Wenn es jemals so etwas wie industrielle Brettspielproduktion gegeben hat, wird sie von Fantasy Flight Games betrieben. Die Macher um Christian T. Petersen haben im Laufe der Jahre nicht nur große Lizenzen wie „Warhammer 40.000“, „World of Warcraft“ und jüngst „Star Wars“ auf den Spieltisch gebracht, sie haben mit „Arkham Horror“, „Runebound“ und „Android“ auch eigene Spiel-Universen begründet und zahlreichen Klassikern („Cosmic Encounter“, „DungeonQuest“, „Talisman“) zu neuem Glanz verholfen. „Relic“ nun ist ein Hybrid. Es verbindet das Universum von „Warhammer 40.000“ mit dem Spielprinzip von „Talisman“. Ob das funktioniert?
von Frank Stein
Genau wie „Talisman“ ist „Relic“ ein Abenteuerspiel – statt für 2 bis 6 nur für 2 bis 4 Spieler – und verbindet Rollenspiel- und Brettspiel-Elemente. Die Spieler führen einen von 10 Charakteren, vom brachialen Captain der Ultramarines bis hin zum gewieften Freihändler, die allesamt spezielle Vor- und Nachteile aufweisen. Um eines der fünf Szenarien zu gewinnen, die durch je eine Szenariokarte in der Mitte des Spielbretts beschrieben werden, reisen sie durchs düstere Universum von „Warhammer 40.000“ (genauer: den Antian-Sektor), bekämpfen Xenos, erforschen Orte des Chaos und sammeln dabei Ausrüstung, Begleiter und Erfahrung, die sie immer stärker machen – denn nur wer gut gerüstet ist, vermag die ultimative Herausforderung zu meistern.
Die Aufmachung
„Relic“ kommt im hübschen Standard-Format-Spielkarton daher, dessen Cover einen kampfbereiten Space Marine zeigt. Bereits hier wird zwischen düsterem Grau-Braun und kränklich wirkenden Spektralfarben der Tonfall des Spiels farblich gesetzt. Auch das große Spielbrett, das unter anderem die Fabrikwelt Telios V, die Makropolwelt Vaulgast, die Verheerten Regionen und den Zwielichtrand zeigt, passt dazu. Das Artwork ist düster und brachial, die Farben ein Kaleidoskop des Chaos. Leider sind viele Felder recht kontrastarm, sodass man die tollen Motive nicht so gut erkennen kann, wie es wohl möglich gewesen wäre. Außerdem verlaufen Risse an den Stellen durch die Bilder, wo die Karte gefaltet wird (und, nein, das ist nicht bei allen Brettspielen so).
Auch die Illustrationen auf den zahllosen Spielkarten sind teilweise von phänomenaler Qualität. Eine Schande, dass sie meist nur Briefmarkengröße haben und daher nicht sehr gut erkennbar sind (diese Miniatur-Spielkarten von 4*6,5 cm, die sich FFG vor Jahren mal angewöhnt hat, um bei ihren materiallastigen Produkten Papier zu sparen, sind irgendwie eine Unart und nichts für Leute mit Sehschwäche). Sehr übersichtlich ist dagegen das Regelwerk ausgefallen, dass bis auf zwei, drei Kleinigkeiten gut ins Spiel einführt und auch alle Fragen beantwortet.
Etwas gemischt sind die zehn Büsten der Charaktere zu bewerten. Während der Guss echt gut und sehr detailreich ist, passen die vier farbigen Ständer, die man darunter steckt, leider gar nicht. Man muss sehr viel Gewalt einsetzen, um sie zu befestigen – und selbst dann fallen Ständer und Figur manchmal noch auseinander. Unterm Strich mag hier einiges eher kritisch klingen, tatsächlich stört man sich während des Spiels allerdings kaum an diesen Dingen. Alles in allem ist das Spielmaterial durchaus sehr hübsch zu nennen.
Das Spiel
„Relic“ ist für 2 bis 4 Spieler ausgelegt. Spielziel ist es, als erster Spieler das jeweilige Szenarioziel in der Mitte des Spielbretts zu erreichen und zu erfüllen. Dazu reisen die Charaktere der Spieler in den drei ringförmig angeordneten und über Spezialfelder verbundenen Sphären umher, der Äußeren, Mittleren und Inneren Sphäre, wobei mit jeder Sphäre der Schwierigkeitsgrad der Herausforderungen zunimmt.
Ein Spieler, der am Zug ist, würfelt zunächst seine Bewegung aus und begibt sich dann gemäß der erwürfelten Augenzahl auf ein Feld zur Linken oder zur Rechten. Was er dort erlebt, wird durch den Spieltext beziehungsweise die Farbsiegel des Feldes bestimmt. Einerseits existieren Orte mit besonderer Bedeutung, etwa die Zuflucht von St. Antias oder die Schlachtflotte Antias, wo die Spieler heilen und Gegenstände kaufen können. Andererseits wird man oft dazu aufgefordert, Gefahrenkarten zu ziehen und sogenannte Begegnungen zu durchleben. Gefahrenkarten gibt es in drei Farben – passend zu den drei Eigenschaften der Charaktere (Stärke, Wille, Scharfsinn) –, die sich auch thematisch etwas unterscheiden. Rote Gefahrenkarten, zu denen Gegner, Ereignisse, Begegnungen oder Vorteile zählen können, drehen sich vor allem um Orks, blaue um Tyraniden und gelbe um Eldar.
Während Ereignisse und Begegnungen oft Eigenschaftsproben verlangen, die durch das Werfen eines 6-seitigen Würfels und dem Addieren des passenden Eigenschaftswerts abgehandelt werden, müssen Gegner im Gefecht bezwungen werden. Sowohl für Eigenschaftsproben als auch Gefechtswürfe gibt es hilfreiche Ausrüstung, die Boni verleiht. Zudem kann man Kraftkarten einsetzen, die entweder einen Effekt oder ein fixes Würfelergebnis bieten. Besiegte Gegner werden zu Trophäen, die man gegen Stufen eintauschen kann, die den Charakter verstärken (man kennt diese Art von Levelaufstieg vom Rollenspiel). Außerdem bieten bezwungene Feinde Einfluss, für den man Ausrüstung kaufen kann, und andere Belohnungen.
Doch die Reisen durch die Äußere und Mittlere Sphäre verlaufen nicht völlig willkürlich. Jeder Spieler hat stattdessen immer eine Mission, die es zu erfüllen gibt. Manchmal muss man auf das Feld eines Mitspielers gelangen, manchmal eine bestimmte Monsterart besiegen, usw. Hat man drei Mission geschafft, kann man diese gegen eine Reliquie eintauschen, die – so wie die „Talisman“-Karte bei „Talisman“ – den Schlüssel zur Inneren Sphäre darstellt. Hat ein Charakter also eine Reliquie und genug Macht angesammelt, so kann er es wagen, in die Innere Region des Spielfeldes vorzustoßen. Dort warten besonders große Herausforderungen auf ihn, zudem kann er sich jeweils nur ein Feld pro Runde bewegen, während er sich langsam aufs Spielziel und womöglich den Sieg zukämpft.
Fazit: Zum 30-jährigen Geburtstag von „Talisman“ wird mit „Relic“ eine hübsche Alternative auf den Markt gebracht. Der Spielmechanismus ist etwas komplexer als das Grundspiel von „Talisman“, denn es gibt 3 statt 2 Eigenschaften, es sind die Missionen dazugekommen und variable Szenarios ersetzen das festgelegte Endgame. Außerdem hemmt Verderbnis – ein typisches „Warhammer 40.000“-Element – in Kartenform die Charaktere. Dafür wurden auf die Gesinnungen und Spieler-gegen-Spieler-Kämpfe verzichtet (schließlich dienen wir alle dem Imperator). Ansonsten ist vieles praktisch identisch, nur die Bezeichnungen unterscheiden sich. Somit richtet sich „Relic“ weniger an „Talisman“-Spieler, als an „Warhammer 40.000“-Fans beziehungsweise an Freunde von Science-Fiction-Spielen, die hier einen schönen Vertreter der „rollenspielähnlichen“ Brettspiele erhalten, in denen Herumreisen, Abenteuer erleben, Aufsteigen und Endgegner bezwingen gefragt ist.
Relic
Brettspiel für 2 bis 4 Spieler
John Goodenough, Robert Harris („Talisman“)
Fantasy Flight Games/Heidelberger Spieleverlag 2013
EAN: 4015566012868
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 39,95
bei amazon.de bestellen
Es gibt viele Blogs, die sich Fantasy-Themen widmen. Dieses Blog soll ganz der Science-Fiction in all ihren Spielarten gewidmet sein. Vor allem werde ich hier Buchrezensionen einstellen, aber auch gelegentlich solche von Filmen oder Brettspielen. Und mal sehen, was mir noch so einfällt.
