Das wirkt bisweilen wie ein „Star Wars“-Film im anderen Gewand, und nicht ohne Grund haben spitzfindige Fans im Internet bereits den Inhalt von „Star Trek“ und „Star Wars – Episode IV“ in gleichen Worten und parallel montierten Bildern erzählt. Aber der Reihe nach …
Die Handlung
Im Jahr 2387 – das erfährt man aber erst in Rückblenden (beziehungsweise etwas ausführlicher im bei Cross Cult erschienen Begleit-Comic „Countdown“) – wird die Heimatwelt der Romulaner durch eine Supernova zerstört. Nero, der romulanische Captain eines Bergbauschiffes, gibt wahlweise Spock, den Vulkaniern oder gleich der ganzen Föderation die Schuld daran, lässt sein Schiff in einem geheimen Flottenstützpunkt experimentell aufrüsten und reist dann, zugegeben nicht ganz freiwillig, durch ein schwarzes Loch in die Vergangenheit. Dort, im Jahr 2233, trifft er auf die U.S.S. Kelvin und zerstört diese. An Bord befinden sich auch die Eltern des just in diesen Augenblicken geborenen James T. Kirk. Während die Mutter mit Klein-Jim entkommt, stirbt der Vater den Heldentod.
Durch Neros Eingreifen wird die Zeitlinie verändert, und eine parallele Zeitlinie entsteht (was die Autoren als Kniff verwendeten, um ihren Reboot in den bisherigen Kanon einzubinden, ohne daran etwas dauerhaft zu verändern). Kirk wächst als junger, vaterloser Rebell auf, der von der Sternenflotte nicht viel hält, bis er eines Tages nach einer Schlägerei in einer Bar von einem alten Freund seines Dads, Christopher Pike, ins Gewissen geredet bekommt. Es folgt ein rascher Streifzug durch Akademietage, die Kirk mit McCoy, Uhura und Spock zusammentreffen lässt – nicht immer unter den besten Umständen, denn gerade der menschliche Rabauke und der halbvulkanische Pedant kommen anfangs überhaupt nicht miteinander klar.
Die Wege der Protagonisten führen 2258 letztendlich auf Pikes Raumschiff, der neu in Dienst gestellten U.S.S. Enterprise, zusammen, als ein Notruf vom Vulkan eintrifft und alle verfügbaren Raumschiffe mit Kadetten besetzt (oder zumindest deren Besatzungen durch sie verstärkt) werden müssen, weil die reguläre Flotte natürlich an völlig anderer Stelle viel Wichtigeres zu tun hat. Nach 25 Jahren ist Nero wieder aus der Versenkung aufgetaucht und beabsichtigt nichts Geringeres, als die Heimatwelt von Spock zu vernichten. Die junge Besatzung – darunter auch der Pilot und Fechtmeister Sulu und der wissenschaftliche Wunderknabe Chekov – nimmt den Kampf gegen den Wahnsinnigen auf, in dessen Verlauf Kirk nicht nur dem eigenwilligen Ingenieur Scotty, sondern auch einem „alten Freund“ begegnet.
Der Film
Eins muss man Abrams neidlos zugestehen. Es ist ihm wirklich gelungen, „Star Trek“ ins 21. Jahrhundert zu bringen. Die Effekte sind hervorragend, der visuelle Stil wird von Farbfiltern, Lensflares und einem rasanten Schnitt-Tempo beherrscht, wie man es von modernen Actionfilmen eben erwartet, und die Ausstattung von der Uniform bis zur Brückenkonsole fühlt sich einfach echt an. Mitunter leider zu echt. Manch Zuschauer mag sich gewundert haben, warum der Maschinenraum der Kelvin und auch der Enterprise wie eine Fabrikhalle (inklusive Betonfußboden) anmutet. Genau deshalb, weil diese Szenen aus Kostengründen in Fabrikhallen gedreht wurden. Angesichts der Tatsache, dass uns diese Enterprise womöglich noch einige Filme lang begleiten wird, wäre hier etwas mehr Liebe zur Set-Ausstattung wünschenswert gewesen.
Das Ensemble liefert praktisch durch die Bank eine eindrucksvolle Vorstellung ab. Chris Pine gibt den zukünftigen Raumschiff-Captain ebenso schlagkräftig wie mit jungenhafter Nonchalance. Zachary Quinto gefällt als Sohn zweier Welten, der auch in dieser Zeitlinie spürbar mit seinen Gefühlen zu kämpfen hat. Und Karl Urban lässt den guten Doktor McCoy auf eine Weise wieder auferstehen, die einen glauben lässt, er sei vom Geist DeForest Kelleys beseelt worden. Einzig Simon Pegg als Scotty interpretiert die Rolle deutlich exaltierter als seinerzeit James Doohan, aber selbst das ist in meinem Augen in Ordnung, denn die ganze Besatzung ist irgendwie jünger, wilder und aufgeregter als ihre Vorgängerinkarnation. Das entspricht einfach dem heutigen Zeitgeist.
Störender sind einige Handlungsmomente, über die man immer wieder stolpert. Warum sich manche Fans über die „Rote Materie“ aufregen, will sich mir nicht völlig erschließen (es gab schon ganz andere Dinge bei „Star Trek“). Ich frage mich eher, warum Nero 25 Jahre lang Däumchen gedreht hat, bevor er Vulkan angriff. Warum Spock Kirk einfach auf einem Eisplaneten aussetzen kann, ohne dass irgendjemand in der Besatzung gegen diesen de-facto-Mordversuch Einspruch erhebt (und gibt es keine Arrestzellen in dieser Zeitlinie?). Warum die Innenraumgestaltung von Neros Schiff so jedem Sinn und Zweck zu entbehren scheint (außer bedrohlich auszusehen). Und wie es möglich ist, dass ein Kadett, dem noch ein Verfahren wegen Betrug anhängt, binnen einer Woche zum Ersten Offizier und dann zum dekorierten Raumschiffcaptain aufsteigt. Solche Fragen kann man sich stellen. Oder man denkt nur „Transformers“, zuckt mit den Schultern und genießt die Show.
Die Blu-ray
Die mit einem der beliebten Wendecover versehene Blu-ray ist hervorragend ausgestattet. Die hohe Bildauflösung kommt zwar aufgrund der zumeist unruhigen, überstrahlten und gefilterten Bilder oft nicht ganz zur Geltung, dennoch ist der Eindruck, der sich etwa auf der Brücke oder im Weltraum einstellt, hervorragend. Darüber hinaus steckt man als Zuschauer akustisch wirklich mitten im Geschehen drin. Das merkt man vor allem in Kampfsequenzen, in denen es aus allen Lautsprechern rumst und scheppert.
Das Bonusmaterial ist erfreulich umfangreich und lässt für den Fan, der hinter die Kulissen schauen möchte, kaum Wünsche offen. Auf der ersten Scheibe findet sich ein Audiokommentar von Regisseur J. J. Abrams, den Produzenten Bryan Burk und Damon Lindelof sowie den Drehbuch-Autoren Alex Kurtzman und Roberto Orci. Auf der Habenseite gibt es hier zu verbuchen, dass die Jungs wirklich viel zu erzählen haben. Leider manchmal alle gleichzeitig, was der Verständlichkeit nicht immer zugute kommt. Theoretisch sollte es außerdem BD-Live-Features geben, die allerdings allem Anschein nach nicht realisiert wurden (zumindest war auf meinem Player nur ein „Coming Soon“-Hinweis).
Auf dem zweiten Silberling finden sich dann diverse, in HD produzierte Dokumentationen. In zehn Featurettes wird auf die unterschiedlichen Aspekte der Produktion eingegangen. „Wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist“ (16:41) erzählt davon, wie es zu dem Reboot kam. Das „Casting“ (28:53) beschreibt die Suche nach einer neuen, alten Crew. „Eine neue Vision“ (19:31) für das „Star Trek“-Universum wird im gleichnamigen Beitrag entworfen, wobei interessanterweise „Star Wars“ explizit als Vorbild genannt wird. Die Gestaltung der „Raumschiffe“ (24:33), „Aliens“ (16:30), „Planeten“ (16:10) und der „Ausstattung und Kostüme“ (9:22) wird dann in immer kürzer werdenden Kapiteln behandelt. Dabei kommen leider die Effekte an sich etwas zu kurz. Gerade die Arbeit von ILM wäre im Detail für den Fan höchst spannend gewesen. Interessant sind auch die Kapitel zum Akustischen – „Ben Burt und die Sounds von Star Trek“ (11:45) sowie „Musik“ (6:28). Diese für das Kino so wichtigen, aber in Dokus immer wieder sträflich vernachlässigten Tätigkeitsfelder hätten auch hier noch etwas länger sein dürfen. Den Abschluss bildet „Gene Roddenberrys Vision“ (8:47).
Darüber hinaus finden sich noch neun „Entfernte Szenen“ mit optionalem Audiokommentar sowie ein „Gag Reel“, dessen Humor allerdings zu forciert wirkt, um zu wirken. Ein Trailer zum Film sowie der „Sternenflotten-Raumschiff Simulator“. mit dem man von außen die 3D-Modelle der Enterprise sowie der Narada betrachten kann, runden das Bonusmaterial ab. Besitzer einer WebCam können zuletzt auf www.experience-the-enterprise.com die Enterprise durch ihr Wohnzimmer fliegen lassen. (Was bei meinem Mac allerdings irgendwie nicht funktionierte.)
Fazit: „Star Trek“ mag vielleicht nicht ganz das sein, was sich mancher Fan erhofft hat, aber der Film ist zweifellos deutlich besser, als zu befürchten war, auch wenn die humanistische Vision zugunsten des Popcorn-Feelings etwas gelitten hat. Den direkten Vergleich mit früheren Kinofilmen (die auch zumeist keineswegs frei von seltsamen Handlungsmomenten oder nicht ganz geglücktem Humor waren) muss er jedenfalls nicht scheuen. Und wenn man den Film zum wiederholten Male anschaut, merkt man durchaus, dass man sich immer mehr für ihn zu erwärmen beginnt. Die sympathischen Darsteller und die tolle Optik machen es einem leicht. Und die hervorragende Blu-ray-Edition macht es möglich.
Star Trek
USA 2009
Regie: J. J. Abrams
Darsteller: Chris Pine (Kirk), Zachary Quinto (Spock), Karl Urban (McCoy), Leonard Nimoy (Spock Prime), Eric Bana (Nero), Bruce Greenwood (Christopher Pike), Zoe Saldana (Uhura), Simon Pegg (Scotty), John Cho (Sulu), Anton Yelchin (Chekov)
Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 02.11.2009
Länge: 127 min.
Bildformat: 2.40:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby TrueHD 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Hörfassung für Blinde in Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch
Bonusmaterial: Audiokommentar, BD-Life-Content, Wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist (HD), Casting (HD), Eine neue Vision (HD), Raumschiffe (HD), Aliens (HD), Planeten (HD), Ausstattung und Kostüme (HD), Ben Burt und die Sound von Star Trek (HD), Musik (HD), Gene Roddenberrys Vision (HD), Entfernte Szenen, Sternenflotten-Raumschiff-Simulator, Gag-Reel, Trailer
Preis: EUR 22,95
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Freitag, 27. November 2009
Star Wars: The Clone Wars – Staffel 1 (Blu-ray)
Als im Sommer 2008 der Film „Star Wars: The Clone Wars“ in die Kino kam, schieden sich an ihm die Geister. Peinliche Handlung um einen Babyhutten, seltsam holzschnittartig agierende Figuren, eintönige Hintergründe (vor allem auf Tatooine) … Das waren Kritikpunkte, die Fans dem neuen Film aus der Schmiede von George Lucas vorwarfen. Dann kam die TV-Serie, für die der Film eigentlich nur der Pilot gewesen war. Und man musste überrascht eingestehen: Sie war in jeder Hinsicht besser als ihr „großer Bruder“. Und mit dem Erscheinen auf Blu-ray ist sie sogar noch ein bisschen besser geworden.
von Frank Stein
Die grundlegende Situation ist rasch umrissen: Während der Krieg zwischen der Republik und der Konföderation der Separatisten in der Galaxis tobt, kämpfen die heroischen Jedi, darunter Yoda, Anakin Skywalker, Obi-Wan Kenobi und Anakins neuer Padawan Ahsoka Tano darum, Frieden und Ordnung wiederherzustellen. Unterdessen setzen die Separatisten, angeführt vom charismatischen Count Dooku, seiner Attentäterin Asajj Ventress und dem bösartigen Droidengeneral Grievous, alles daran, die Republik zu stürzen und die Macht zu übernehmen.
22 Episoden enthält die erste Staffel der neuen „Star Wars“-Animationsserie, die in einer hübschen, buchartigen Hülle daherkommt. Jede der Episoden beginnt mit einem kleinen Motto in der typischen blauen „Star Wars“-Schrift, einer kurzen Weisheit, wie sie aus dem Munde Yodas stammen könnte und die der jeweiligen Episode als Motiv übergeordnet ist. Ein Hauch von pädagogischem Wert inmitten des ansonsten fröhlich sinnfreien Droidenschlachtens.