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Donnerstag, 5. September 2013
Dienstag, 10. Juni 2008
Star Wars Miniatures: Legacy of the Force
Dass „Star Wars“-Saga heute viel mehr ist, als nur sechs Filme, die etwa eine Zeitspanne von 40 Jahren umfassen, dürften selbst Freizeit-Rebellen und Gelegenheits-Imperiale mittlerweile wissen. In Comics, Romanen, Hör- und Computerspielen erstreckt sich die „Star Wars“-Historie inzwischen von etwa 4000 vor der Zerstörung des ersten Todessterns bis 130 Jahre danach. Die neue Erweiterung des „Star Wars Miniatures“-Spiels von Wizards of the Coast widmet sich vor allem den aktuellsten „Legacy“-Reihen, die im Roman- und Comic-Sektor erzählt werden.
von Frank Stein
In jedem langlebigen Franchise kommt der Punkt, an dem Otto-Normalkonsument geistig aussteigt und nur noch beinharte Fans angesprochen werden. Im „Star Wars“-Universum ist dieser Punkt schon lange überschritten. Zwar existieren altgediente Recken wie Luke Skywalker und Han Solo noch, doch ein Großteil der Geschichten behandeln mittlerweile entweder die Frühzeit der „Star Wars Historie“ (in der Comic-Reihe „Knights of the Old Republic“) oder die Ära Jahrzehnte nach dem Fall des Imperiums und dem Sieg der Rebellenallianz (in der Romanreihe „Legacy of the Force“ oder der Comic-Reihe „Legacy“).
Die neuen Helden heißen Jacen und Jaina Solo oder Cade Skywalker und Deliah Blue und ihre Gegner sind Sith wie Lumiya, the Dark Lady, oder Darth Krayt oder aber das (in der Comic-Reihe) neu erstarkte Imperium unter Imperator Roan Fel – das übrigens mittlerweile kein purer Hort des Bösen mehr ist, sondern schlicht eine der großen Fraktionen, die sich um Einfluss in der seit dem Yuuzhan-Vong-Krieg mehrfach umgewälzten Galaxis bemühen. (Die neue Republik beispielsweise ist schon längst wieder Geschichte…)
Aber auch wenn dies alles bei jedem, dessen „Star Wars“-Wissen sich allein aus den Kinofilmen speist, vollkommenes Unverständnis auslösen mag, hat es doch sein Gutes. Dieses lebendige, ständig neue Helden und Schurken generierende Universum bietet eine Fülle von Figuren, um beispielsweise eine neue „Star Wars Miniatures“-Erweiterung zu füllen, wie das vorliegende „Legacy of the Force“-Set, ohne dass Sammler und Spieler immer nur die gleichen Namen, nur in neuem Kostüm, aufgetischt bekommen. (Okay, auch im vorliegenden Falle bekommt man wieder Luke (2x), Han, Leia und Boba Fett präsentiert, aber das sind nur fünf von 60 Minis – das ist akzeptabel.)
Die in Normalboostern zu je sieben Minis verkaufte „Legacy of the Force“-Erweiterung richtet sich diesmal spürbar an Langzeit-Fans sowie an Rollenspieler. Langzeit-Fans freuen sich über die zahlreichen namhaften Rares und Very Rares, die den oben genannten Erzählsträngen entnommen wurden. Mit „Nomi Sunrider“ und „Canderous Ordo“ wurden zwei der wenigen personellen Lücken im „Old Republik“-Bereich geschlossen. „Lumiya, the Dark Lady“, „Leia Organa Solo, Jedi Knight“, „Luke Skywalker, Legacy of the Light Side“, „Boba Fett, Mercenary Commander“ und ein paar weitere Gestalten lassen die neunbändige „Legacy of the Force“-Roman-Reihe lebendig werden, die im Augenblick nur auf Englisch vorliegt, sicher aber auch demnächst auf Deutsch übersetzt wird. Und gleich 18 Minis sind eindeutig den Dark-Horse-Comics zuzuordnen, die in ferner Zukunft die Skywalker-Saga anhand von Cade Skywalker, einem abgerissenen Kopfgeldjäger, weitererzählt.
Die Rollenspieler-Fraktion wird unterdessen vor allem durch die No-Name-Figuren angesprochen. Hier bildet Wizards of the Coast geschickt Synergien zwischen seinem neuen Pen-und-Paper-Produkt (das allerdings in Deutschland ein wenig unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehandelt wird) und seinem Miniaturen-Spiel. So wird das Konzept des Rollenspiels, das sehr auf den Einsatz von Miniaturen baut, durch die zahllosen allgemein gehaltenen Minis unterstützt, die sich unter anderem „Bothan Noble“, „Twi’lek Scout“, „Duros Scoundrel“ oder „Human Bodyguard“ nennen und vom Aussehen her überwiegend sehr coole, klassische „Star Wars“-Charaktere abgeben, die etwa Stiefel, Westen und Pilotenjacken tragen und typische Handblaster ihr Eigen nennen. So dürfte für jeden Spielergeschmack die passende Miniatur für den eigenen Charakter zu finden sein – und da es sich dankbarerweise überwiegend um Commons handelt, sind diese auch für kleines Geld einzeln im Internet zu erwerben (falls man dem Boosterkauf abgeneigt ist).
Wie immer liegt jedem Booster ein Rules Sheet bei, das neue Special Abilities und Force Powers vorstellt. Dabei fällt vor allem ein Trend auf: Viel hilft viel. So existieren nun eine „Cunning Attack + [#]“ und ein „Opportunist + [#]“, die beide höheren Schaden als die klassischen +10 Schadenspunkte anrichten. Es gibt eine „Greater Mobile Attack“, die einem Charakter multiple Angriffe zwischen zwei Bewegungsteilen erlaubt. Und richtig krass (teuer und tödlich) sind die „Unleashed“ Force Powers wie „Force Lightning 4“, der zum Preis von 4 Force 50 Punkte Schaden anrichtet, ohne dass hierzu ein Angriffswurf durchgeführt werden müsste. Zusätzlich wird das Ziel gestunnt, wobei dieser Effekt zumindest mit einer 25%-Chance abgewendet werden kann.
Fazit: Die Wizards of the Coast beweisen, dass ein Spiel auch mit der x-ten Erweiterung nicht langweilig werden muss. „Legacy of the Force“ bietet dem Fan die perfekte Mischung aus coolen neuen Charakteren und heftigen Spielmechanismen. Kenner erfreuen sich der zahlreichen neuen Minis aus aktuellsten Comic- und Romangeschehen, Rollenspieler finden indes hier eine Fülle namenloser Helden und Schurken, die man für eigene Kampagnen nutzen kann. Sieht man von einer Handvoll Figuren ab (ich persönlich hätte nicht noch einen Han Solo und noch einen Boba Fett gebraucht), lässt diese Erweiterung wirklich keine Wünsche offen.
Star Wars Miniatures: Legacy of the Force
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast/Hasbro 2008
ISBN: 978-0-7869-4795-9
Booster mit 7 Figuren und Stat-Cards
Preis: $ 14,99
von Frank Stein
In jedem langlebigen Franchise kommt der Punkt, an dem Otto-Normalkonsument geistig aussteigt und nur noch beinharte Fans angesprochen werden. Im „Star Wars“-Universum ist dieser Punkt schon lange überschritten. Zwar existieren altgediente Recken wie Luke Skywalker und Han Solo noch, doch ein Großteil der Geschichten behandeln mittlerweile entweder die Frühzeit der „Star Wars Historie“ (in der Comic-Reihe „Knights of the Old Republic“) oder die Ära Jahrzehnte nach dem Fall des Imperiums und dem Sieg der Rebellenallianz (in der Romanreihe „Legacy of the Force“ oder der Comic-Reihe „Legacy“).
Die neuen Helden heißen Jacen und Jaina Solo oder Cade Skywalker und Deliah Blue und ihre Gegner sind Sith wie Lumiya, the Dark Lady, oder Darth Krayt oder aber das (in der Comic-Reihe) neu erstarkte Imperium unter Imperator Roan Fel – das übrigens mittlerweile kein purer Hort des Bösen mehr ist, sondern schlicht eine der großen Fraktionen, die sich um Einfluss in der seit dem Yuuzhan-Vong-Krieg mehrfach umgewälzten Galaxis bemühen. (Die neue Republik beispielsweise ist schon längst wieder Geschichte…)
Aber auch wenn dies alles bei jedem, dessen „Star Wars“-Wissen sich allein aus den Kinofilmen speist, vollkommenes Unverständnis auslösen mag, hat es doch sein Gutes. Dieses lebendige, ständig neue Helden und Schurken generierende Universum bietet eine Fülle von Figuren, um beispielsweise eine neue „Star Wars Miniatures“-Erweiterung zu füllen, wie das vorliegende „Legacy of the Force“-Set, ohne dass Sammler und Spieler immer nur die gleichen Namen, nur in neuem Kostüm, aufgetischt bekommen. (Okay, auch im vorliegenden Falle bekommt man wieder Luke (2x), Han, Leia und Boba Fett präsentiert, aber das sind nur fünf von 60 Minis – das ist akzeptabel.)