Vor der eigentlichen Handlung steht zudem ein kurzes Intro, das in einem flotten Bilderreigen und von einem reißerisch klingenden Sprecher untermalt die gegenwärtige Situation darlegt und somit die gesamte langwierige Exposition einer Episode erspart. Der Stil erinnert stark an die Kriegsberichtserstattung der „tönenden Wochenschauen“ aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, und das ist nicht nur Absicht, sondern auch Programm der ganzen Serie.
Entsprechend bietet „The Clone Wars“ inhaltlich vor allem eines: heroische Kampfepisoden. Sei es auf der Suche nach einer Superwaffe der Separatisten, beim Infiltrieren der feindlichen Reihen, bei Verhandlungen mit wankelmütigen Bündnispartnern oder dem Erobern und Zurückerobern beliebiger Randweltenplaneten: Immer werden uns heldenhafte Jedi, treue Klonkrieger, tumbe Droiden und sinistre Separatistenführer im Widerstreit gezeigt, die sich mit flotten Sprüchen auf den Lippen gegenseitig die Hucke vollhauen.
Natürlich finden sich auch einige kurze, besinnliche Momente in den Folgen, die als Kontrapunkte zur reichhaltigen Action gesetzt werden. Doch man muss schon genau aufpassen, damit man die Botschaft mitbekommt, bevor die nächste Spannungssequenz folgt. Denn „The Clone Wars“ ist keine moderne Serie in dem Sinne, dass sie auf Charakterentwicklung, große Gefühle und ausgefeilte Plot-Twists bauen würde. Sie stellt vielmehr das dar, was „Star Wars“ im Kern schon immer war: ein phänomenal buntes Weltraum-Märchen im Stil der 30er-Jahre-Serials wie „Flash Gordon“ oder „Buck Rogers“.
Das mag eine naive Art des Erzählens sein. Und doch funktioniert sie, wenn man sich mal innerlich von diesen hochbedeutungsschwangeren und -komplexen Erwachsenenserien wie „Battlestar Galactica“ oder „Lost“ zu lösen vermag und den kindlichen „Sense of Wonder“ zulässt. Denn zum Staunen bietet „The Clone Wars“ wirklich einiges – und damit spreche ich nicht nur von den zahllosen neuen Raumschiffen, Droidentypen und Klonsoldaten, die jedem Fan des Expanded Universe das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.
Die im ersten Moment etwas befremdlich wirkende Optik, mit ihren seltsam kantigen Figuren und den 3D-Objekten in einer geradezu in Öl gemalten Welt, ist mitunter wahrlich atemberaubend und wunderschön zugleich. Wenn sich General Grievous Superraumschiff von drei republikanischen Sternenzerstörern verfolgt brennend durchs All schleppt, wenn über der Prärie eines fremden Planeten ein prachtvoller Sonnenuntergang die Wolken am Himmel in ein Farbenspektakel verwandelt, wenn Ahsoka Tano mit Meisterin Luminara Unduli gegen die Sith-Attentäterin Asajj Ventress in einem explodierenden Maschinenraum im Lichtschwertduell bestehen muss, dann sind das Momente, in denen man den Film anhalten und sich das Standbild gerahmt an die Wand hängen möchte.
In diesen Momenten entfaltet das Medium Blu-ray (um das mal erwähnt zu haben) wahrhaftig seine ganze Wirkung. Das Bild ist wirklich gestochen scharf und während manche Raumschiffe mit geradezu fotorealistischem Detailreichtum vor einem phänomenalen Sternenmeer dahingleiten, ist der Eindruck sogar noch nachhaltiger in Szenen wie den oben beschriebenen, in denen wundervolle Farbverläufe, kunstvoll texturierte Hintergründe und das Spiel von farbigem Licht den Bildern eine Fülle verleihen, die man im gleichnamigen Kinofilm noch an vielen Stellen vermisst hat. Hier merkt man in der Tat, dass das Team um Serienkoordinator Dave Filoni immer besser wurde und wird.
Apropos Kinofilm: Im Gegensatz zur TV-Ausstrahlung, die „Star Wars: The Clone Wars“ noch in 16:9 (1,85:1) präsentierte, ist die Serie auf der Blu-ray im originalen Scope-Kinoformat von 2,35:1 abgelegt. Das heißt, es finden sich zusätzliche Bildinformationen an beiden Rändern des Bildes, die zwar meist nicht von großer Bedeutung sind, das Bildkader aber weniger eingeengt wirken lassen, als noch im Fernsehen. Dieser Umstand st übrigens falsch auf der Hülle abgedruckt, die noch ein Format von 1,85:1 behauptet!
Auch auf der Tonebene weiß die Serie voll und ganz zu überzeugen. Die Musik ist zwar nicht von John Williams, aber auch Kevin Kiner, der einen nicht ganz so orchestralen, doch kaum weniger vielfältigen und dynamischen Soundtrack beisteuerte, weiß zu gefallen. Die großartige Tonkulisse zieht dann wirklich alle Register. Von allen Seiten jaulen Blaster, dröhnen Schiffstriebwerke und summen Lichtschwerter – das richtige Equipment im Heimkino vorausgesetzt. Alle Geräusche entstammen dem Sound-Fundus der Kinofilme und sorgen somit für erstklassige „Star Wars“-Atmosphäre.
Die englischsprachen Sprecher sind natürlich nicht Hayden Christensen oder Ewan McGregor, aber das merkt man eigentlich kaum, denn ihre Ersätzmänner verleihen den Figuren authentisch klingende Stimmen. Einige Schauspieler, wie Anthony Daniels (C-3PO) und Ahmed Best (Jar Jar Binks) ließen es sich sogar nicht nehmen, wieder selbst vors Mikrofon zu treten, dazu kommen namhafte Gaststars wie James Marsters (Spike aus „Buffy“), George Takei (Sulu aus „Raumschiff Enterprise), Ron Perlman oder Michael York. In Deutschland dürfen sich die Fans übrigens über die originalen Sprecher der Prequel-Kinofilme freuen – hier zahlt sich aus, dass Synchronsprecher eben keine teuren Hollywoodschauspieler sind.
Das Bonusmaterial der Blu-ray ist gut, aber nicht überragend. Zu jeder Episode existiert ein kurzes Featurette (zuvor bereits auf www.starwars.com zu sehen), das die Macher nutzen, um in etwa jeweils fünf Minuten über die wichtigen Themen und Figuren der Episode zu sprechen. Dazu kommt noch das so genannte Jedi Archiv, das das Gesagte durch Illustrationen und Animationsentwürfe ergänzt. Außerdem gibt es eine kurze Vorschau auf die zweite Staffel, einen Trailer zu dem Computerspiel „Republic Heroes“ sowie ein in der buchförmigen DVD-Hülle eingeklebtes Booklet mit weiteren Konzeptzeichnungen (und natürlich dem Hinweis auf das viel dickere Werk „Art of Star Wars The Clone Wars“).
Zwei Dinge fehlen mir allerdings. Zum einen gibt es kein richtiges Making-Of, das umfassendere Einblicke in die Entwicklung und Produktion der Serie bietet. Dabei wäre es beispielsweise hochinteressant gewesen, zu sehen, wie sich de facto die visuelle Qualität der Serien-Episoden durch Weiterentwicklungen im Produktionsablauf gesteigert hat. Zum zweiten werden sieben Episoden laut Menü als „Director’s Cut“ angeboten. Leider wird nirgendwo erklärt, was das zu bedeuten hat. Sind die Episoden länger? Sind sie umgeschnitten worden? Wurden sie optisch aufpoliert? Ein kurzer Hinweis wäre hier nicht fehl am Platze gewesen. (Sie sind wohl etwas länger, wie eine Recherche ergab, allerdings wäre mir das nicht aufgefallen.)
Fazit: Wer kurzweilige, visuell eindrucksvolle Animationsunterhalt mag, ist bei „Star Wars: The Clone Wars“ genau richtig. Inhaltlich darf man nicht mehr als heroische Space Opera erwarten, aber optisch auch nicht weniger! Und Freunde des Expanded Universe erfreuen sich an der Fülle neuer „Puzzlestücke“ (von Kommandodroiden, über gewaltige, im Weltraum lebende Flugkreaturen und separatistische Superraumer, bis hin zu Klonsoldaten in Winterrüstung), die das phantastische Panoramabild der Galaxis weit weit entfernt noch etwas bunter machen.
Star Wars: The Clone Wars – Staffel 1
USA 2008
Regie: Dave Filoni, Rob Coleman u. a.
Sprecher: Matt Lanter (Anakin Skywalker), James Arnold Taylor (Obi-Wan Kenobi), Ashley Eckstein (Ahsoka Tano), Anthony Daniels (C-3PO), Ahmed Best (Jar Jar Binks), Matthew Wood (General Grievous) u.a.
Vertrieb: Warner Home Video
Erscheinungsdatum: 20.11.2009
Länge: 502 min.
Bildformat: 2,35:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch
Bonusmaterial: 22 Behind-the-Scenes-Featurettes mit Interviews mit dem Regisseur und der Crew, 68-seitiges Booklet mit Zeichnungen und Anmerkungen der Künstler, Vorschau auf Staffel 2, Game_Trailer: Republic Heroes, Starwars.com-Trailer, Die Jedi-Tempel-Archive: eine umfangreiche Datenbank mit frühen Testanimationen, Konzeptentwürfen und 3D-Ansichten
Preis: EUR 47,99
bei amazon.de bestellen
von Frank Stein
Die grundlegende Situation ist rasch umrissen: Während der Krieg zwischen der Republik und der Konföderation der Separatisten in der Galaxis tobt, kämpfen die heroischen Jedi, darunter Yoda, Anakin Skywalker, Obi-Wan Kenobi und Anakins neuer Padawan Ahsoka Tano darum, Frieden und Ordnung wiederherzustellen. Unterdessen setzen die Separatisten, angeführt vom charismatischen Count Dooku, seiner Attentäterin Asajj Ventress und dem bösartigen Droidengeneral Grievous, alles daran, die Republik zu stürzen und die Macht zu übernehmen.
22 Episoden enthält die erste Staffel der neuen „Star Wars“-Animationsserie, die in einer hübschen, buchartigen Hülle daherkommt. Jede der Episoden beginnt mit einem kleinen Motto in der typischen blauen „Star Wars“-Schrift, einer kurzen Weisheit, wie sie aus dem Munde Yodas stammen könnte und die der jeweiligen Episode als Motiv übergeordnet ist. Ein Hauch von pädagogischem Wert inmitten des ansonsten fröhlich sinnfreien Droidenschlachtens.
Vor der eigentlichen Handlung steht zudem ein kurzes Intro, das in einem flotten Bilderreigen und von einem reißerisch klingenden Sprecher untermalt die gegenwärtige Situation darlegt und somit die gesamte langwierige Exposition einer Episode erspart. Der Stil erinnert stark an die Kriegsberichtserstattung der „tönenden Wochenschauen“ aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, und das ist nicht nur Absicht, sondern auch Programm der ganzen Serie.
Entsprechend bietet „The Clone Wars“ inhaltlich vor allem eines: heroische Kampfepisoden. Sei es auf der Suche nach einer Superwaffe der Separatisten, beim Infiltrieren der feindlichen Reihen, bei Verhandlungen mit wankelmütigen Bündnispartnern oder dem Erobern und Zurückerobern beliebiger Randweltenplaneten: Immer werden uns heldenhafte Jedi, treue Klonkrieger, tumbe Droiden und sinistre Separatistenführer im Widerstreit gezeigt, die sich mit flotten Sprüchen auf den Lippen gegenseitig die Hucke vollhauen.
Natürlich finden sich auch einige kurze, besinnliche Momente in den Folgen, die als Kontrapunkte zur reichhaltigen Action gesetzt werden. Doch man muss schon genau aufpassen, damit man die Botschaft mitbekommt, bevor die nächste Spannungssequenz folgt. Denn „The Clone Wars“ ist keine moderne Serie in dem Sinne, dass sie auf Charakterentwicklung, große Gefühle und ausgefeilte Plot-Twists bauen würde. Sie stellt vielmehr das dar, was „Star Wars“ im Kern schon immer war: ein phänomenal buntes Weltraum-Märchen im Stil der 30er-Jahre-Serials wie „Flash Gordon“ oder „Buck Rogers“.
Das mag eine naive Art des Erzählens sein. Und doch funktioniert sie, wenn man sich mal innerlich von diesen hochbedeutungsschwangeren und -komplexen Erwachsenenserien wie „Battlestar Galactica“ oder „Lost“ zu lösen vermag und den kindlichen „Sense of Wonder“ zulässt. Denn zum Staunen bietet „The Clone Wars“ wirklich einiges – und damit spreche ich nicht nur von den zahllosen neuen Raumschiffen, Droidentypen und Klonsoldaten, die jedem Fan des Expanded Universe das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.
Die im ersten Moment etwas befremdlich wirkende Optik, mit ihren seltsam kantigen Figuren und den 3D-Objekten in einer geradezu in Öl gemalten Welt, ist mitunter wahrlich atemberaubend und wunderschön zugleich. Wenn sich General Grievous Superraumschiff von drei republikanischen Sternenzerstörern verfolgt brennend durchs All schleppt, wenn über der Prärie eines fremden Planeten ein prachtvoller Sonnenuntergang die Wolken am Himmel in ein Farbenspektakel verwandelt, wenn Ahsoka Tano mit Meisterin Luminara Unduli gegen die Sith-Attentäterin Asajj Ventress in einem explodierenden Maschinenraum im Lichtschwertduell bestehen muss, dann sind das Momente, in denen man den Film anhalten und sich das Standbild gerahmt an die Wand hängen möchte.