Die in Normalboostern zu je sieben Minis verkaufte „Legacy of the Force“-Erweiterung richtet sich diesmal spürbar an Langzeit-Fans sowie an Rollenspieler. Langzeit-Fans freuen sich über die zahlreichen namhaften Rares und Very Rares, die den oben genannten Erzählsträngen entnommen wurden. Mit „Nomi Sunrider“ und „Canderous Ordo“ wurden zwei der wenigen personellen Lücken im „Old Republik“-Bereich geschlossen. „Lumiya, the Dark Lady“, „Leia Organa Solo, Jedi Knight“, „Luke Skywalker, Legacy of the Light Side“, „Boba Fett, Mercenary Commander“ und ein paar weitere Gestalten lassen die neunbändige „Legacy of the Force“-Roman-Reihe lebendig werden, die im Augenblick nur auf Englisch vorliegt, sicher aber auch demnächst auf Deutsch übersetzt wird. Und gleich 18 Minis sind eindeutig den Dark-Horse-Comics zuzuordnen, die in ferner Zukunft die Skywalker-Saga anhand von Cade Skywalker, einem abgerissenen Kopfgeldjäger, weitererzählt.
Die Rollenspieler-Fraktion wird unterdessen vor allem durch die No-Name-Figuren angesprochen. Hier bildet Wizards of the Coast geschickt Synergien zwischen seinem neuen Pen-und-Paper-Produkt (das allerdings in Deutschland ein wenig unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehandelt wird) und seinem Miniaturen-Spiel. So wird das Konzept des Rollenspiels, das sehr auf den Einsatz von Miniaturen baut, durch die zahllosen allgemein gehaltenen Minis unterstützt, die sich unter anderem „Bothan Noble“, „Twi’lek Scout“, „Duros Scoundrel“ oder „Human Bodyguard“ nennen und vom Aussehen her überwiegend sehr coole, klassische „Star Wars“-Charaktere abgeben, die etwa Stiefel, Westen und Pilotenjacken tragen und typische Handblaster ihr Eigen nennen. So dürfte für jeden Spielergeschmack die passende Miniatur für den eigenen Charakter zu finden sein – und da es sich dankbarerweise überwiegend um Commons handelt, sind diese auch für kleines Geld einzeln im Internet zu erwerben (falls man dem Boosterkauf abgeneigt ist).
Wie immer liegt jedem Booster ein Rules Sheet bei, das neue Special Abilities und Force Powers vorstellt. Dabei fällt vor allem ein Trend auf: Viel hilft viel. So existieren nun eine „Cunning Attack + [#]“ und ein „Opportunist + [#]“, die beide höheren Schaden als die klassischen +10 Schadenspunkte anrichten. Es gibt eine „Greater Mobile Attack“, die einem Charakter multiple Angriffe zwischen zwei Bewegungsteilen erlaubt. Und richtig krass (teuer und tödlich) sind die „Unleashed“ Force Powers wie „Force Lightning 4“, der zum Preis von 4 Force 50 Punkte Schaden anrichtet, ohne dass hierzu ein Angriffswurf durchgeführt werden müsste. Zusätzlich wird das Ziel gestunnt, wobei dieser Effekt zumindest mit einer 25%-Chance abgewendet werden kann.
Fazit: Die Wizards of the Coast beweisen, dass ein Spiel auch mit der x-ten Erweiterung nicht langweilig werden muss. „Legacy of the Force“ bietet dem Fan die perfekte Mischung aus coolen neuen Charakteren und heftigen Spielmechanismen. Kenner erfreuen sich der zahlreichen neuen Minis aus aktuellsten Comic- und Romangeschehen, Rollenspieler finden indes hier eine Fülle namenloser Helden und Schurken, die man für eigene Kampagnen nutzen kann. Sieht man von einer Handvoll Figuren ab (ich persönlich hätte nicht noch einen Han Solo und noch einen Boba Fett gebraucht), lässt diese Erweiterung wirklich keine Wünsche offen.
Star Wars Miniatures: Legacy of the Force
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast/Hasbro 2008
ISBN: 978-0-7869-4795-9
Booster mit 7 Figuren und Stat-Cards
Preis: $ 14,99
Sonntag, 16. Dezember 2007
Star Wars Miniatures: Battle of Hoth Scenario Pack
Man kennt das aus Hollywood: zwei Studios – ein Gedanke. Auf diese Weise entstanden Filme wie „Ants“ und „Das große Krabbeln“ oder „Volcano“ und „Dante’s Peak“. Ähnliches war auf der letzten SPIEL in Essen zu beobachten. Während bei WizKids die „Battle of Hoth 30th Anniversary Collector’s Tin“ für deren „Star Wars PocketModels“ glänzte, konnte man in der Vitrine bei Wizards of the Coast das mächtige „Battle of Hoth Scenario Pack“ für ihr „Star Wars Miniature Game“ bestaunen. Wir haben eine der Boxen für euch ausgepackt.
von Frank Stein
Auf den ersten Blick sprechen zwei Verkaufsargumente für das „Battle of Hoth Scenario Pack“. Zum einen kommt die prächtige Pappbox ungleich großformatiger daher als das Konkurrenzprodukt, zum anderen kann man dank Klarsichtfront den kompletten Inhalt in voller Aktion bestaunen. Der Nachteil: Das Set kostet gut das Doppelte. Aber ich will hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, also lösen wir uns von dem anhaltenden Wettstreit der zwei Konzerne um die Gunst der „Star Wars“-Fans und betrachten das Produkt für sich stehend.
17 Miniaturen, ein doppelseitig bedruckter Spielplan, ein Würfel, Damage und Force Counters sowie ein aktuelles Regelwerk mit kleinem Szenarioteil sind in der Box enthalten. Also wirklich alles, was man zum Spielen braucht. 15 der 17 Figuren sind älteren Erweiterungen entnommen, zwei Figuren sind exklusiv: der „Blizzard Scout I“, eine weitere AT-ST Huge Figure, diesmal leicht eingeschneit und mit seitwärts gewandtem Cockpit, sowie „General Veers, Hologramm“, eine sehr coole, bläulich schimmernde Figur, die ihre Truppen befehlend ins Feld weist.
Die bereits existierenden Minis sind ein wohlfeile Mischung aus Commons, Uncommons und sogar diversen (Very) Rares. So finden sich in dem Set auf Seiten der Rebellion neben fünf Bodentruppen „Han Solo on Tauntaun“ (Alliance & Empire, VR), „Luke Skywalker on Tauntaun“ (Universe, R), „Hoth Trooper with Atgar Cannon“ (Champions of the Force, R) und „Princess Leia, Hoth Commander“ (Bounty Hunters, R). In der Ecke der Imperialen stehen neben drei Snowtroopern „Darth Vader, Imperial Commander“ (Alliance & Empire, VR) und der „Snowtrooper with E-Web Blaster“ (Champions of the Force, R).
Das Symbol auf der Base der Figuren ist natürlich dem Set angepasst, sodass sich am Sammlerwert der älteren Figuren nichts ändert. Spieler aber, die einfach nur die seltenen bis sehr seltenen Figuren ihr Eigen nennen möchten, ohne jeweils zehn bis fünfzehn Euro auf Ebay investieren zu wollen, erhalten hier die großartige Chance, alle im Komplettpaket zu erwerben. Da bekommen auch die empfohlenen 49,99 Euro Verkaufspreis irgendwie ihre Berechtigung. (Alleine zwei Huge Booster mit 14 Figuren würden ja schon knapp 40 Euro kosten – und die würden nicht vier Rares, zwei Very Rares und zwei Exclusives enthalten.)