In diesen Momenten entfaltet das Medium Blu-ray (um das mal erwähnt zu haben) wahrhaftig seine ganze Wirkung. Das Bild ist wirklich gestochen scharf und während manche Raumschiffe mit geradezu fotorealistischem Detailreichtum vor einem phänomenalen Sternenmeer dahingleiten, ist der Eindruck sogar noch nachhaltiger in Szenen wie den oben beschriebenen, in denen wundervolle Farbverläufe, kunstvoll texturierte Hintergründe und das Spiel von farbigem Licht den Bildern eine Fülle verleihen, die man im gleichnamigen Kinofilm noch an vielen Stellen vermisst hat. Hier merkt man in der Tat, dass das Team um Serienkoordinator Dave Filoni immer besser wurde und wird.
Apropos Kinofilm: Im Gegensatz zur TV-Ausstrahlung, die „Star Wars: The Clone Wars“ noch in 16:9 (1,85:1) präsentierte, ist die Serie auf der Blu-ray im originalen Scope-Kinoformat von 2,35:1 abgelegt. Das heißt, es finden sich zusätzliche Bildinformationen an beiden Rändern des Bildes, die zwar meist nicht von großer Bedeutung sind, das Bildkader aber weniger eingeengt wirken lassen, als noch im Fernsehen. Dieser Umstand st übrigens falsch auf der Hülle abgedruckt, die noch ein Format von 1,85:1 behauptet!
Auch auf der Tonebene weiß die Serie voll und ganz zu überzeugen. Die Musik ist zwar nicht von John Williams, aber auch Kevin Kiner, der einen nicht ganz so orchestralen, doch kaum weniger vielfältigen und dynamischen Soundtrack beisteuerte, weiß zu gefallen. Die großartige Tonkulisse zieht dann wirklich alle Register. Von allen Seiten jaulen Blaster, dröhnen Schiffstriebwerke und summen Lichtschwerter – das richtige Equipment im Heimkino vorausgesetzt. Alle Geräusche entstammen dem Sound-Fundus der Kinofilme und sorgen somit für erstklassige „Star Wars“-Atmosphäre.
Die englischsprachen Sprecher sind natürlich nicht Hayden Christensen oder Ewan McGregor, aber das merkt man eigentlich kaum, denn ihre Ersätzmänner verleihen den Figuren authentisch klingende Stimmen. Einige Schauspieler, wie Anthony Daniels (C-3PO) und Ahmed Best (Jar Jar Binks) ließen es sich sogar nicht nehmen, wieder selbst vors Mikrofon zu treten, dazu kommen namhafte Gaststars wie James Marsters (Spike aus „Buffy“), George Takei (Sulu aus „Raumschiff Enterprise), Ron Perlman oder Michael York. In Deutschland dürfen sich die Fans übrigens über die originalen Sprecher der Prequel-Kinofilme freuen – hier zahlt sich aus, dass Synchronsprecher eben keine teuren Hollywoodschauspieler sind.
Das Bonusmaterial der Blu-ray ist gut, aber nicht überragend. Zu jeder Episode existiert ein kurzes Featurette (zuvor bereits auf www.starwars.com zu sehen), das die Macher nutzen, um in etwa jeweils fünf Minuten über die wichtigen Themen und Figuren der Episode zu sprechen. Dazu kommt noch das so genannte Jedi Archiv, das das Gesagte durch Illustrationen und Animationsentwürfe ergänzt. Außerdem gibt es eine kurze Vorschau auf die zweite Staffel, einen Trailer zu dem Computerspiel „Republic Heroes“ sowie ein in der buchförmigen DVD-Hülle eingeklebtes Booklet mit weiteren Konzeptzeichnungen (und natürlich dem Hinweis auf das viel dickere Werk „Art of Star Wars The Clone Wars“).
Zwei Dinge fehlen mir allerdings. Zum einen gibt es kein richtiges Making-Of, das umfassendere Einblicke in die Entwicklung und Produktion der Serie bietet. Dabei wäre es beispielsweise hochinteressant gewesen, zu sehen, wie sich de facto die visuelle Qualität der Serien-Episoden durch Weiterentwicklungen im Produktionsablauf gesteigert hat. Zum zweiten werden sieben Episoden laut Menü als „Director’s Cut“ angeboten. Leider wird nirgendwo erklärt, was das zu bedeuten hat. Sind die Episoden länger? Sind sie umgeschnitten worden? Wurden sie optisch aufpoliert? Ein kurzer Hinweis wäre hier nicht fehl am Platze gewesen. (Sie sind wohl etwas länger, wie eine Recherche ergab, allerdings wäre mir das nicht aufgefallen.)
Fazit: Wer kurzweilige, visuell eindrucksvolle Animationsunterhalt mag, ist bei „Star Wars: The Clone Wars“ genau richtig. Inhaltlich darf man nicht mehr als heroische Space Opera erwarten, aber optisch auch nicht weniger! Und Freunde des Expanded Universe erfreuen sich an der Fülle neuer „Puzzlestücke“ (von Kommandodroiden, über gewaltige, im Weltraum lebende Flugkreaturen und separatistische Superraumer, bis hin zu Klonsoldaten in Winterrüstung), die das phantastische Panoramabild der Galaxis weit weit entfernt noch etwas bunter machen.
Star Wars: The Clone Wars – Staffel 1
USA 2008
Regie: Dave Filoni, Rob Coleman u. a.
Sprecher: Matt Lanter (Anakin Skywalker), James Arnold Taylor (Obi-Wan Kenobi), Ashley Eckstein (Ahsoka Tano), Anthony Daniels (C-3PO), Ahmed Best (Jar Jar Binks), Matthew Wood (General Grievous) u.a.
Vertrieb: Warner Home Video
Erscheinungsdatum: 20.11.2009
Länge: 502 min.
Bildformat: 2,35:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch
Bonusmaterial: 22 Behind-the-Scenes-Featurettes mit Interviews mit dem Regisseur und der Crew, 68-seitiges Booklet mit Zeichnungen und Anmerkungen der Künstler, Vorschau auf Staffel 2, Game_Trailer: Republic Heroes, Starwars.com-Trailer, Die Jedi-Tempel-Archive: eine umfangreiche Datenbank mit frühen Testanimationen, Konzeptentwürfen und 3D-Ansichten
Preis: EUR 47,99
bei amazon.de bestellen
Sonntag, 2. August 2009
Mutant Chronicles (Blu-ray)
Wenn ein Rollenspieler den Titel „Mutant Chronicles“ hört, denkt er dieser Tage vor allem an das schicke Sammelfigurenspiel von Fantasy Flight Games. Tatsächlich ist das jedoch der Name eines 1993 von Target Games publizierten Rollenspiels, das in einer postapokalyptischen Welt die Soldaten von vier Megakonzernen gegen die Horden der Dark Legion ums Überleben der Menschheit kämpfen lässt. Aus diesem düsteren Setting hat Regisseur Simon Hunter jetzt einen futuristischen Actionkracher mit Thomas Jane, Ron Perlman, Benno Fürmann und John Malkovich gemacht.
von Frank Stein
Die Handlung
Wir schreiben das Jahr 2707. Die Menschheit hat alle natürlichen Ressourcen der Erde aufgebraucht, und es herrscht Krieg zwischen den Armeen der vier führenden Großkonzerne Bauhaus, Capitol, Imperial und Mishima. Während einer Schlacht zwischen Truppen von Bauhaus und Capitol wird versehentlich ein uraltes Siegel freigesprengt, das eine Welt unter der Erde verschlossen hielt. Hier unten sperrten die Menschen vor zwei Jahrtausenden „The Machine“ ein – eine aus dem All gekommene Maschine, die Menschen in blutrünstige Mutanten verwandelt. Erneut zum Leben erweckt, schwärmen die Schergen der Maschine über die Erde aus, und die Menschheit kann ihnen nichts entgegensetzen, denn die „untoten“ Krieger verspüren keine Schmerzen und sind kaum umzubringen.
In dieser auswegslosen Lage begibt sich Samuel – ein Priester jener geheimen Bruderschaft, die das Wissen um und die Lage der Maschine Jahrtausende geheim gehalten hat – mit seiner stummen, aber kampferprobten Novizin Severian auf die Reise, um eine Truppe tollkühner Söldner zusammenzustellen, die mit ihm zum Herz der Maschine vordringen und diese zerstören soll. Unter seinen Rekruten befinden sich der desillusionierte Ex-Capitol-Soldat Mitch Hunter, der aristokratische Bauhaus-Offizier Steiner und die Mishima-Kriegerin Valerie Duval. Im Gepäck haben sie ein uraltes Bauteil der Maschine, von dem es heißt, es mache die Maschine unschädlich, sowie ein Buch, das den Reisenden den Weg in die Dunkelheit zeigt. Es wird eine Mission ohne Wiederkehr.
Der Film
Trotz aller Versuche seiner Macher, dem Film mit Namen wie „Punisher“ Thomas Jane, „Hellboy“ Ron Perlman, John Malkovich, Benno Fürmann und der asiatischen „Sin City“-Schönheit Devon Aoki einen Hauch von Big Budget zu verleihen, ist „Mutant Chronicles“ im Grunde ein B-Movie. Die Story weist Löcher auf, die zu groß sind, um sie selbst mit dem Riesensiegel der Bruderschaft zu schließen. So mag man sich fragen, warum die Bruderschaft, wenn sie schon seit dem ersten Krieg gegen die Mutanten im Mittelalter die sehr exakte Anleitung und das Bauteil zur Zerstörung der Maschine besitzt, diese nicht bereits damals ausgeschaltet hat.
Ähnlich könnte man sich wundern, warum Samuel nur ein dreckiges Dutzend an Söldnern zur Verfügung gestellt wird, wenn man doch auch mit einer Legion von Schwert schwingenden Soldaten hätte angreifen können (nun gut, manchmal führt Heimlichkeit eher zum Ziel als Gewalt – das mag immerhin sein.) Dazu kommen mitunter völlig belanglose Dialoge, ein vor allem zu Anfang irgendwie holpriger Schnitt und Spezialeffekte, die den tatsächlichen Independent-Charakter der Produktion nicht verbergen können. Entsprechend startete der Film auch zuerst in Russland, dann Griechenland und den Philippinen. Hierzulande kam er direkt auf DVD heraus.
Man kann das Ganze aber auch anders sagen: „Mutant Chronicles“ ist im Grunde ein B-Movie. Als ein solches aber macht der Film durchaus Spaß! Das mit schmalem Budget, aber viel Herzblut auf der Isle of Man realisierte, düstere Kriegsszenario, das die visuelle Tristesse des 1. Weltkriegs mit Steampunk-Elementen und Zombie-Horror mischt, vermag Fans ungewöhnlicher Weltenentwürfe durch irre Ideen, wie etwa dampfbetriebene Raumschiffe, zu begeistern. Der Geldmangel wird durch viel Nebel, Regen, Dunkelheit und den geschickten Einsatz digitaler Farbfilter kaschiert, was dem Ganzen eine zusätzlich bedrückende Atmosphäre und einen sehr eigenen Stil verleiht, der stark mit Sepiatönen, viel Schwarz-Weiß und einigen gezielten Farbflecken arbeitet. Hierzu passt sogar das „Sin City“-artig grellrote Kunstblut, das in den Kampfszenen immer wieder spritzt.
Die Mutanten sind eine Art krude, aber durchaus sehenswerte Mischung aus frankenstein’schen Kreaturen und den Borg aus „Star Trek“ (in einer Szene erlebt man sogar die Steampunk-Version einer Borgifizierung des Protagonisten). Und die Handlung bietet so viel Stoff und lässt so viele Details einer spannenden „Spielwelt“ aufblitzen, dass einem die 112 Minuten viel zu kurz erscheinen. Die Queste Bruder Samuels und seiner achtköpfigen Ringgemeinschaft – pardon: Söldnertruppe –, die ausziehen, um Sauron – verflixt: The Maschine – ein ringförmiges Etwas ins Herz zu rammen, hätte also gerne noch länger dauern können.
Die Blu-ray
Die Blu-ray bietet theoretisch ein Top-Bild und sogar DTS-HD 7.1 Ton. Faktisch ist der Film über weite Strecken zu dunkel, als dass die hohe Auflösung wirklich zum Tragen käme. An einigen Stellen ist zudem Unruhe im Bild zu bemerken, etwa ein Flirren auf Ron Perlmans roter Mönchskutte oder leichtes Rauschen im Schwarzbereich. Dies dürfte aber weniger ein Kompressionsproblem, sondern eher der nachlässigen digitalen Nachbearbeitung geschuldet sein.
Das Bonusmaterial hält sich in Grenzen. Es gibt eine 6-minütige B-Roll, also unsortiert zusammenmontierte Filmaufnahmen der Dreharbeiten, außerdem eine Reihe Kurzinterviews mit den Darstellern und der Crew sowie den Trailer. Das war es auch schon. Kurioserweise gab es mal vor einem Jahr oder so eine offizielle Website zu dem Film, auf der sich diverse Weblogs zur Produktion befanden. Diese haben es leider nicht auf die Silberscheibe geschafft. Allerdings sind sie auch im Netz irgendwie nicht mehr zu finden (was bedauerlich ist).
Fazit: Im großen Ganzen ist „Mutant Chronicles“ durchaus eine positive Überraschung. Natürlich hat der Film diverse handwerkliche Schwächen, aber wer kein großes Kino erwartet, sondern schlichte Genre-Kost mit ein paar echt netten Einfällen, der wird nicht enttäuscht werden. Wer Filme in der Art von „Pitch Black“ mag, der dürfte auch mit diesem Science-Fiction-Action-Kriegsfilm (und ein paar Bier) einen unterhaltsamen Samstagabend verbringen.
Eine Anmerkung am Rande: Die DVD ist hierzulande in seiner ungekürzten Fassung nur mit SPIO/JK-Siegel erschienen, was einen furchtbare Brutalitäten erwarten lassen würde. Tatsächlich ist der Film kaum brutaler als der bereits angedeutete „Herr der Ringe“. Ja, ein paar Soldaten werden Mutanten-Dorne durch den Schädel getrieben. Ja, hier und da hauen die Helden dreckigen Untoten auch mal Gliedmaßen ab. Aber all das bewegt sich in einem derart fantastischen und optisch stilisierten Umfeld, dass es einen kaum mehr berührt, als wenn Gimli einem Uruk-hai die Rübe vom Hals hackt. Und all die Kriegsfilme, denen die Macher vor allem in der Eingangssequenz nacheifern, sind in ihrer realistischen Darstellung von Tod und Verstümmelung definitiv härter!
Mutant Chronicles
USA 2008
Regie: Simon Hunter
Darsteller: Thomas Jane (Mitch Hunter), Ron Perlman (Bruder Samuel), John Malkovich (Constantine), Benno Fürmann (Steiner), Devon Aoki (Valerie Duval)
Vertrieb: Splendid Film
Erscheinungsdatum: 31.10.2008
Länge: 112 min.
Bildformat: 1,85:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby DTS 7.1), Englisch (Dolby DTS 7.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: B-Roll, Interviews mit Cast & Crew, Trailer
Preis: EUR ca. 20,00
bei amazon.de bestellen (Die „FSK 18“-Version ist leicht gekürzt.)
von Frank Stein
Die Handlung
Wir schreiben das Jahr 2707. Die Menschheit hat alle natürlichen Ressourcen der Erde aufgebraucht, und es herrscht Krieg zwischen den Armeen der vier führenden Großkonzerne Bauhaus, Capitol, Imperial und Mishima. Während einer Schlacht zwischen Truppen von Bauhaus und Capitol wird versehentlich ein uraltes Siegel freigesprengt, das eine Welt unter der Erde verschlossen hielt. Hier unten sperrten die Menschen vor zwei Jahrtausenden „The Machine“ ein – eine aus dem All gekommene Maschine, die Menschen in blutrünstige Mutanten verwandelt. Erneut zum Leben erweckt, schwärmen die Schergen der Maschine über die Erde aus, und die Menschheit kann ihnen nichts entgegensetzen, denn die „untoten“ Krieger verspüren keine Schmerzen und sind kaum umzubringen.
In dieser auswegslosen Lage begibt sich Samuel – ein Priester jener geheimen Bruderschaft, die das Wissen um und die Lage der Maschine Jahrtausende geheim gehalten hat – mit seiner stummen, aber kampferprobten Novizin Severian auf die Reise, um eine Truppe tollkühner Söldner zusammenzustellen, die mit ihm zum Herz der Maschine vordringen und diese zerstören soll. Unter seinen Rekruten befinden sich der desillusionierte Ex-Capitol-Soldat Mitch Hunter, der aristokratische Bauhaus-Offizier Steiner und die Mishima-Kriegerin Valerie Duval. Im Gepäck haben sie ein uraltes Bauteil der Maschine, von dem es heißt, es mache die Maschine unschädlich, sowie ein Buch, das den Reisenden den Weg in die Dunkelheit zeigt. Es wird eine Mission ohne Wiederkehr.
Der Film
Trotz aller Versuche seiner Macher, dem Film mit Namen wie „Punisher“ Thomas Jane, „Hellboy“ Ron Perlman, John Malkovich, Benno Fürmann und der asiatischen „Sin City“-Schönheit Devon Aoki einen Hauch von Big Budget zu verleihen, ist „Mutant Chronicles“ im Grunde ein B-Movie. Die Story weist Löcher auf, die zu groß sind, um sie selbst mit dem Riesensiegel der Bruderschaft zu schließen. So mag man sich fragen, warum die Bruderschaft, wenn sie schon seit dem ersten Krieg gegen die Mutanten im Mittelalter die sehr exakte Anleitung und das Bauteil zur Zerstörung der Maschine besitzt, diese nicht bereits damals ausgeschaltet hat.
Ähnlich könnte man sich wundern, warum Samuel nur ein dreckiges Dutzend an Söldnern zur Verfügung gestellt wird, wenn man doch auch mit einer Legion von Schwert schwingenden Soldaten hätte angreifen können (nun gut, manchmal führt Heimlichkeit eher zum Ziel als Gewalt – das mag immerhin sein.) Dazu kommen mitunter völlig belanglose Dialoge, ein vor allem zu Anfang irgendwie holpriger Schnitt und Spezialeffekte, die den tatsächlichen Independent-Charakter der Produktion nicht verbergen können. Entsprechend startete der Film auch zuerst in Russland, dann Griechenland und den Philippinen. Hierzulande kam er direkt auf DVD heraus.
Man kann das Ganze aber auch anders sagen: „Mutant Chronicles“ ist im Grunde ein B-Movie. Als ein solches aber macht der Film durchaus Spaß! Das mit schmalem Budget, aber viel Herzblut auf der Isle of Man realisierte, düstere Kriegsszenario, das die visuelle Tristesse des 1. Weltkriegs mit Steampunk-Elementen und Zombie-Horror mischt, vermag Fans ungewöhnlicher Weltenentwürfe durch irre Ideen, wie etwa dampfbetriebene Raumschiffe, zu begeistern. Der Geldmangel wird durch viel Nebel, Regen, Dunkelheit und den geschickten Einsatz digitaler Farbfilter kaschiert, was dem Ganzen eine zusätzlich bedrückende Atmosphäre und einen sehr eigenen Stil verleiht, der stark mit Sepiatönen, viel Schwarz-Weiß und einigen gezielten Farbflecken arbeitet. Hierzu passt sogar das „Sin City“-artig grellrote Kunstblut, das in den Kampfszenen immer wieder spritzt.
Die Mutanten sind eine Art krude, aber durchaus sehenswerte Mischung aus frankenstein’schen Kreaturen und den Borg aus „Star Trek“ (in einer Szene erlebt man sogar die Steampunk-Version einer Borgifizierung des Protagonisten). Und die Handlung bietet so viel Stoff und lässt so viele Details einer spannenden „Spielwelt“ aufblitzen, dass einem die 112 Minuten viel zu kurz erscheinen. Die Queste Bruder Samuels und seiner achtköpfigen Ringgemeinschaft – pardon: Söldnertruppe –, die ausziehen, um Sauron – verflixt: The Maschine – ein ringförmiges Etwas ins Herz zu rammen, hätte also gerne noch länger dauern können.
Die Blu-ray
Die Blu-ray bietet theoretisch ein Top-Bild und sogar DTS-HD 7.1 Ton. Faktisch ist der Film über weite Strecken zu dunkel, als dass die hohe Auflösung wirklich zum Tragen käme. An einigen Stellen ist zudem Unruhe im Bild zu bemerken, etwa ein Flirren auf Ron Perlmans roter Mönchskutte oder leichtes Rauschen im Schwarzbereich. Dies dürfte aber weniger ein Kompressionsproblem, sondern eher der nachlässigen digitalen Nachbearbeitung geschuldet sein.
Das Bonusmaterial hält sich in Grenzen. Es gibt eine 6-minütige B-Roll, also unsortiert zusammenmontierte Filmaufnahmen der Dreharbeiten, außerdem eine Reihe Kurzinterviews mit den Darstellern und der Crew sowie den Trailer. Das war es auch schon. Kurioserweise gab es mal vor einem Jahr oder so eine offizielle Website zu dem Film, auf der sich diverse Weblogs zur Produktion befanden. Diese haben es leider nicht auf die Silberscheibe geschafft. Allerdings sind sie auch im Netz irgendwie nicht mehr zu finden (was bedauerlich ist).
Fazit: Im großen Ganzen ist „Mutant Chronicles“ durchaus eine positive Überraschung. Natürlich hat der Film diverse handwerkliche Schwächen, aber wer kein großes Kino erwartet, sondern schlichte Genre-Kost mit ein paar echt netten Einfällen, der wird nicht enttäuscht werden. Wer Filme in der Art von „Pitch Black“ mag, der dürfte auch mit diesem Science-Fiction-Action-Kriegsfilm (und ein paar Bier) einen unterhaltsamen Samstagabend verbringen.
Eine Anmerkung am Rande: Die DVD ist hierzulande in seiner ungekürzten Fassung nur mit SPIO/JK-Siegel erschienen, was einen furchtbare Brutalitäten erwarten lassen würde. Tatsächlich ist der Film kaum brutaler als der bereits angedeutete „Herr der Ringe“. Ja, ein paar Soldaten werden Mutanten-Dorne durch den Schädel getrieben. Ja, hier und da hauen die Helden dreckigen Untoten auch mal Gliedmaßen ab. Aber all das bewegt sich in einem derart fantastischen und optisch stilisierten Umfeld, dass es einen kaum mehr berührt, als wenn Gimli einem Uruk-hai die Rübe vom Hals hackt. Und all die Kriegsfilme, denen die Macher vor allem in der Eingangssequenz nacheifern, sind in ihrer realistischen Darstellung von Tod und Verstümmelung definitiv härter!
Mutant Chronicles
USA 2008
Regie: Simon Hunter
Darsteller: Thomas Jane (Mitch Hunter), Ron Perlman (Bruder Samuel), John Malkovich (Constantine), Benno Fürmann (Steiner), Devon Aoki (Valerie Duval)
Vertrieb: Splendid Film
Erscheinungsdatum: 31.10.2008
Länge: 112 min.
Bildformat: 1,85:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby DTS 7.1), Englisch (Dolby DTS 7.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: B-Roll, Interviews mit Cast & Crew, Trailer
Preis: EUR ca. 20,00
bei amazon.de bestellen (Die „FSK 18“-Version ist leicht gekürzt.)
Montag, 29. Juni 2009
Terminator – Infinity
Der Blechmann ist nicht totzukriegen. Während in den Kinos bereits die vierte Fortsetzung des 1984 von James Camerons aus der Schmelzgrube gehobenen „Terminator“-Franchise läuft, bringt Panini Comics parallel den Comic „Terminator – Infinity“ heraus, der die Handlung nach Kinofilm Nummer 3, „Rebellion der Maschinen“, fortsetzt. Auf einer zerstörten Erde des Jahres 2009 – genauer dem 17.07.2009, also in ein paar Tagen ;-) – macht sich ein junger John Connor auf den Weg, Geschichte zu schreiben.
von Frank Stein
2033. Skynet steht vor dem Ende. Der Widerstand der Menschheit gegen die Maschinen war erfolgreich, und das intelligente Computernetzwerk mit seinen Roboterschergen steht vor der Vernichtung. Um dies zu verhindern, wird der T-Infinity auf den Weg gebracht, der Prototyp eines Temporal-Terminators, der gezielt in Zeitlinien eingreift, um diese zu Skynets Gunsten zu korrigieren. (Nicht, dass das nicht alle anderen Terminatoren auch schon getan hätten, aber Temporal-Terminator klingt doch mal echt schick – und er weist auch ganz tolle blaue Leuchteffekte auf seiner Chromrüstung auf.) Dabei verfolgt das Netz eine betörende neue Strategie: Kill Your Darlings. Soll heißen: Vernichte die alten Terminatoren, denn letzten Endes sind deren Eingriffe in die Vergangenheit ja Schuld daran, dass John Connor überhaupt zum Gejagten und zum Krieger wird (an dieser Stelle verliert selbst Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“ den Überblick über die Zeitlogik des „Terminator“-Franchise… Aber was soll’s; es bietet coole Action, nur darauf kommt es an).
Im Jahr 2009 sitzt derweil ein versoffener, vom Leben verprügelter John Connor in seinem Bunker, der in den letzten paar Jahren seit dem nuklearen Holocaust seine Heimat war. Sein Mädel aus „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ ist natürlich zwischendurch gestorben, denn man muss ja Platz machen für eine neue Liebesgeschichte. Eigentlich will John nur noch in Selbstmitleid versinken, doch irgendwann brennt die Umweltkontrolle des Bunkers durch, und er wird gezwungen, sich der Welt da draußen zu stellen. Dabei trifft er nicht nur auf Widerstandskämpfer, denen er sich anschließt, sondern auch auf einen neuen Freund namens „Onkel Bob“ (was natürlich für Ärger sorgt). Gemeinsam versuchen sie, Skynet da zu treffen, wo es richtig wehtut, während John langsam seine Bestimmung entdeckt und annimmt. Unglücklicherweise setzt sich ein unerbittlicher Feind auf ihre Spur: der T-Infinity.