Von den Punkten her sind die Teams ausgeglichen (Rebellen 171, Imperium 168), was vor allem dem 53-Punkte-Vader und dem 54-Punkte AT-ST geschuldet ist. Die Hoth Trooper und die Snowtrooper dienen dabei vor allem als Kanonenfutter, wenngleich die Rebellen dank dem weiblichen „Rebel Leader“ die Fähigkeit „Spotter +20“ bekommen, das heißt sie geben einem Angreifer auf ein Ziel innerhalb 6 Feldern 20 Schadenspunkte Bonus, wenn sie die Combine-Fire-Aktion nutzen. Nicht schlecht. Ähnlich kann man die Snowtrooper dank General Veers für eine „Fire Support Mission“ vorschieben. Der mutige Freiwillige macht in dem Fall 60 Punkte Schaden gegen ein feindliches Ziel und alle Charaktere im Umfeld von 2 Feldern. Heftig!
E-Web und Atgar Cannon heben sich in etwa gegenseitig auf, sodass am Ende Vader und der AT-ST gegen die drei Helden der Allianz und den Snowspeeder stehen. Die irre Geschwindigkeit des Snowspeeders, die ihn von Deckung zu Deckung huschen lassen, und Han Solos Fähigkeiten zu heilen kommen den Rebellen hier zugute. Auch Leias Commander Effect ist recht nett, bringt er doch mit 25%-Wahrscheinlichkeit Verbündete, die nicht unique sind, voll geheilt ins Spiel zurück, wenn sie eigentlich des Todes wären.
Ansonsten sähen die „Guten“ aber auch ziemlich alt aus gegen den Scout, der 120 Hitpoints, +10 Attack und 40 Schadenspunkte ins Feld wirft (von „Damage Reduction“ und „Twin Attack“ ganz zu schweigen). Den Vader zu knacken, erweist sich indes als noch schwerer. 140 Hitpoints, 23 Defense, +15 Attack und 20 Schadenspunkte sind Werte, die eines Dunklen Lords würdig sind. Dazu kommt ein Reigen von Force Powers und ein echt fieser Commander Effekt: „Trooper followers get +6 Defense“. Das hebt den Verteidigungswert des gemeinen Schneesoldaten mal lässig auf 22.
Zum übrigens Spielmaterial gibt es nicht mehr viel zu sagen. Die Regeln sind komplett, sofern man sie nur mit dem Scenario Pack einsetzt, aber der Glossar wurde auf die notwendigen Einträge beschränkt, sodass er in einem regulären Spiel nicht alle Fragen und Sonderfertigkeiten zu erklären vermag. Die zwei Szenarien sind sehr simpel gehalten und beschränken sich auf einen Töten-oder-getötet-werden-Konflikt, mal mit nur ein paar Soldaten, mal mit der ganzen im Set enthaltenen Truppe.
Der Spielplan zeigt auf der einen Seite einen Echo Base Outpost, um den es sich gut kämpfen lässt, und auf der anderen eine der Echo Base vorgeschobene Schneelandschaft mit einem kleinen Basiseingang und einer Verteidigungsstellung plus Kanonenturm. Diese Seite lässt sich prima etwa mit der Schneefläche im „AT-AT Colossal Pack“ zu einem großen Schlachtfeld kombinieren, hat aber den Nachteil, dass es kaum richtige Deckung gibt, sodass man über das gesamte Spielfeld schießen kann.
Fazit: Das „Battle of Hoth Scenario Pack“ kann als rundum erfreulich gepacktes Set gelten, das einen gut aufeinander abgestimmten Figurenmix aufweist und sowohl Einsteiger als auch gestandene Gamer zu begeistern vermag. Einsteiger erhalten zwei kleine, kampfstarke Armeen um die 170 Punkte, mit denen sie sofort ins Gefecht ziehen können. Gestandene Gamer (und hier gerade solche, denen die eine oder andere Rare- und Very-Rare-Figur noch fehlt), freuen sich über die relativ günstige Chance, die Lücken in ihrer Sammlung zu schließen. Und sammelnde Puristen… naja… die bekommen immerhin für ihre 50 Euro einen schicken Holo-Veers und einen brachialen Blizzard Scout.
PS: Dieses Set ist übrigens limitiert (okay… auf 20.000 Stück) und wird eigentlich nur in den USA verkauft. Wer hierzulande eins findet, sollte also nicht zu lange mit dem Kauf zögern!
Star Wars Miniatures: Battle of Hoth Scenario Pack
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast/Hasbro 2007
ISBN: 978-0-7869-4813-0
Box mit 17 Figuren, Stat-Cards, Spielplan, Würfel, Markern, Regeln, englisch
Preis: $ 49,99
von Frank Stein
Auf den ersten Blick sprechen zwei Verkaufsargumente für das „Battle of Hoth Scenario Pack“. Zum einen kommt die prächtige Pappbox ungleich großformatiger daher als das Konkurrenzprodukt, zum anderen kann man dank Klarsichtfront den kompletten Inhalt in voller Aktion bestaunen. Der Nachteil: Das Set kostet gut das Doppelte. Aber ich will hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, also lösen wir uns von dem anhaltenden Wettstreit der zwei Konzerne um die Gunst der „Star Wars“-Fans und betrachten das Produkt für sich stehend.
17 Miniaturen, ein doppelseitig bedruckter Spielplan, ein Würfel, Damage und Force Counters sowie ein aktuelles Regelwerk mit kleinem Szenarioteil sind in der Box enthalten. Also wirklich alles, was man zum Spielen braucht. 15 der 17 Figuren sind älteren Erweiterungen entnommen, zwei Figuren sind exklusiv: der „Blizzard Scout I“, eine weitere AT-ST Huge Figure, diesmal leicht eingeschneit und mit seitwärts gewandtem Cockpit, sowie „General Veers, Hologramm“, eine sehr coole, bläulich schimmernde Figur, die ihre Truppen befehlend ins Feld weist.
Die bereits existierenden Minis sind ein wohlfeile Mischung aus Commons, Uncommons und sogar diversen (Very) Rares. So finden sich in dem Set auf Seiten der Rebellion neben fünf Bodentruppen „Han Solo on Tauntaun“ (Alliance & Empire, VR), „Luke Skywalker on Tauntaun“ (Universe, R), „Hoth Trooper with Atgar Cannon“ (Champions of the Force, R) und „Princess Leia, Hoth Commander“ (Bounty Hunters, R). In der Ecke der Imperialen stehen neben drei Snowtroopern „Darth Vader, Imperial Commander“ (Alliance & Empire, VR) und der „Snowtrooper with E-Web Blaster“ (Champions of the Force, R).
Das Symbol auf der Base der Figuren ist natürlich dem Set angepasst, sodass sich am Sammlerwert der älteren Figuren nichts ändert. Spieler aber, die einfach nur die seltenen bis sehr seltenen Figuren ihr Eigen nennen möchten, ohne jeweils zehn bis fünfzehn Euro auf Ebay investieren zu wollen, erhalten hier die großartige Chance, alle im Komplettpaket zu erwerben. Da bekommen auch die empfohlenen 49,99 Euro Verkaufspreis irgendwie ihre Berechtigung. (Alleine zwei Huge Booster mit 14 Figuren würden ja schon knapp 40 Euro kosten – und die würden nicht vier Rares, zwei Very Rares und zwei Exclusives enthalten.)
Von den Punkten her sind die Teams ausgeglichen (Rebellen 171, Imperium 168), was vor allem dem 53-Punkte-Vader und dem 54-Punkte AT-ST geschuldet ist. Die Hoth Trooper und die Snowtrooper dienen dabei vor allem als Kanonenfutter, wenngleich die Rebellen dank dem weiblichen „Rebel Leader“ die Fähigkeit „Spotter +20“ bekommen, das heißt sie geben einem Angreifer auf ein Ziel innerhalb 6 Feldern 20 Schadenspunkte Bonus, wenn sie die Combine-Fire-Aktion nutzen. Nicht schlecht. Ähnlich kann man die Snowtrooper dank General Veers für eine „Fire Support Mission“ vorschieben. Der mutige Freiwillige macht in dem Fall 60 Punkte Schaden gegen ein feindliches Ziel und alle Charaktere im Umfeld von 2 Feldern. Heftig!
E-Web und Atgar Cannon heben sich in etwa gegenseitig auf, sodass am Ende Vader und der AT-ST gegen die drei Helden der Allianz und den Snowspeeder stehen. Die irre Geschwindigkeit des Snowspeeders, die ihn von Deckung zu Deckung huschen lassen, und Han Solos Fähigkeiten zu heilen kommen den Rebellen hier zugute. Auch Leias Commander Effect ist recht nett, bringt er doch mit 25%-Wahrscheinlichkeit Verbündete, die nicht unique sind, voll geheilt ins Spiel zurück, wenn sie eigentlich des Todes wären.