„Terminator – Infinity“ bietet auf 132 Seiten genau das, was Fans des Franchise lieben: krachende Action, wilde Zeitmanipulationsversuche und überall Verweise auf die bisherigen Filme, die – vom aktuellen Christian-Bale-Streifen abgesehen – alle in die Continuity der Autoren aufgenommen wurden. Erfreulich ist auch die Optik. Autor Simon Furman und Illustrator Nigel Raynor orientieren sich an der dunklen Zukunft der Cameron-Streifen. Gerippe zerstörter Städte ragen in einen mal schwarzen, mal blutroten Himmel auf, ständig regnet es und dazwischen gleiten die Jäger-Killer unter den dichten Wolken dahin, während T-800er auf den Straßen patrouillieren. Alt-Fans, denen das Irak-Krieg-meets-Transformers-Setting von „Terminator: Die Erlösung“ nicht so zusagt, werden an der hier gebotenen Atmosphäre sicher ihren Spaß haben, denn der Comic fühlt sich – und das nicht nur vom Cover her – noch so an, wie Cameron und Schwarzenegger „Terminator“ seinerzeit angelegt haben.
Kleiner Gag am Rande: Die ISBN weist nach dem obligatorischen Länder- und Verlagscode die Ziffer 800-0 auf. Ob das wohl eine Anspielung auf den klassischsten aller Terminatoren sein soll? ;-)
Fazit: Allen Freunden der Kampfroboter-Ikone mit dem Konterfei Arnold Schwarzeneggers ist „Terminator – Infinity“ nur ans Herz zu legen. Der Temporal-Terminator und die seltsamen Zeit-Ränkespiele von Skynet sind zwar etwas undurchsichtig. Dafür punktet der Comic-Band mit seiner tollen Atmosphäre und der überzeugenden Fortführung von John Connors Lebenslauf im Anschluss an den Film „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“.
Terminator – Infinity
Comic
Simon Furman, Nigel Raynor
Panini Comics 2009
ISBN: 978-3-86607-800-0
132 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 14,95
bei amazon.de bestellen
von Frank Stein
2033. Skynet steht vor dem Ende. Der Widerstand der Menschheit gegen die Maschinen war erfolgreich, und das intelligente Computernetzwerk mit seinen Roboterschergen steht vor der Vernichtung. Um dies zu verhindern, wird der T-Infinity auf den Weg gebracht, der Prototyp eines Temporal-Terminators, der gezielt in Zeitlinien eingreift, um diese zu Skynets Gunsten zu korrigieren. (Nicht, dass das nicht alle anderen Terminatoren auch schon getan hätten, aber Temporal-Terminator klingt doch mal echt schick – und er weist auch ganz tolle blaue Leuchteffekte auf seiner Chromrüstung auf.) Dabei verfolgt das Netz eine betörende neue Strategie: Kill Your Darlings. Soll heißen: Vernichte die alten Terminatoren, denn letzten Endes sind deren Eingriffe in die Vergangenheit ja Schuld daran, dass John Connor überhaupt zum Gejagten und zum Krieger wird (an dieser Stelle verliert selbst Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“ den Überblick über die Zeitlogik des „Terminator“-Franchise… Aber was soll’s; es bietet coole Action, nur darauf kommt es an).
Im Jahr 2009 sitzt derweil ein versoffener, vom Leben verprügelter John Connor in seinem Bunker, der in den letzten paar Jahren seit dem nuklearen Holocaust seine Heimat war. Sein Mädel aus „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ ist natürlich zwischendurch gestorben, denn man muss ja Platz machen für eine neue Liebesgeschichte. Eigentlich will John nur noch in Selbstmitleid versinken, doch irgendwann brennt die Umweltkontrolle des Bunkers durch, und er wird gezwungen, sich der Welt da draußen zu stellen. Dabei trifft er nicht nur auf Widerstandskämpfer, denen er sich anschließt, sondern auch auf einen neuen Freund namens „Onkel Bob“ (was natürlich für Ärger sorgt). Gemeinsam versuchen sie, Skynet da zu treffen, wo es richtig wehtut, während John langsam seine Bestimmung entdeckt und annimmt. Unglücklicherweise setzt sich ein unerbittlicher Feind auf ihre Spur: der T-Infinity.
„Terminator – Infinity“ bietet auf 132 Seiten genau das, was Fans des Franchise lieben: krachende Action, wilde Zeitmanipulationsversuche und überall Verweise auf die bisherigen Filme, die – vom aktuellen Christian-Bale-Streifen abgesehen – alle in die Continuity der Autoren aufgenommen wurden. Erfreulich ist auch die Optik. Autor Simon Furman und Illustrator Nigel Raynor orientieren sich an der dunklen Zukunft der Cameron-Streifen. Gerippe zerstörter Städte ragen in einen mal schwarzen, mal blutroten Himmel auf, ständig regnet es und dazwischen gleiten die Jäger-Killer unter den dichten Wolken dahin, während T-800er auf den Straßen patrouillieren. Alt-Fans, denen das Irak-Krieg-meets-Transformers-Setting von „Terminator: Die Erlösung“ nicht so zusagt, werden an der hier gebotenen Atmosphäre sicher ihren Spaß haben, denn der Comic fühlt sich – und das nicht nur vom Cover her – noch so an, wie Cameron und Schwarzenegger „Terminator“ seinerzeit angelegt haben.
Kleiner Gag am Rande: Die ISBN weist nach dem obligatorischen Länder- und Verlagscode die Ziffer 800-0 auf. Ob das wohl eine Anspielung auf den klassischsten aller Terminatoren sein soll? ;-)
Fazit: Allen Freunden der Kampfroboter-Ikone mit dem Konterfei Arnold Schwarzeneggers ist „Terminator – Infinity“ nur ans Herz zu legen. Der Temporal-Terminator und die seltsamen Zeit-Ränkespiele von Skynet sind zwar etwas undurchsichtig. Dafür punktet der Comic-Band mit seiner tollen Atmosphäre und der überzeugenden Fortführung von John Connors Lebenslauf im Anschluss an den Film „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“.
Terminator – Infinity
Comic
Simon Furman, Nigel Raynor
Panini Comics 2009
ISBN: 978-3-86607-800-0
132 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 14,95
bei amazon.de bestellen
Mittwoch, 20. Mai 2009
Star Trek – Orginal Motion Picture Collection (Blu Ray)
„Star Trek“ von J.J. Abrams hat es wirklich geschafft. Das Franchise, das nach „Star Trek – Nemesis“ als erledigt galt, ist wieder da, und nicht wenige Kritiker nennen den neusten Film den vielleicht besten „Star Trek“-Film, der jemals die große Leinwand gesehen hat. Action, Humor, große Gefühle – alles drin. Da mag manch einer vergessen, wie groß „Star Trek“ früher schon war. Um uns eine kleine Erinnerungshilfe zu geben, hat Paramount nun die sechs Abenteuer der klassischen Crew um James Tiberius Kirk in einer Blu-Ray-Box herausgebracht.
von Frank Stein
Ich muss eines vorab gestehen, damit der geneigte Leser verstehen kann, was gleich folgen wird: Ich war (und werde es immer sein) ein Freund der Abenteuer der klassischen Enterprise-Crew. Kirk, Spock und McCoy – dargestellt von William Shatner, Leonard Nimoy und DeForest Kelley – stellen für mich den Inbegriff einer Männerfreundschaft dar, die jeder Herausforderung gewachsen ist und buchstäblich selbst den Tod zu überdauern vermag. In den sechs Kinofilmen kam das noch deutlicher zum tragen, als in der alten Serie aus den 1960ern. Erfreulich zudem, dass gemeinsam mit dem Trio auch die übrigen Brückenmitglieder – Sulu, Checkov, Scotty und Uhura – noch enger zu einer Familie zusammenrückten. „Familienausflug im All“, nannten das manche Kritiker. „Zynisches Pack, geht doch mit Michael Myers und Hannibal Lector spielen, wenn euch solche Freunde lieber sind“, antworte ich darauf.
Abgesehen vom Motiv der Freundschaft behandelten diese Filme bei allen Actioneinlagen und humorvollen Momenten zutiefst menschliche Probleme (die Auseinandersetzung mit dem Tod in „Star Trek II – Zorn des Khan“), stellten sich Fragen zur menschlichen Natur (in der Suche V’gers nach seinem Schöpfer in „Star Trek – The Motion Picture“) und transportierten mal mehr, mal weniger verborgene politische Botschaften (etwa zum Umweltschutz in „Star Trek IV – Zurück in die Vergangenheit“ oder zum Ende des Kalten Krieges in „Star Trek VI – Das unentdeckte Land“). All das – und obendrein eine U.S.S. Enterprise, die niemals schöner, niemals erhabener wirkte, als in ihrer Motion-Picture-Inkarnation – macht die sechs ersten „Star Trek“-Kinoepisoden zu Science-Fiction-Filmen, die erstaunlich gut gealtert sind. Selbst, wenn man sie nicht, wie ich als Kind der 1980er, mit einem solch nostalgisch verklärten Blick anschaut.
Die Box
Die „Star Trek – Orginal Motion Picture Collection“ kommt in einem einfachen, aber schönen weißen Pappschuber daher, der von einem aufgeklebten Hologramm in Form des berühmten Kommunikators geziert wird, das die Enterprise im Orbit um einen Planeten zeigt. Eine Klarsicht-Plastikhülle, die auf der Vorderseite den Schriftzug und auf der Rückseite eine geschmackvolle Collage zeigt, schützt den Schuber.
Im Inneren befinden sich sieben Blu-Rays in sieben Einzelhüllen, die auf der Vorderseite jeweils das silbern eingefärbte Konterfei eines Mitglieds von Captain Kirks Kerncrew zeigt, während auf der Rückseite eine Collage wichtiger Charaktere und Filmmomente auf den Filmgenuss einstimmt und Informationen zum neu für diese Edition hergestellten Bonusmaterial gegeben werden. Auf das alte Bonusmaterial, das den DVDs der Special Editions entnommen wurde, wird seltsamerweise nicht extra hingewiesen – es befindet sich aber auch fast komplett auf den Silberlingen.
Neben den sechs Filmen befindet sich eine siebte Blu-Ray mit dem Feature „Star Trek: Höhepunkte“ in der Box, die eine Talkrunde zwischen William Shatner, Leonard Nimoy, Patrick Steward, Jonathan Frakes und Whoopi Goldberg als Moderatorin enthält. Alles in allem kann man nur sagen, dass die Aufmachung schlicht, aber elegant wirkt und dem Stoff durchaus angemessen.
Die Filme
Über die sechs Filme muss im Grunde nicht viel gesagt werden. Den meisten dürften sie bekannt sein. Doch weil eine Rezension nicht komplett wäre, würde man die besprochenen Filme nicht wenigstens kurz vorstellen, hier ein Überblick samt knapper Bewertung.
„Star Trek – The Motion Picture“ stellte 1979 die Rückkehr der Enterprise und ihrer Besatzung und zugleich den Sprung vom Fernsehbildschirm auf die große Leinwand dar. Erzählt wird vom Auftauchen eines gewaltigen, außerirdischen Maschinenwesens, das sich selbst V’ger nennt und in unbekannter Mission auf die Erde zusteuert, wobei es alles ausschaltet, was ihm im Weg steht. Admiral James T. Kirk kehrt an Bord seines alten Schiffes zurück, und die Enterprise geht auf Abfangkurs. – Von vielen Fans als dröge und langatmig gescholten, besticht der Film von Robert Wise allerdings durch phänomenale, an „2001“ erinnernde Weltraumbilder sowie die Handlung gewordene Trek-Maxime, mit offenem Geist auf alles Fremde zuzugehen und durch Menschlichkeit ein tieferes, gegenseitiges Verständnis herbeizuführen. (Kurioser Gag am Rande: Spock weist einmal während des Films darauf hin, dass angesichts der Macht des Maschinenwesens V’gers „jeder Widerstand zwecklos“ sei.)
„Star Trek II – Der Zorn des Khan“ greift die Handlung der Fernsehepisode „Der schlafende Tiger“ um Khan Noonien Singh und seinen genetischen Übermenschen auf. Khan gelingt es, aus seinem Gefängnis zu entkommen, in das ihn Kirk verbannt hatte, und er brennt darauf, Rache zu nehmen. Hierzu will er sich des Genesis-Projekts bemächtigen, das tote Welten mittels Materieumwandlung in blühende Paradise verwandeln kann – und nebenbei ein Sprengkörper von verheerenden Auswirkungen ist. – Das Katz-und-Maus-Spiel im All gilt vielen Fans als der beste aller „Star Trek“-Filme, auch wenn das spannende Duell mit dem heldenhaften Tod von Mr. Spock eines der schlimmsten Opfer forderte. (Kleiner Anschlussfehler: Khan versichert Chekov bei deren ersten Zusammentreffen, dass er nie ein Gesicht vergisst; tatsächlich war Chekov während der besagten Classic-Episode noch gar nicht an Bord.)
„Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock“ ist der vielleicht seltsamste und zugleich anrührendste Teil der Reihe, denn er handelt im Grunde von nichts anderem als dem Versuch der Gefährten um Captain Kirk, den Körper ihres verstorbenen Freunds Spock gegen alle Bürokratenwillkür vom Genesis-Planeten zu bergen, um ihn nach Vulkan zu bringen, wo er, gemeinsam mit Spocks Seele, Frieden finden soll. Doch auch die Klingonen interessieren sich für Genesis, und auf der Oberfläche selbst erwartet die Gefährten eine Überraschung. – Es war wohl unvermeidlich, dass der spitzohrige Vulkanier zurückkehren würde, aber dass diesem Umstand ein ganzer Film gewidmet wird, zeigt doch sehr deutlich, welchen Status „Star Trek“ in den 1980ern noch hatte. Aber das herzerwärmende Fazit „Das Wohl eines Einzelnen wiegt genauso schwer wie das Wohl Vieler“ lässt auch über die ansonsten eher dünne Handlung hinwegsehen (die allerdings einen weiteren Schockmoment für Fans in petto hatte).
„Star Trek IV – Zurück in die Vergangenheit“ ist die Komödie des filmischen Sixpacks. Ganz im Geiste der Ökobewegung der 1980er Jahre sucht eine gewaltige Sonde die Erde heim, sendet Grußbotschaften zur Erde – und als diese nicht beantwortet werden, beginnt sie mit deren Vernichtung. Kirk und Co finden heraus, dass die Sonde nach Buckelwalen sucht, die aber leider auf der Erde der Zukunft ausgestorben sind. Also geht es auf Zeitreise, um ein paar der sanften Riesen in die Zukunft zu schaffen. – Ein Russe und eine Afrikanerin auf der Suche nach „atomgetrriebenen Krriegsschiffen“, ein vulkanisches Blumenkind, das sich zu viel LDS reingezogen hat, und eine wilde Jagd durch ein Krankenhaus zeigten, wie selbstironisch Ikonen der Popkultur mit ihrer eigenen Legende umzugehen vermochten und machten diesen Film seinerzeit zum Fanliebling.
„Star Trek V – Am Rande des Universums“ beginnt schon mit dem falschen Titel, denn eigentlich führt die Handlung die Helden ins Zentrum des Universums. Dorthin nämlich zieht es einen abtrünnigen Vulkanier, der sich auf einer unglaublichen Suche nach Gott befindet und hierzu die Enterprise in seine Gewalt bringt. Um ihn zu bezwingen, müssen sich Kirk und Co ihren ureigenen Dämonen stellen, während gleichzeitig immer mehr Besatzungsmitglieder dem Charisma des Aufrührers erliegen. – William Shatners erste Regiearbeit wird von vielen Fans mit hochgezogener Augenbraue abgetan. Mir persönlich gefällt aber das starke Motiv der Freundschaft zwischen den Protagonisten Kirk, Spock und McCoy. Selbst wenn uns der Film sonst nichts gegeben haben sollte, so zumindest den Kanon dreier Männer am Lagerfeuer im Yosemite Park: Row, row, row your boat …
„Star Trek VI – Das unentdeckte Land“ beschließt die Reihe der klassischen „Star Trek“-Filme mit einem Paukenschlag. Nach der Zerstörung des Rohstoffmondes Praxis steht das klingonische Reich am Abgrund. Um einen furchtbaren Krieg abzuwenden, sucht der politisch aufgeschlossene Kanzler Gorkon den Dialog mit der Föderation. Leider wird Gorkon von ewig gestrigen Elementen ermordet, und ausgerechnet Kirk und die Enterprise sollen Schuld daran haben. – Das Ende des Kalten Krieges im „Star Trek“-Universum wies unübersehbare Parallelen zu irdischen Friedensbemühungen zwischen Ost und West auf und bestach (und besticht auch heute noch) durch eine clevere politische Intrige sowie seine zutiefst humane Botschaft von der Versöhnung einst verfeindeter Völker.
Die Blu-Ray
Die „Star Trek“-Filme sind zwischen 1979 und 1991 entstanden und somit nicht mehr ganz neu. Das darf man nie vergessen, wenn man die Qualität bewertet. Diese aber ist überwiegend wirklich beachtlich. Der digital restaurierte „Star Trek II – Zorn des Khan“ sieht noch am schlechtesten aus und weist, trotz guter Farbigkeit und vielen Details eine spürbare Unruhe im Bild auf. Dafür kommen die anderen Filme, vor allem „Star Trek IV – Zurück in die Vergangenheit“ mitunter so brillant und knackscharf daher, dass man immer wieder verführt ist, das Bild anzuhalten und zu staunen. Manche Momente möchte man sich glatt so als Gemälde an die Wand hängen!
Der Ton liegt auf Englisch in allen Filmen als 7.1 TrueHD vor und gibt sich keine Blöße. Die Abmischung ist wirklich sehr gut gelungen. Auf Deutsch muss man sich von Film 1 bis 4 mit Dolby Surround, bei Film 5 und 6 mit Dolby Digital 5.1 zufrieden geben, wobei ein wirklicher Mehrkanalton allerdings nicht vorliegt, weil es keine entsprechenden deutschen Masterbänder geben soll. (Auf dem Fernseher stört das allerdings niemanden.)
Leider liegen „Star Trek – The Motion Picture“ und „Star Trek IV – Das unentdeckte Land“ hier nur in der Original-Kinoversion vor und nicht in ihren jeweiligen (und in beiden Fällen besseren) Director’s Cuts. Hier wurde eine Chance verschenkt. Eine Wahlmöglichkeit zwischen beiden Versionen via Seamless Branching wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen. So mag sich manch einer fragen, ob es wohl noch eine „Director’s Edition“-Box geben wird, auf die es sich zu warten lohnt.
Die Extras
Das komplette Bonusmaterial an dieser Stelle aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen. Fakt ist: Es ist eine unglaubliche Menge! Das ist einerseits dem Umstand geschuldet, dass so gut wie alle Features der DVD Special Editions auf die Blu Rays übernommen wurden (hier fehlt mal eine Bildergalerie, dort ein Storyboard – die größte Lücke hat „Star Trek – The Motion Picture“ zu verzeichnen, denn dort wurden sowohl der alte Audiokommentar von Robert Wise als auch ein langes Feature zur Filmentstehung aus mir unerfindlichen Gründen weggelassen). Zum anderen wurde das bestehende Material aber noch um etliche neue Features ergänzt!
Das neue Material umfasst pro Silberling je einen neuen Audiokommentar von Trek-Schöpfern wie Nicholas Meyer, Manny Coto, Roberto Orci, Alex Kurtzman, Ronald D. Moore, Michael Taylor, dem Ehepaar Okuda und den Reeves-Stevens. Dazu kommen kurze Features beispielweise über die Musik von James Horner, die Effekte von ILM, das Science-Fiction-Museum von Seattle (das eine große „Star Trek“-Sektion hat), Klingonen & Shakespeare und mehr. Jeder Silberling weist obendrein einen kurzen Vortrag der „Akademie der Sternenflotte“ zum jeweiligen Kernthema des Films, etwa der Wal-Sonde oder V’ger, auf sowie eine Schiffsdatenbank, die (als Ersatz der überall weggefallenen Textkommentare der Okudas) entweder filmbegleitend Informationen zu Schiffen, Personen, Technik und mehr bietet oder aber einfach so durchstöbert werden kann. Über einen BD-Live-Zugang kann man zu guter Letzt beim „Star Trek IQ“ sein Wissen in Trivia-Spielen testen.
Das Highlight bildet zweifellos – und auch vom Titel her – „Star Trek: Höhepunkte“, die 70-minütige Talkrunde von zwei Captains, zwei ersten Offizieren und einer Barkeeperin. William Shatner, Leonard Nimoy, Patrick Steward, Jonathan Frakes und Whoopi Goldberg sitzen um den runden Tisch zusammen und erinnern sich an persönliche Momente, Storys vom Set, die Arbeit miteinander und wie „Star Trek“ ihr Leben beeinflusst hat.
Alles in allem gibt der Boxentext an, dass mehr als zwölf Stunden bereits erschienener Inhalte und über zweieinhalb Stunden neuer Special Features die Filmkollektion flankieren. Ich habe das nicht nachgerechnet, aber angesichts von allein elf Audiokommentaren dürfte das eher noch tiefgestapelt sein. In jedem Fall handelt es sich um eine so phänomenale Fülle an Informationen und Anekdoten rund um die Original Motion Pictures, dass selbst hartgesottene Fans noch Neues während des Anschauens erfahren sollten.
Fazit: Hätte ich noch keinen Blu-Ray-Player gehabt, ich hätte mir wegen dieser Box einen gekauft! Oder etwas weniger plakativ gesagt: Für Fans der klassischen Enterprise-Crew um Kirk, Spock und Co ist die „Star Trek – Orginal Motion Picture Collection“ auf Blu-Ray ein kleines Fest. Die Bildqualität hebt sich deutlich von allem ab, was zuvor auf DVD erschienen ist, das Bonusmaterial ist schlicht und ergreifen üppig zu nennen und die Aufmachung wirkt zwar einfach, aber trotzdem irgendwie edel. Zu bemängeln gibt es allein das Fehlen der Director’s Cuts von „Star Trek – The Motion Picture“ und „Star Trek VI – Das unentdeckte Land“. Außerdem wurde leider nicht sämtliches Bonusmaterial der vorigen DVD Special Editions auf die Silberlinge der nächsten Generation hinübergerettet. Dennoch: die beste Filmedition der klassischen „Star Trek“-Abenteuer, die aktuell auf dem Markt existiert.
Star Trek – Orginal Motion Picture Collection
USA 1979-1991
Regie: Robert Wise, Nicolas Meyer, Leonard Nimoy, William Shatner
Darsteller: William Shatner (James T. Kirk), Leonard Nimoy (Spock), DeForest Kelley (Dr. Leonard McCoy), James Doohan (Montgomery „Scotty“ Scott), Walter Koenig (Pavel Chekov), Nichelle Nichols (Nyota Uhura), George Takei (Hikaru Sulu)
Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 27.04.2009
Länge: 685 min.
Bildformat: 2,35:1 (1080p HD)
Tonformat: Englisch (Dolby TrueHD 7.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0/5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0/5.1), Spanisch (Dolby Digital 1.0/2.0/5.1), Italienisch (Dolby Digital 2.0/5.1)
Untertitel: Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Kroatisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Norwegisch, Spanisch, Portugiesisch, Schwedisch
Bonusmaterial: viel (u. a. zwölf Audiokommentare, Schiffsdatenbank, Trailer, Deleted Scenes, Akademie der Sternenflotte, Features über die Produktion, Visuelle Effekte, die Musik und das Universum, Interviews, „Star Trek“ in anderen Lebensbereichen usw.)
Preis: EUR 99,95
bei amazon.de bestellen
von Frank Stein
Ich muss eines vorab gestehen, damit der geneigte Leser verstehen kann, was gleich folgen wird: Ich war (und werde es immer sein) ein Freund der Abenteuer der klassischen Enterprise-Crew. Kirk, Spock und McCoy – dargestellt von William Shatner, Leonard Nimoy und DeForest Kelley – stellen für mich den Inbegriff einer Männerfreundschaft dar, die jeder Herausforderung gewachsen ist und buchstäblich selbst den Tod zu überdauern vermag. In den sechs Kinofilmen kam das noch deutlicher zum tragen, als in der alten Serie aus den 1960ern. Erfreulich zudem, dass gemeinsam mit dem Trio auch die übrigen Brückenmitglieder – Sulu, Checkov, Scotty und Uhura – noch enger zu einer Familie zusammenrückten. „Familienausflug im All“, nannten das manche Kritiker. „Zynisches Pack, geht doch mit Michael Myers und Hannibal Lector spielen, wenn euch solche Freunde lieber sind“, antworte ich darauf.
Abgesehen vom Motiv der Freundschaft behandelten diese Filme bei allen Actioneinlagen und humorvollen Momenten zutiefst menschliche Probleme (die Auseinandersetzung mit dem Tod in „Star Trek II – Zorn des Khan“), stellten sich Fragen zur menschlichen Natur (in der Suche V’gers nach seinem Schöpfer in „Star Trek – The Motion Picture“) und transportierten mal mehr, mal weniger verborgene politische Botschaften (etwa zum Umweltschutz in „Star Trek IV – Zurück in die Vergangenheit“ oder zum Ende des Kalten Krieges in „Star Trek VI – Das unentdeckte Land“). All das – und obendrein eine U.S.S. Enterprise, die niemals schöner, niemals erhabener wirkte, als in ihrer Motion-Picture-Inkarnation – macht die sechs ersten „Star Trek“-Kinoepisoden zu Science-Fiction-Filmen, die erstaunlich gut gealtert sind. Selbst, wenn man sie nicht, wie ich als Kind der 1980er, mit einem solch nostalgisch verklärten Blick anschaut.
Die Box
Die „Star Trek – Orginal Motion Picture Collection“ kommt in einem einfachen, aber schönen weißen Pappschuber daher, der von einem aufgeklebten Hologramm in Form des berühmten Kommunikators geziert wird, das die Enterprise im Orbit um einen Planeten zeigt. Eine Klarsicht-Plastikhülle, die auf der Vorderseite den Schriftzug und auf der Rückseite eine geschmackvolle Collage zeigt, schützt den Schuber.
Im Inneren befinden sich sieben Blu-Rays in sieben Einzelhüllen, die auf der Vorderseite jeweils das silbern eingefärbte Konterfei eines Mitglieds von Captain Kirks Kerncrew zeigt, während auf der Rückseite eine Collage wichtiger Charaktere und Filmmomente auf den Filmgenuss einstimmt und Informationen zum neu für diese Edition hergestellten Bonusmaterial gegeben werden. Auf das alte Bonusmaterial, das den DVDs der Special Editions entnommen wurde, wird seltsamerweise nicht extra hingewiesen – es befindet sich aber auch fast komplett auf den Silberlingen.