Ansonsten sähen die „Guten“ aber auch ziemlich alt aus gegen den Scout, der 120 Hitpoints, +10 Attack und 40 Schadenspunkte ins Feld wirft (von „Damage Reduction“ und „Twin Attack“ ganz zu schweigen). Den Vader zu knacken, erweist sich indes als noch schwerer. 140 Hitpoints, 23 Defense, +15 Attack und 20 Schadenspunkte sind Werte, die eines Dunklen Lords würdig sind. Dazu kommt ein Reigen von Force Powers und ein echt fieser Commander Effekt: „Trooper followers get +6 Defense“. Das hebt den Verteidigungswert des gemeinen Schneesoldaten mal lässig auf 22.
Zum übrigens Spielmaterial gibt es nicht mehr viel zu sagen. Die Regeln sind komplett, sofern man sie nur mit dem Scenario Pack einsetzt, aber der Glossar wurde auf die notwendigen Einträge beschränkt, sodass er in einem regulären Spiel nicht alle Fragen und Sonderfertigkeiten zu erklären vermag. Die zwei Szenarien sind sehr simpel gehalten und beschränken sich auf einen Töten-oder-getötet-werden-Konflikt, mal mit nur ein paar Soldaten, mal mit der ganzen im Set enthaltenen Truppe.
Der Spielplan zeigt auf der einen Seite einen Echo Base Outpost, um den es sich gut kämpfen lässt, und auf der anderen eine der Echo Base vorgeschobene Schneelandschaft mit einem kleinen Basiseingang und einer Verteidigungsstellung plus Kanonenturm. Diese Seite lässt sich prima etwa mit der Schneefläche im „AT-AT Colossal Pack“ zu einem großen Schlachtfeld kombinieren, hat aber den Nachteil, dass es kaum richtige Deckung gibt, sodass man über das gesamte Spielfeld schießen kann.
Fazit: Das „Battle of Hoth Scenario Pack“ kann als rundum erfreulich gepacktes Set gelten, das einen gut aufeinander abgestimmten Figurenmix aufweist und sowohl Einsteiger als auch gestandene Gamer zu begeistern vermag. Einsteiger erhalten zwei kleine, kampfstarke Armeen um die 170 Punkte, mit denen sie sofort ins Gefecht ziehen können. Gestandene Gamer (und hier gerade solche, denen die eine oder andere Rare- und Very-Rare-Figur noch fehlt), freuen sich über die relativ günstige Chance, die Lücken in ihrer Sammlung zu schließen. Und sammelnde Puristen… naja… die bekommen immerhin für ihre 50 Euro einen schicken Holo-Veers und einen brachialen Blizzard Scout.
PS: Dieses Set ist übrigens limitiert (okay… auf 20.000 Stück) und wird eigentlich nur in den USA verkauft. Wer hierzulande eins findet, sollte also nicht zu lange mit dem Kauf zögern!
Star Wars Miniatures: Battle of Hoth Scenario Pack
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast/Hasbro 2007
ISBN: 978-0-7869-4813-0
Box mit 17 Figuren, Stat-Cards, Spielplan, Würfel, Markern, Regeln, englisch
Preis: $ 49,99
Freitag, 23. November 2007
Star Wars Miniatures: The Force Unleashed
Die Klonkriege sind vorbei und das Imperium konsolidiert seine Macht über die Galaxis. In dieser dunklen Zeit nimmt sich Darth Vader, selbst er vor wenigen Monaten zur Dunklen Seite der Macht konvertiert, im Geheimen einen Schüler, der ihm bei der Jagd auf die letzten Jedi behilflich sein soll. Gemeinsam entfesseln sie die Macht wie nie zuvor: in „The Force Unleashed“, dem neusten „Star Wars“-Multimediaprojekt, das uns im Frühjahr 2008 ins Haus steht. Zur Einstimmung gibt es jetzt schon mal die Miniaturen der Wizards of the Coast.
von Frank Stein
Man kann über das „Star Wars“-Universum sagen, was man will – seine Marketingstrategen sind jedenfalls Meister ihres Fachs. In anderen Franchises darf man sich freuen, wenn man mal das Buch zum Film oder den Comic oder den Soundtrack bekommt. Bei „Star Wars“ durfte es dagegen immer schon ein bisschen mehr sein. Über die Flut von Merchandise-Produkten, die in den letzten 30 Jahren über die Fans hinweggespült ist, will ich gar nicht viele Worte verlieren. Faszinierend ist allerdings, dass die gesamte Marketingmaschinerie dabei immer wieder besonderen „historischen Abschnitten“ der Saga untergeordnet wurde.
Dies fing 1996 mit „Schatten des Imperiums“ an, einem Multimediaprojekt, das praktisch ein komplettes Set begleitender Merchandise-Produkte zu einem Film enthielt (Soundtrack, Roman, Comic, Sammelkarten, Videospiel, Actionfiguren), nur dass es keinen Film gab! Ähnlich wurden die Handlungskomplexe des Yuuzhan-Vong-Kriegs, mit seiner 19-bändigen Romanreihe „Das Erbe der Jedi-Ritter“ im Zentrum, sowie der Klonkriege, dessen Produktpalette sich um zwei Zeichentrickserien gruppierte, aufgezogen.
Für 2008 nun ist ein neues Mega-Projekt angekündigt: „The Force Unleashed“. Eigentlich sollte die Geschichte um den geheimen Schüler Darth Vaders, der in den Jahren nach den Klonkriegen auf Jagd nach den letzten Jedi geht, bereits zum 30-jährigen Jubliäum der Saga erscheinen, doch die Produktion des – ersten Previews zufolge – sensationellen Videospiels zog sich in die Länge und so kommt die Lawine erst im nächsten Frühjahr richtig ins Rollen.
Einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, bieten allerdings die Wizards of the Coast mit ihrer neusten Erweiterung für das „Star Wars Miniatures Game“. Diese trägt nämlich auch den Namen „The Force Unleashed“ und enthält unter anderem alle wichtigen neuen Charaktere des Multimedia-Projekts als spielbare Miniaturen. 60 neue Minis stehen insgesamt zur Auswahl, die einmal mehr in Huge Boostern verkauft werden, also Booster-Packs, die neben sechs kleinen Figuren auch eine größere – im vorliegenden Fall etwa einen „Felucian Warrior on Rancor“ oder „Luke’s Snowspeeder“ enthält.
Die Mischung scheint mir diesmal wirklich gut gelungen und dürfte viele Fans finden. Zum einen enthält das Set 15 Figuren der neuen Geschichte, darunter natürlich „Vader’s Apprentice“ (einmal als Bad Boy und einmal zur lichten Seite der Macht konvertiert), ebenso wie seine Gefährten, den Holoroboter PROXY und die imperiale Pilotin Juno Eclipse (interessanterweise der Rebellenfraktion zugeordnet). Weiterhin sind der Jedi-Meister Rahm Kota vertreten wie auch die sexy Jedi-Ritterin Maris Brood, deren ganz eigene Stellung zwischen den galaktischen Fronten sie zum Fringe-Character im Spielset machten.
Daneben ist der Film „Das Imperium schlägt zurück“ in dem Set sehr stark vertreten. „Chewbacca of Hoth“, „Han Solo of Hoth“ und „Luke Skywalker, Hoth Pilot Unleashed“ leiten die Geschichte mit den Geschehnissen auf der Eiswelt ein. Passend dazu gibt es etwa die „Golan Arms DF.9 Anti-Infantry Battery“, den „Hoth Trooper with Repeating Blaster Cannon“, „K-3PO“ oder den „Rebel Trooper on Tauntaun“. Auf Seiten des Imperiums stehen „Admiral Ozzel“, ein „AT-AT Driver“ und ein neuer „Snowtrooper“.
Auf Dagobah sehen sich dann „Luke Skywalker and Yoda“ beispielweise der sehr cool modellierten (und gefährlichen!) „Knobby White Spider“ gegenüber. Die Figuren „Mynock“ und „Star Destroyer Officer“ stehen für Hans und Leias Flucht vor dem Imperium. Bespin ist schließlich mit Figuren wie „Han Solo in Carbonite“, „Princess Leia of Cloud City“, dem „Ugnaught Tech“ oder dem „Cloud Car Pilot“ thematisch vertreten.
Zu den Highlights gehören für mich indes einige der sonstigen Expanded-Universe-Figuren, die „The Force Unleashed“ abrunden: „Darth Revan“ ist ein ultramächtiger 88-Punkte-Sith aus „Knights of the Old Republic“, Garm Bel Iblis der fähige corellianische General aus der Zeit der Neuen Republik. Sehr coole Varianten imperialer Soldaten finden sich schließlich in dem „Evo Trooper“, dem „Raxus Prime Trooper“, dem „Felucian Stormtrooper Officer“ und einem neuen „Dark Trooper“.
Optisch vermögen die mir vorliegenden Minis durchaus zu überzeugen. Natürlich gibt es hier und da mal Pinselausrutscher und gelegentlich liegt ein Auge auf der Nase einer bedauernswerten Figur. Überwiegend aber gehören Guss und Bemalung zum gehobenen Feld der Pre-Painted-Minis – mein „Evo Trooper“ mit den roten Zierstreifen an den Beinen, den silbernen Granaten und Schulterteilen sowie dem schwarzen Anzug unter der weißen Rüstung sieht beispielsweise richtig fesch aus.
Auch hinsichtlich der Spielmechanismen hat sich einiges getan. Elf neue Special Abilities erweitern das Spektrum der Möglichkeiten, darunter „Tactics Broker“, das einem nach Opfern einer Spielfigur den automatischen Gewinn der Initiative erlaubt, und „Diplomat“, das einer Spielfigur diplomatische Immunität verleiht (sie kann nicht angegriffen werden). Richtig hart sind die neuen „Unleashed Force Powers“, die für zwei bis fünf Force Points („Force Renewal“ bekommt hier einen ganz neuen Stellenwert!) machtvolle Effekte erzielen, mit „Force Lightning 5“ etwa 60 Schadenspunkte plus Stun gegen drei benachbarte Ziele anrichten oder mit „Force Repulse 3“ allen Figuren in bis zu drei Feldern Entfernung 30 Schadenspunkte plus Stun plus ein bis drei Felder Wegschleudern verpassen. Teuer, zugegeben, aber heftig!
Fazit: Obwohl es manchen Fan (mit Recht) nerven mag, auch in dieser Erweiterung wieder Miniaturen von Luke, Han, Leia, Chewie und Darth Vader zu finden, gehört „The Force Unleashed“ definitiv zu den Highlights unter den Erweiterungen für das „Star Wars Miniatures Game“. Die starke Konzentration auf Rebels, Imperials und Fringe sowie die coole Mischung aus „Unleashed“-, „Imperium“- und „Expanded Universe“-Figuren machen das Set insbesondere für alle attraktiv, die sich nicht so sehr mit den Prequel-Kinofilmen anfreunden konnten. Jeder, der sich für „Star Wars“ interessiert, um das Miniaturen-Spiel aber bislang einen Bogen gemacht hat, sollte sich überlegen, ob er nicht doch einen Blick riskieren will. Düsterer und cooler wird’s nimmer!
Star Wars Miniatures: The Force Unleashed
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast/Hasbro 2007
ISBN: 978-0-7869-4094-3
Huge Booster mit 6 Figuren + 1 Großfigur und Stat-Cards
Preis: $ 21,99
von Frank Stein
Man kann über das „Star Wars“-Universum sagen, was man will – seine Marketingstrategen sind jedenfalls Meister ihres Fachs. In anderen Franchises darf man sich freuen, wenn man mal das Buch zum Film oder den Comic oder den Soundtrack bekommt. Bei „Star Wars“ durfte es dagegen immer schon ein bisschen mehr sein. Über die Flut von Merchandise-Produkten, die in den letzten 30 Jahren über die Fans hinweggespült ist, will ich gar nicht viele Worte verlieren. Faszinierend ist allerdings, dass die gesamte Marketingmaschinerie dabei immer wieder besonderen „historischen Abschnitten“ der Saga untergeordnet wurde.
Dies fing 1996 mit „Schatten des Imperiums“ an, einem Multimediaprojekt, das praktisch ein komplettes Set begleitender Merchandise-Produkte zu einem Film enthielt (Soundtrack, Roman, Comic, Sammelkarten, Videospiel, Actionfiguren), nur dass es keinen Film gab! Ähnlich wurden die Handlungskomplexe des Yuuzhan-Vong-Kriegs, mit seiner 19-bändigen Romanreihe „Das Erbe der Jedi-Ritter“ im Zentrum, sowie der Klonkriege, dessen Produktpalette sich um zwei Zeichentrickserien gruppierte, aufgezogen.
Für 2008 nun ist ein neues Mega-Projekt angekündigt: „The Force Unleashed“. Eigentlich sollte die Geschichte um den geheimen Schüler Darth Vaders, der in den Jahren nach den Klonkriegen auf Jagd nach den letzten Jedi geht, bereits zum 30-jährigen Jubliäum der Saga erscheinen, doch die Produktion des – ersten Previews zufolge – sensationellen Videospiels zog sich in die Länge und so kommt die Lawine erst im nächsten Frühjahr richtig ins Rollen.
Einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, bieten allerdings die Wizards of the Coast mit ihrer neusten Erweiterung für das „Star Wars Miniatures Game“. Diese trägt nämlich auch den Namen „The Force Unleashed“ und enthält unter anderem alle wichtigen neuen Charaktere des Multimedia-Projekts als spielbare Miniaturen. 60 neue Minis stehen insgesamt zur Auswahl, die einmal mehr in Huge Boostern verkauft werden, also Booster-Packs, die neben sechs kleinen Figuren auch eine größere – im vorliegenden Fall etwa einen „Felucian Warrior on Rancor“ oder „Luke’s Snowspeeder“ enthält.
Die Mischung scheint mir diesmal wirklich gut gelungen und dürfte viele Fans finden. Zum einen enthält das Set 15 Figuren der neuen Geschichte, darunter natürlich „Vader’s Apprentice“ (einmal als Bad Boy und einmal zur lichten Seite der Macht konvertiert), ebenso wie seine Gefährten, den Holoroboter PROXY und die imperiale Pilotin Juno Eclipse (interessanterweise der Rebellenfraktion zugeordnet). Weiterhin sind der Jedi-Meister Rahm Kota vertreten wie auch die sexy Jedi-Ritterin Maris Brood, deren ganz eigene Stellung zwischen den galaktischen Fronten sie zum Fringe-Character im Spielset machten.
Daneben ist der Film „Das Imperium schlägt zurück“ in dem Set sehr stark vertreten. „Chewbacca of Hoth“, „Han Solo of Hoth“ und „Luke Skywalker, Hoth Pilot Unleashed“ leiten die Geschichte mit den Geschehnissen auf der Eiswelt ein. Passend dazu gibt es etwa die „Golan Arms DF.9 Anti-Infantry Battery“, den „Hoth Trooper with Repeating Blaster Cannon“, „K-3PO“ oder den „Rebel Trooper on Tauntaun“. Auf Seiten des Imperiums stehen „Admiral Ozzel“, ein „AT-AT Driver“ und ein neuer „Snowtrooper“.
Auf Dagobah sehen sich dann „Luke Skywalker and Yoda“ beispielweise der sehr cool modellierten (und gefährlichen!) „Knobby White Spider“ gegenüber. Die Figuren „Mynock“ und „Star Destroyer Officer“ stehen für Hans und Leias Flucht vor dem Imperium. Bespin ist schließlich mit Figuren wie „Han Solo in Carbonite“, „Princess Leia of Cloud City“, dem „Ugnaught Tech“ oder dem „Cloud Car Pilot“ thematisch vertreten.
Zu den Highlights gehören für mich indes einige der sonstigen Expanded-Universe-Figuren, die „The Force Unleashed“ abrunden: „Darth Revan“ ist ein ultramächtiger 88-Punkte-Sith aus „Knights of the Old Republic“, Garm Bel Iblis der fähige corellianische General aus der Zeit der Neuen Republik. Sehr coole Varianten imperialer Soldaten finden sich schließlich in dem „Evo Trooper“, dem „Raxus Prime Trooper“, dem „Felucian Stormtrooper Officer“ und einem neuen „Dark Trooper“.
Optisch vermögen die mir vorliegenden Minis durchaus zu überzeugen. Natürlich gibt es hier und da mal Pinselausrutscher und gelegentlich liegt ein Auge auf der Nase einer bedauernswerten Figur. Überwiegend aber gehören Guss und Bemalung zum gehobenen Feld der Pre-Painted-Minis – mein „Evo Trooper“ mit den roten Zierstreifen an den Beinen, den silbernen Granaten und Schulterteilen sowie dem schwarzen Anzug unter der weißen Rüstung sieht beispielsweise richtig fesch aus.
Auch hinsichtlich der Spielmechanismen hat sich einiges getan. Elf neue Special Abilities erweitern das Spektrum der Möglichkeiten, darunter „Tactics Broker“, das einem nach Opfern einer Spielfigur den automatischen Gewinn der Initiative erlaubt, und „Diplomat“, das einer Spielfigur diplomatische Immunität verleiht (sie kann nicht angegriffen werden). Richtig hart sind die neuen „Unleashed Force Powers“, die für zwei bis fünf Force Points („Force Renewal“ bekommt hier einen ganz neuen Stellenwert!) machtvolle Effekte erzielen, mit „Force Lightning 5“ etwa 60 Schadenspunkte plus Stun gegen drei benachbarte Ziele anrichten oder mit „Force Repulse 3“ allen Figuren in bis zu drei Feldern Entfernung 30 Schadenspunkte plus Stun plus ein bis drei Felder Wegschleudern verpassen. Teuer, zugegeben, aber heftig!