Neben den sechs Filmen befindet sich eine siebte Blu-Ray mit dem Feature „Star Trek: Höhepunkte“ in der Box, die eine Talkrunde zwischen William Shatner, Leonard Nimoy, Patrick Steward, Jonathan Frakes und Whoopi Goldberg als Moderatorin enthält. Alles in allem kann man nur sagen, dass die Aufmachung schlicht, aber elegant wirkt und dem Stoff durchaus angemessen.
Die Filme
Über die sechs Filme muss im Grunde nicht viel gesagt werden. Den meisten dürften sie bekannt sein. Doch weil eine Rezension nicht komplett wäre, würde man die besprochenen Filme nicht wenigstens kurz vorstellen, hier ein Überblick samt knapper Bewertung.
„Star Trek – The Motion Picture“ stellte 1979 die Rückkehr der Enterprise und ihrer Besatzung und zugleich den Sprung vom Fernsehbildschirm auf die große Leinwand dar. Erzählt wird vom Auftauchen eines gewaltigen, außerirdischen Maschinenwesens, das sich selbst V’ger nennt und in unbekannter Mission auf die Erde zusteuert, wobei es alles ausschaltet, was ihm im Weg steht. Admiral James T. Kirk kehrt an Bord seines alten Schiffes zurück, und die Enterprise geht auf Abfangkurs. – Von vielen Fans als dröge und langatmig gescholten, besticht der Film von Robert Wise allerdings durch phänomenale, an „2001“ erinnernde Weltraumbilder sowie die Handlung gewordene Trek-Maxime, mit offenem Geist auf alles Fremde zuzugehen und durch Menschlichkeit ein tieferes, gegenseitiges Verständnis herbeizuführen. (Kurioser Gag am Rande: Spock weist einmal während des Films darauf hin, dass angesichts der Macht des Maschinenwesens V’gers „jeder Widerstand zwecklos“ sei.)
„Star Trek II – Der Zorn des Khan“ greift die Handlung der Fernsehepisode „Der schlafende Tiger“ um Khan Noonien Singh und seinen genetischen Übermenschen auf. Khan gelingt es, aus seinem Gefängnis zu entkommen, in das ihn Kirk verbannt hatte, und er brennt darauf, Rache zu nehmen. Hierzu will er sich des Genesis-Projekts bemächtigen, das tote Welten mittels Materieumwandlung in blühende Paradise verwandeln kann – und nebenbei ein Sprengkörper von verheerenden Auswirkungen ist. – Das Katz-und-Maus-Spiel im All gilt vielen Fans als der beste aller „Star Trek“-Filme, auch wenn das spannende Duell mit dem heldenhaften Tod von Mr. Spock eines der schlimmsten Opfer forderte. (Kleiner Anschlussfehler: Khan versichert Chekov bei deren ersten Zusammentreffen, dass er nie ein Gesicht vergisst; tatsächlich war Chekov während der besagten Classic-Episode noch gar nicht an Bord.)
„Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock“ ist der vielleicht seltsamste und zugleich anrührendste Teil der Reihe, denn er handelt im Grunde von nichts anderem als dem Versuch der Gefährten um Captain Kirk, den Körper ihres verstorbenen Freunds Spock gegen alle Bürokratenwillkür vom Genesis-Planeten zu bergen, um ihn nach Vulkan zu bringen, wo er, gemeinsam mit Spocks Seele, Frieden finden soll. Doch auch die Klingonen interessieren sich für Genesis, und auf der Oberfläche selbst erwartet die Gefährten eine Überraschung. – Es war wohl unvermeidlich, dass der spitzohrige Vulkanier zurückkehren würde, aber dass diesem Umstand ein ganzer Film gewidmet wird, zeigt doch sehr deutlich, welchen Status „Star Trek“ in den 1980ern noch hatte. Aber das herzerwärmende Fazit „Das Wohl eines Einzelnen wiegt genauso schwer wie das Wohl Vieler“ lässt auch über die ansonsten eher dünne Handlung hinwegsehen (die allerdings einen weiteren Schockmoment für Fans in petto hatte).
„Star Trek IV – Zurück in die Vergangenheit“ ist die Komödie des filmischen Sixpacks. Ganz im Geiste der Ökobewegung der 1980er Jahre sucht eine gewaltige Sonde die Erde heim, sendet Grußbotschaften zur Erde – und als diese nicht beantwortet werden, beginnt sie mit deren Vernichtung. Kirk und Co finden heraus, dass die Sonde nach Buckelwalen sucht, die aber leider auf der Erde der Zukunft ausgestorben sind. Also geht es auf Zeitreise, um ein paar der sanften Riesen in die Zukunft zu schaffen. – Ein Russe und eine Afrikanerin auf der Suche nach „atomgetrriebenen Krriegsschiffen“, ein vulkanisches Blumenkind, das sich zu viel LDS reingezogen hat, und eine wilde Jagd durch ein Krankenhaus zeigten, wie selbstironisch Ikonen der Popkultur mit ihrer eigenen Legende umzugehen vermochten und machten diesen Film seinerzeit zum Fanliebling.
„Star Trek V – Am Rande des Universums“ beginnt schon mit dem falschen Titel, denn eigentlich führt die Handlung die Helden ins Zentrum des Universums. Dorthin nämlich zieht es einen abtrünnigen Vulkanier, der sich auf einer unglaublichen Suche nach Gott befindet und hierzu die Enterprise in seine Gewalt bringt. Um ihn zu bezwingen, müssen sich Kirk und Co ihren ureigenen Dämonen stellen, während gleichzeitig immer mehr Besatzungsmitglieder dem Charisma des Aufrührers erliegen. – William Shatners erste Regiearbeit wird von vielen Fans mit hochgezogener Augenbraue abgetan. Mir persönlich gefällt aber das starke Motiv der Freundschaft zwischen den Protagonisten Kirk, Spock und McCoy. Selbst wenn uns der Film sonst nichts gegeben haben sollte, so zumindest den Kanon dreier Männer am Lagerfeuer im Yosemite Park: Row, row, row your boat …
„Star Trek VI – Das unentdeckte Land“ beschließt die Reihe der klassischen „Star Trek“-Filme mit einem Paukenschlag. Nach der Zerstörung des Rohstoffmondes Praxis steht das klingonische Reich am Abgrund. Um einen furchtbaren Krieg abzuwenden, sucht der politisch aufgeschlossene Kanzler Gorkon den Dialog mit der Föderation. Leider wird Gorkon von ewig gestrigen Elementen ermordet, und ausgerechnet Kirk und die Enterprise sollen Schuld daran haben. – Das Ende des Kalten Krieges im „Star Trek“-Universum wies unübersehbare Parallelen zu irdischen Friedensbemühungen zwischen Ost und West auf und bestach (und besticht auch heute noch) durch eine clevere politische Intrige sowie seine zutiefst humane Botschaft von der Versöhnung einst verfeindeter Völker.
Die Blu-Ray
Die „Star Trek“-Filme sind zwischen 1979 und 1991 entstanden und somit nicht mehr ganz neu. Das darf man nie vergessen, wenn man die Qualität bewertet. Diese aber ist überwiegend wirklich beachtlich. Der digital restaurierte „Star Trek II – Zorn des Khan“ sieht noch am schlechtesten aus und weist, trotz guter Farbigkeit und vielen Details eine spürbare Unruhe im Bild auf. Dafür kommen die anderen Filme, vor allem „Star Trek IV – Zurück in die Vergangenheit“ mitunter so brillant und knackscharf daher, dass man immer wieder verführt ist, das Bild anzuhalten und zu staunen. Manche Momente möchte man sich glatt so als Gemälde an die Wand hängen!
Der Ton liegt auf Englisch in allen Filmen als 7.1 TrueHD vor und gibt sich keine Blöße. Die Abmischung ist wirklich sehr gut gelungen. Auf Deutsch muss man sich von Film 1 bis 4 mit Dolby Surround, bei Film 5 und 6 mit Dolby Digital 5.1 zufrieden geben, wobei ein wirklicher Mehrkanalton allerdings nicht vorliegt, weil es keine entsprechenden deutschen Masterbänder geben soll. (Auf dem Fernseher stört das allerdings niemanden.)
Leider liegen „Star Trek – The Motion Picture“ und „Star Trek IV – Das unentdeckte Land“ hier nur in der Original-Kinoversion vor und nicht in ihren jeweiligen (und in beiden Fällen besseren) Director’s Cuts. Hier wurde eine Chance verschenkt. Eine Wahlmöglichkeit zwischen beiden Versionen via Seamless Branching wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen. So mag sich manch einer fragen, ob es wohl noch eine „Director’s Edition“-Box geben wird, auf die es sich zu warten lohnt.
Die Extras
Das komplette Bonusmaterial an dieser Stelle aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen. Fakt ist: Es ist eine unglaubliche Menge! Das ist einerseits dem Umstand geschuldet, dass so gut wie alle Features der DVD Special Editions auf die Blu Rays übernommen wurden (hier fehlt mal eine Bildergalerie, dort ein Storyboard – die größte Lücke hat „Star Trek – The Motion Picture“ zu verzeichnen, denn dort wurden sowohl der alte Audiokommentar von Robert Wise als auch ein langes Feature zur Filmentstehung aus mir unerfindlichen Gründen weggelassen). Zum anderen wurde das bestehende Material aber noch um etliche neue Features ergänzt!
Das neue Material umfasst pro Silberling je einen neuen Audiokommentar von Trek-Schöpfern wie Nicholas Meyer, Manny Coto, Roberto Orci, Alex Kurtzman, Ronald D. Moore, Michael Taylor, dem Ehepaar Okuda und den Reeves-Stevens. Dazu kommen kurze Features beispielweise über die Musik von James Horner, die Effekte von ILM, das Science-Fiction-Museum von Seattle (das eine große „Star Trek“-Sektion hat), Klingonen & Shakespeare und mehr. Jeder Silberling weist obendrein einen kurzen Vortrag der „Akademie der Sternenflotte“ zum jeweiligen Kernthema des Films, etwa der Wal-Sonde oder V’ger, auf sowie eine Schiffsdatenbank, die (als Ersatz der überall weggefallenen Textkommentare der Okudas) entweder filmbegleitend Informationen zu Schiffen, Personen, Technik und mehr bietet oder aber einfach so durchstöbert werden kann. Über einen BD-Live-Zugang kann man zu guter Letzt beim „Star Trek IQ“ sein Wissen in Trivia-Spielen testen.
Das Highlight bildet zweifellos – und auch vom Titel her – „Star Trek: Höhepunkte“, die 70-minütige Talkrunde von zwei Captains, zwei ersten Offizieren und einer Barkeeperin. William Shatner, Leonard Nimoy, Patrick Steward, Jonathan Frakes und Whoopi Goldberg sitzen um den runden Tisch zusammen und erinnern sich an persönliche Momente, Storys vom Set, die Arbeit miteinander und wie „Star Trek“ ihr Leben beeinflusst hat.
Alles in allem gibt der Boxentext an, dass mehr als zwölf Stunden bereits erschienener Inhalte und über zweieinhalb Stunden neuer Special Features die Filmkollektion flankieren. Ich habe das nicht nachgerechnet, aber angesichts von allein elf Audiokommentaren dürfte das eher noch tiefgestapelt sein. In jedem Fall handelt es sich um eine so phänomenale Fülle an Informationen und Anekdoten rund um die Original Motion Pictures, dass selbst hartgesottene Fans noch Neues während des Anschauens erfahren sollten.
Fazit: Hätte ich noch keinen Blu-Ray-Player gehabt, ich hätte mir wegen dieser Box einen gekauft! Oder etwas weniger plakativ gesagt: Für Fans der klassischen Enterprise-Crew um Kirk, Spock und Co ist die „Star Trek – Orginal Motion Picture Collection“ auf Blu-Ray ein kleines Fest. Die Bildqualität hebt sich deutlich von allem ab, was zuvor auf DVD erschienen ist, das Bonusmaterial ist schlicht und ergreifen üppig zu nennen und die Aufmachung wirkt zwar einfach, aber trotzdem irgendwie edel. Zu bemängeln gibt es allein das Fehlen der Director’s Cuts von „Star Trek – The Motion Picture“ und „Star Trek VI – Das unentdeckte Land“. Außerdem wurde leider nicht sämtliches Bonusmaterial der vorigen DVD Special Editions auf die Silberlinge der nächsten Generation hinübergerettet. Dennoch: die beste Filmedition der klassischen „Star Trek“-Abenteuer, die aktuell auf dem Markt existiert.
Star Trek – Orginal Motion Picture Collection
USA 1979-1991
Regie: Robert Wise, Nicolas Meyer, Leonard Nimoy, William Shatner
Darsteller: William Shatner (James T. Kirk), Leonard Nimoy (Spock), DeForest Kelley (Dr. Leonard McCoy), James Doohan (Montgomery „Scotty“ Scott), Walter Koenig (Pavel Chekov), Nichelle Nichols (Nyota Uhura), George Takei (Hikaru Sulu)
Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 27.04.2009
Länge: 685 min.