Fazit: Obwohl es manchen Fan (mit Recht) nerven mag, auch in dieser Erweiterung wieder Miniaturen von Luke, Han, Leia, Chewie und Darth Vader zu finden, gehört „The Force Unleashed“ definitiv zu den Highlights unter den Erweiterungen für das „Star Wars Miniatures Game“. Die starke Konzentration auf Rebels, Imperials und Fringe sowie die coole Mischung aus „Unleashed“-, „Imperium“- und „Expanded Universe“-Figuren machen das Set insbesondere für alle attraktiv, die sich nicht so sehr mit den Prequel-Kinofilmen anfreunden konnten. Jeder, der sich für „Star Wars“ interessiert, um das Miniaturen-Spiel aber bislang einen Bogen gemacht hat, sollte sich überlegen, ob er nicht doch einen Blick riskieren will. Düsterer und cooler wird’s nimmer!
Star Wars Miniatures: The Force Unleashed
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast/Hasbro 2007
ISBN: 978-0-7869-4094-3
Huge Booster mit 6 Figuren + 1 Großfigur und Stat-Cards
Preis: $ 21,99
Samstag, 8. September 2007
Star Wars Miniatures: Rebels and Imperials
Das „Star Wars Miniatures“-Tabletop-Spiel ist keineswegs neu auf dem Markt: sieben reguläre Sets, zwei Action Packs, drei Ultimate Mission Books und die Weltraumerweiterung „Starship Battles“ halten seit 2004 die Fans bei Laune. Doch mancher Neuling mag vor der Fülle an Spielfiguren stehen, wie der Farmer von Tatooine vor dem Monument Plaza von Coruscant. So viel Auswahl, wo bloß beginnen? Für den kleinen Einstieg und den kleineren Geldbeutel bringen die Wizards of the Coast daher nun „Rebels and Imperials“, ein Einsteigerset, um neue Spieler zu begeistern.
von Frank Stein
„Star Wars Miniatures“-Veteranen ein Wort zur Warnung vorab: Dieses Set ist nicht für euch gemacht. Denn mal abgesehen von einem aktuellen (und sehr schicken) Regelheft und zwei neuen Spielplänen im Starter-Set dieser Erweiterung bietet „Rebels and Imperials“ absolut nichts, was ihr nicht schon im Regal stehen habt. Die 24 Figuren, die das Set bilden und die – wohl als Konzession an die größere Beliebtheit der klassischen Trilogie – ausschließlich aus namhaften Helden und Schurken, sowie ein bissl Kanonenfutter, der Fraktionen Rebellenallianz und Imperium bestehen, sind durch die Bank Repacks aus früheren Sets, etwa „Rebel Storm“, „Universe“ und „Champions of the Force“. Für passionierte Sammler sind also gerade die 2-Figuren-Booster völlig uninteressant, zumal sie nicht einmal sicher eine Rare-Figur enthalten, sondern oft genug auch nur eine Common und eine Uncommon!
Ein paar Worte für Einsteiger
Okay, angenommen, ihr seid neu dabei: Was erwartet euch dann? Das „Star Wars Miniaturs“-Tabletop-Spiel ist ein Spiel, das man zu zweit oder mehreren mit vorbemalten Miniaturen aus dem „Star Wars“-Universum spielt. Im vorliegenden Set finden sich darunter Helden wie Luke Skywalker, Han Solo und Leia Organa, Schurken wie Darth Vader, General Veers und Boba Fett und namenlose Fußtruppen wie der Rebel Trooper, der Stormtrooper, der Elite Hoth Trooper und der Imperial Officer. Jede Figur besitzt eine Stat-Card mit ihren Werten (Hit Points, Defense, Attack, Damage) sowie Special Abilities, also Sonderfertigkeiten, die das Spiel erst richtig interessant machen. Je nach Spielstärke (ein Rebel Heavy Trooper hat die Werte 10/12/+6/30, Darth Vader dagegen 140/21/+14/20) kosten die Figuren unterschiedlich viel, um sie in die eigene Armeeaufstellung reinzunehmen – wobei Armee das falsche Wort ist. Normalerweise hat jeder Spieler zwischen 6 und 15 Figuren auf dem Spielplan; mehr sind eigentlich nur in größeren Szenarien zu finden.
Das Spiel selbst verläuft eigentlich wie fast alle anderen Tabletop-Spiele auch. Die Spieler würfeln zu Beginn aus, wer anfangen darf, dann teilen sie abwechselnd je zweien ihrer Figuren Aktionen zu, die normalerweise aus Bewegung und Angriff bestehen, aber auch – je nach Special Abilities – den Einsatz der Macht, Reparieren, Heilen und mehr umfassen können. Ziel des Spiels ist es für gewöhnlich, alle Figuren des Gegners zu besiegen, indem man ihnen über den regulären Angriff – würfle einen 20-seitigen Würfel, addiere den Attack-Wert und mögliche Boni; das Ergebnis muss über dem Defense-Wert des Ziels liegen – oder über Sonderfertigkeiten so viel Schaden zufügt, dass der jeweilige Hitpoint-Wert erreicht oder übertroffen wird. Alternative Siegbedingungen können sich aus Szenarien ergeben, von denen vor allem in den „Ultimate Mission Books“ zahlreiche zu finden sind.
SWM light
Das „Rebels and Imperials“-Set ist gewissermaßen „Star Wars Miniatures“ in der Light-Version. Statt 60 Figuren pro Erweiterung sind nur 24 drin (was das Sammeln erleichtert), statt 7 Figuren im Booster, findet man hier nur 2 (ob das gut oder schlecht ist, soll mir ein Statistiker sagen) und das Starter-Set, das erste seit „Revenge of the Sith“ vom Frühjahr 2005, enthält alles, was man für den Einstieg braucht: einen großformatigen, vierfarbigen, doppelseitig bedruckten Spielplan, der einmal das Valley of the Dark Lords auf Korriban und einmal eine Imperial Base zeigt, ferner die Grundregeln in der neusten Version, einen 20-seitigen Würfel, Damage- und Force-Counters sowie sechs vorsortierte Figürchen (Obi-Wan Kenobi, Rebel Captain, Rebel Heavy Trooper, Darth Vader, Elite Stormtrooper, Heavy Stormtrooper).
Während ich das Starter-Set eigentlich jedem empfehlen kann, der „Star Wars Miniatures“ spielt – nicht zuletzt das neue Regelwerk und die zwei neuen Spielpläne machen es auch für Veteranen lohnenswert –, würde ich vom Kauf der Booster im Gegenzug eigentlich jedem abraten. Denn bei den 2-Figuren-Boostern läuft man einfach Gefahr, ständig nur Commons und Uncommons zu ziehen (mir jetzt bei vier Boostern in Folge passiert), und gleichzeitig ist die Figurenauswahl auch nicht besonders hoch, sodass man in einem Fort die gleichen Figuren unter der schwarzen Darth-Vader-Plastikmaske hervorzaubert. Ein normaler Booster aus den regulären Erweiterungen mag zwar mit ca. 12 Euro absolut teurer sein, relativ aber (immerhin sind 7 Figuren enthalten) ist er sogar billiger und zudem befindet sich garantiert eine Rare-Figur drin – und man hat mit zwei bis drei Boostern auch gleich ein wenig Abwechslung im Spiel.
Fazit: „Rebels and Imperials“ ist ein neues Set für das „Star Wars Miniatures“-Tabletop-Spiel, das sich explizit an Einsteiger richtet. Als reiner Repack bereits existierender Figuren für gestandene Kämpen eher uninteressant, ist zumindest das Starter-Set sehr schön gelungen. Die 2-Figuren-Booster hingegen sind eher eine Risiko-Investition, da man nie sagen kann, ob für das Geld auch eine der begehrten Rare-Miniaturen gefunden wird. Der Kauf normaler „Rebel Storm“-Booster – im Netz eigentlich noch überall erhältlich – ist hier deutlich sinnvoller.