Bildformat: 2,35:1 (1080p HD)
Tonformat: Englisch (Dolby TrueHD 7.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0/5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0/5.1), Spanisch (Dolby Digital 1.0/2.0/5.1), Italienisch (Dolby Digital 2.0/5.1)
Untertitel: Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Kroatisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Norwegisch, Spanisch, Portugiesisch, Schwedisch
Bonusmaterial: viel (u. a. zwölf Audiokommentare, Schiffsdatenbank, Trailer, Deleted Scenes, Akademie der Sternenflotte, Features über die Produktion, Visuelle Effekte, die Musik und das Universum, Interviews, „Star Trek“ in anderen Lebensbereichen usw.)
Preis: EUR 99,95
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Montag, 27. April 2009
Star Trek TNG (Second Decade 2): Resistance
Die Enterprise-E fliegt wieder. Und die erste Mission klingt nach angenehmer Routine. Es gilt, einen Grenzkonflikt zwischen zwei benachbarten Völkern beizulegen. Doch unvermittelt schlägt die Vergangenheit zu. Ein Übel, das längst besiegt geglaubt war, meldet sich im Geist von Jean-Luc Picard wieder zu Wort: Die verstreuten Reste der im Alpha-Quadranten gestrandeten Borg haben sich wieder gesammelt, und sie drohen, eine neue Königin zu „gebären“. Picard schwört, alles dranzusetzen, um das zu verhindern.
von Frank Stein
Die Erlebnisse mit den Borg gehören zu den schlimmsten, die Captain Jean-Luc Picard in seinem Leben machen musste. Von den Borg entführt und als Locutus gezwungen, eine Flotte von Föderationsschiffen zu vernichten, fühlte er an Körper und Geist regelrecht vergewaltigt. Dass er dieses Trauma nie wirklich überwunden hat, zeigte sich in seinem fanatischen und geradezu selbstzerstörerischen Kampf gegen die Borg-Queen um die Erde der Vergangenheit – kurz vor dem ersten Kontakt mit den Vulkaniern. Mit ihrem Tod – und Kathryn Janeways vernichtendem Sieg über die Borg im Delta-Quadranten – glaubte Picard, sein Leben wäre von diesem Albtraum befreit. Doch plötzlich hört er das Kollektiv wieder in seinem Geist!
Man könnte zunächst meinen, es wäre vielleicht ein Stress-Symptom. Denn der Captain der Enterprise-E muss einige Veränderungen verdauen. Zunächst wird B4, Datas debiler Prototyp, ins Daystrom-Institut geschickt. Dann verweigert Worf seine Beförderung vom temporären zum permanten Ersten Offizier, weil er sich nach einer alten Geschichte um eine schwere Kommandoentscheidung, die er zugunsten seiner Geliebten Jadzia Dax falsch traf, für eines Kommandos nicht würdig hält. Schließlich ist da noch die neue Counselor, die Vulkanierin T'Lana, die so völlig anders als Deanna Troi ist und Picard mit ihrer von Logik diktierten Perspektive regelmäßig Kontra gibt.
Doch es ist kein Stress. Picard ist sich sicher, dass die Borg zurück sind. Und obwohl ihm Admiral Janeway befiehlt, nichts zu unternehmen und auf die Ankunft der Borg-Spezialistin Seven-of-Nine zu warten, steuert er mit der Enterprise einen Mond in einem abgelegenen Sonnensystem an – und entdeckt dort tatsächlich einen neu gebauten Borg-Kubus. In dessen Innerem ist eine mysteriöse Prozedur im Gange, die eine neue Borg-Queen ins Leben rufen soll. Um das zu verhindern, ist Picard bereit, alles zu geben. Doch er muss feststellen, dass sich die Borg nach mehreren Niederlagen durch die Hand der Menschen weiterentwickelt haben. Sie assimilieren nicht mehr. Sie vernichten. Um sie zu stoppen, müssen Picard und die seinen zu drastischen Maßnahmen greifen.
J. M. Dillards Beitrag zum TNG-Relaunch hat von Fanseite einiges an Kritik einstecken müssen: Schon wieder Borg. Abklatsch von „Star Trek: Der erste Kontakt“. Zu wenig Charakterentwicklung. Zu hanebüchender Plot. Fakt ist, dass die Autorin vieles richtig macht, sich aber auch (aus Kanonsicht) ein paar unnötige Fehler leistet. „Resistance“ geht ziemlich schnell in die Vollen. Bereits nach wenigen Seiten ist man als Leser von der Handlung gefangen, die sich auch sehr rasch, ähnlich einem Kinofilm, fortentwickelt. Dabei ist das Buch keineswegs ein reines Remake von „Der erste Kontakt“, sondern nutzt vielmehr das Vorwissen um diese Geschichten, um eine düstere und von Schicksalhaftigkeit geprägte Atmosphäre zu schaffen. Insofern zählen die Szenen, in denen Picard erst von der Rückkehr der Borg ahnt, dann die furchtbare Bestätigung erhält und sich schließlich darüber klar wird, dass es Opfer kosten wird, das sich gerade neu bildende Kollektiv aufzuhalten, dramaturgisch zu den stärksten.
Die Action selbst, die folgt, ist dagegen in der Tat eher konventionell geraten und würde auf der großen Leinwand kaum spektakulär wirken. Dazu kommt, dass Dillard an diesem Punkt gleich mehrfach einige recht dreiste Fakten in den Raum wirft, die den bisherigen Kanon ignorieren oder ziemlich eigenmächtig erweitern (bei „Star Trek“ von Kanon zu sprechen ist ja immer etwas kritisch, aber zumindest seit den Serien-Relaunchs in Romanform scheinen die Macher bei Pocket Books um eine stimmige Kontinuität bemüht, sodass eigentlich jeder Autor darauf achten sollte, was er seinen später nachfolgenden Kollegen auf den Tisch haut). ACHTUNG SPOILER: So wird behauptet, dass jedes neuere Schiff der Sternenflotte in ihre Rechner die Spezifikationen für romulanische Tarntechnologie eingespeist hat und es nur eines Admirals-Codes bedarf, um eine Tarnvorrichtung nachzubauen. Außerdem kann sich die Enterprise-E plötzlich teilen wie ihre Vorgängerin, eine Fähigkeit, die ihr schon allein aus Designgründen abgehen müsste. Zu guter Letzt wird mit der Royal-Jelly-Theorie um die Entstehung der Borg-Queen die Royal-Protocol-Theorie, die der Voyager-Relaunch etabliert hatte, missachtet. Ein unnötiger Widerspruch.
Fazit: Mit „Resistance“ liegt ein Buch vor, das zu Beginn sehr atmosphärisch von der Rückkehr der Borg als Erzfeind der Föderation erzählt, gegen Ende aber an den Actionsequenzen scheitert, die mal hanebüchend, mal recht altbacken wirken. Die Borg als Feind sind natürlich nicht neu, aber immer noch gut und nach wie vor mit Potenzial, der Föderation richtig Druck zu machen. Als Ausgangspunkt des zentralen Handlungsbogens, der das literarische „Star Trek“-Universum bis heute („Destiny“-Trilogie und Nachwehen) prägt, ist der Roman für Fans jedenfalls ein Muss.
Star Trek TNG: Resistance (Second Decade 2)
Film/Serien-Roman
J. M. Dillard
Pocket Books 2007
ISBN: 978-0743499552
306 S., Taschenbuch, englisch
Preis: $ 7,99
bei amazon.de bestellen
von Frank Stein
Die Erlebnisse mit den Borg gehören zu den schlimmsten, die Captain Jean-Luc Picard in seinem Leben machen musste. Von den Borg entführt und als Locutus gezwungen, eine Flotte von Föderationsschiffen zu vernichten, fühlte er an Körper und Geist regelrecht vergewaltigt. Dass er dieses Trauma nie wirklich überwunden hat, zeigte sich in seinem fanatischen und geradezu selbstzerstörerischen Kampf gegen die Borg-Queen um die Erde der Vergangenheit – kurz vor dem ersten Kontakt mit den Vulkaniern. Mit ihrem Tod – und Kathryn Janeways vernichtendem Sieg über die Borg im Delta-Quadranten – glaubte Picard, sein Leben wäre von diesem Albtraum befreit. Doch plötzlich hört er das Kollektiv wieder in seinem Geist!
Man könnte zunächst meinen, es wäre vielleicht ein Stress-Symptom. Denn der Captain der Enterprise-E muss einige Veränderungen verdauen. Zunächst wird B4, Datas debiler Prototyp, ins Daystrom-Institut geschickt. Dann verweigert Worf seine Beförderung vom temporären zum permanten Ersten Offizier, weil er sich nach einer alten Geschichte um eine schwere Kommandoentscheidung, die er zugunsten seiner Geliebten Jadzia Dax falsch traf, für eines Kommandos nicht würdig hält. Schließlich ist da noch die neue Counselor, die Vulkanierin T'Lana, die so völlig anders als Deanna Troi ist und Picard mit ihrer von Logik diktierten Perspektive regelmäßig Kontra gibt.
Doch es ist kein Stress. Picard ist sich sicher, dass die Borg zurück sind. Und obwohl ihm Admiral Janeway befiehlt, nichts zu unternehmen und auf die Ankunft der Borg-Spezialistin Seven-of-Nine zu warten, steuert er mit der Enterprise einen Mond in einem abgelegenen Sonnensystem an – und entdeckt dort tatsächlich einen neu gebauten Borg-Kubus. In dessen Innerem ist eine mysteriöse Prozedur im Gange, die eine neue Borg-Queen ins Leben rufen soll. Um das zu verhindern, ist Picard bereit, alles zu geben. Doch er muss feststellen, dass sich die Borg nach mehreren Niederlagen durch die Hand der Menschen weiterentwickelt haben. Sie assimilieren nicht mehr. Sie vernichten. Um sie zu stoppen, müssen Picard und die seinen zu drastischen Maßnahmen greifen.
J. M. Dillards Beitrag zum TNG-Relaunch hat von Fanseite einiges an Kritik einstecken müssen: Schon wieder Borg. Abklatsch von „Star Trek: Der erste Kontakt“. Zu wenig Charakterentwicklung. Zu hanebüchender Plot. Fakt ist, dass die Autorin vieles richtig macht, sich aber auch (aus Kanonsicht) ein paar unnötige Fehler leistet. „Resistance“ geht ziemlich schnell in die Vollen. Bereits nach wenigen Seiten ist man als Leser von der Handlung gefangen, die sich auch sehr rasch, ähnlich einem Kinofilm, fortentwickelt. Dabei ist das Buch keineswegs ein reines Remake von „Der erste Kontakt“, sondern nutzt vielmehr das Vorwissen um diese Geschichten, um eine düstere und von Schicksalhaftigkeit geprägte Atmosphäre zu schaffen. Insofern zählen die Szenen, in denen Picard erst von der Rückkehr der Borg ahnt, dann die furchtbare Bestätigung erhält und sich schließlich darüber klar wird, dass es Opfer kosten wird, das sich gerade neu bildende Kollektiv aufzuhalten, dramaturgisch zu den stärksten.
Die Action selbst, die folgt, ist dagegen in der Tat eher konventionell geraten und würde auf der großen Leinwand kaum spektakulär wirken. Dazu kommt, dass Dillard an diesem Punkt gleich mehrfach einige recht dreiste Fakten in den Raum wirft, die den bisherigen Kanon ignorieren oder ziemlich eigenmächtig erweitern (bei „Star Trek“ von Kanon zu sprechen ist ja immer etwas kritisch, aber zumindest seit den Serien-Relaunchs in Romanform scheinen die Macher bei Pocket Books um eine stimmige Kontinuität bemüht, sodass eigentlich jeder Autor darauf achten sollte, was er seinen später nachfolgenden Kollegen auf den Tisch haut). ACHTUNG SPOILER: So wird behauptet, dass jedes neuere Schiff der Sternenflotte in ihre Rechner die Spezifikationen für romulanische Tarntechnologie eingespeist hat und es nur eines Admirals-Codes bedarf, um eine Tarnvorrichtung nachzubauen. Außerdem kann sich die Enterprise-E plötzlich teilen wie ihre Vorgängerin, eine Fähigkeit, die ihr schon allein aus Designgründen abgehen müsste. Zu guter Letzt wird mit der Royal-Jelly-Theorie um die Entstehung der Borg-Queen die Royal-Protocol-Theorie, die der Voyager-Relaunch etabliert hatte, missachtet. Ein unnötiger Widerspruch.
Fazit: Mit „Resistance“ liegt ein Buch vor, das zu Beginn sehr atmosphärisch von der Rückkehr der Borg als Erzfeind der Föderation erzählt, gegen Ende aber an den Actionsequenzen scheitert, die mal hanebüchend, mal recht altbacken wirken. Die Borg als Feind sind natürlich nicht neu, aber immer noch gut und nach wie vor mit Potenzial, der Föderation richtig Druck zu machen. Als Ausgangspunkt des zentralen Handlungsbogens, der das literarische „Star Trek“-Universum bis heute („Destiny“-Trilogie und Nachwehen) prägt, ist der Roman für Fans jedenfalls ein Muss.
Star Trek TNG: Resistance (Second Decade 2)
Film/Serien-Roman
J. M. Dillard
Pocket Books 2007
ISBN: 978-0743499552
306 S., Taschenbuch, englisch
Preis: $ 7,99
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