Star Wars Miniatures: Rebels and Imperials
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast/Hasbro 2007
ISBN: 978-0-7869-4739-3 (Starter) / 978-0-7869-4805-5 (Booster)
Preis:$ 14,99 (Starter) / $ 4,99 (Booster)
von Frank Stein
„Star Wars Miniatures“-Veteranen ein Wort zur Warnung vorab: Dieses Set ist nicht für euch gemacht. Denn mal abgesehen von einem aktuellen (und sehr schicken) Regelheft und zwei neuen Spielplänen im Starter-Set dieser Erweiterung bietet „Rebels and Imperials“ absolut nichts, was ihr nicht schon im Regal stehen habt. Die 24 Figuren, die das Set bilden und die – wohl als Konzession an die größere Beliebtheit der klassischen Trilogie – ausschließlich aus namhaften Helden und Schurken, sowie ein bissl Kanonenfutter, der Fraktionen Rebellenallianz und Imperium bestehen, sind durch die Bank Repacks aus früheren Sets, etwa „Rebel Storm“, „Universe“ und „Champions of the Force“. Für passionierte Sammler sind also gerade die 2-Figuren-Booster völlig uninteressant, zumal sie nicht einmal sicher eine Rare-Figur enthalten, sondern oft genug auch nur eine Common und eine Uncommon!
Ein paar Worte für Einsteiger
Okay, angenommen, ihr seid neu dabei: Was erwartet euch dann? Das „Star Wars Miniaturs“-Tabletop-Spiel ist ein Spiel, das man zu zweit oder mehreren mit vorbemalten Miniaturen aus dem „Star Wars“-Universum spielt. Im vorliegenden Set finden sich darunter Helden wie Luke Skywalker, Han Solo und Leia Organa, Schurken wie Darth Vader, General Veers und Boba Fett und namenlose Fußtruppen wie der Rebel Trooper, der Stormtrooper, der Elite Hoth Trooper und der Imperial Officer. Jede Figur besitzt eine Stat-Card mit ihren Werten (Hit Points, Defense, Attack, Damage) sowie Special Abilities, also Sonderfertigkeiten, die das Spiel erst richtig interessant machen. Je nach Spielstärke (ein Rebel Heavy Trooper hat die Werte 10/12/+6/30, Darth Vader dagegen 140/21/+14/20) kosten die Figuren unterschiedlich viel, um sie in die eigene Armeeaufstellung reinzunehmen – wobei Armee das falsche Wort ist. Normalerweise hat jeder Spieler zwischen 6 und 15 Figuren auf dem Spielplan; mehr sind eigentlich nur in größeren Szenarien zu finden.
Das Spiel selbst verläuft eigentlich wie fast alle anderen Tabletop-Spiele auch. Die Spieler würfeln zu Beginn aus, wer anfangen darf, dann teilen sie abwechselnd je zweien ihrer Figuren Aktionen zu, die normalerweise aus Bewegung und Angriff bestehen, aber auch – je nach Special Abilities – den Einsatz der Macht, Reparieren, Heilen und mehr umfassen können. Ziel des Spiels ist es für gewöhnlich, alle Figuren des Gegners zu besiegen, indem man ihnen über den regulären Angriff – würfle einen 20-seitigen Würfel, addiere den Attack-Wert und mögliche Boni; das Ergebnis muss über dem Defense-Wert des Ziels liegen – oder über Sonderfertigkeiten so viel Schaden zufügt, dass der jeweilige Hitpoint-Wert erreicht oder übertroffen wird. Alternative Siegbedingungen können sich aus Szenarien ergeben, von denen vor allem in den „Ultimate Mission Books“ zahlreiche zu finden sind.
SWM light
Das „Rebels and Imperials“-Set ist gewissermaßen „Star Wars Miniatures“ in der Light-Version. Statt 60 Figuren pro Erweiterung sind nur 24 drin (was das Sammeln erleichtert), statt 7 Figuren im Booster, findet man hier nur 2 (ob das gut oder schlecht ist, soll mir ein Statistiker sagen) und das Starter-Set, das erste seit „Revenge of the Sith“ vom Frühjahr 2005, enthält alles, was man für den Einstieg braucht: einen großformatigen, vierfarbigen, doppelseitig bedruckten Spielplan, der einmal das Valley of the Dark Lords auf Korriban und einmal eine Imperial Base zeigt, ferner die Grundregeln in der neusten Version, einen 20-seitigen Würfel, Damage- und Force-Counters sowie sechs vorsortierte Figürchen (Obi-Wan Kenobi, Rebel Captain, Rebel Heavy Trooper, Darth Vader, Elite Stormtrooper, Heavy Stormtrooper).
Während ich das Starter-Set eigentlich jedem empfehlen kann, der „Star Wars Miniatures“ spielt – nicht zuletzt das neue Regelwerk und die zwei neuen Spielpläne machen es auch für Veteranen lohnenswert –, würde ich vom Kauf der Booster im Gegenzug eigentlich jedem abraten. Denn bei den 2-Figuren-Boostern läuft man einfach Gefahr, ständig nur Commons und Uncommons zu ziehen (mir jetzt bei vier Boostern in Folge passiert), und gleichzeitig ist die Figurenauswahl auch nicht besonders hoch, sodass man in einem Fort die gleichen Figuren unter der schwarzen Darth-Vader-Plastikmaske hervorzaubert. Ein normaler Booster aus den regulären Erweiterungen mag zwar mit ca. 12 Euro absolut teurer sein, relativ aber (immerhin sind 7 Figuren enthalten) ist er sogar billiger und zudem befindet sich garantiert eine Rare-Figur drin – und man hat mit zwei bis drei Boostern auch gleich ein wenig Abwechslung im Spiel.
Fazit: „Rebels and Imperials“ ist ein neues Set für das „Star Wars Miniatures“-Tabletop-Spiel, das sich explizit an Einsteiger richtet. Als reiner Repack bereits existierender Figuren für gestandene Kämpen eher uninteressant, ist zumindest das Starter-Set sehr schön gelungen. Die 2-Figuren-Booster hingegen sind eher eine Risiko-Investition, da man nie sagen kann, ob für das Geld auch eine der begehrten Rare-Miniaturen gefunden wird. Der Kauf normaler „Rebel Storm“-Booster – im Netz eigentlich noch überall erhältlich – ist hier deutlich sinnvoller.
Star Wars Miniatures: Rebels and Imperials
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast/Hasbro 2007
ISBN: 978-0-7869-4739-3 (Starter) / 978-0-7869-4805-5 (Booster)
Preis:$ 14,99 (Starter) / $ 4,99 (Booster)
Montag, 28. Mai 2007
Star Wars Miniatures: Starship Battles
Das „Star Wars Miniatures Game“ existiert schon seit Jahren und hat mit dem Set zum 30-jährigen „Star Wars“-Jubiläum, „Alliance & Empire“, soeben seine sechste reguläre Erweiterung erhalten. Letztes Jahr erschien dann ein Ableger zu dem abwechslungsreichen Figurenkampfspiel: „Starship Battles“ trägt die Konflikte hinauf ins All.
von Frank Stein
Auf den ersten Blick klingt das Spiel wie der real gewordene Plastikwunschtraum eines jeden „Star Wars“-Fans: Raumschlachten im „Star Wars“-Universum. Sternenzerstörer gegen Nebulon-B-Fregatten, X-Wings gegen TIE-Fighter, ARC-170 Sternenjäger gegen Droidenkontrollschiffe der Handelsföderation und dazwischen die namhaften, schnellen, kleinen Schiffe unserer Helden: der Millennium Falke, die Wilde Karde, Prinz Xizors Virago und Darth Vaders TIE-Advanced x1.
Doch die erste Vorfreude wich ein wenig der Ernüchterung: kaum eines der kleinen, an sich sehr schnuckligen Raumschiffmodelle, das nicht auf die eine oder andere Art verbogen gewesen wäre. Die Regeln erwiesen sich zudem als stellenweise nicht ganz eindeutig und den Schlachten schien es schlicht an taktischer Finesse zu fehlen. Um es mit Lando zu sagen: So hatten wir uns dieses Geschäft wirklich nicht vorgestellt.
Doch wie es bei vielen Dingen der Fall ist, sollte man sich weder von seiner Vorschussbegeisterung noch von seiner Anschlussernüchterung leiten lassen, sondern einem Spiel die Chance geben, sich im Geiste des Fans zu setzen. Nachdem dies nun der Fall ist, wollen wir uns „Starship Battles“ etwas näher anschauen.
Fakten, Fakten, Fakten
Das Grundset umfasst 60 Raumschiffe – 30 der „Light Side“ (wozu Republik und Allianz zählen) und 30 der „Dark Side“ (also Separatisten und Imperium) – und man kann es in Form eines Starter Sets und von Huge Boostern erwerben. Dabei kostet das Starter Set etwa 40 Dollar, die Huge Booster schlagen mit etwa 20 Dollar zu Buche.
Das Starter Set enthält alles, was man grundsätzlich braucht (ich sage absichtlich nicht, „was man zum Spielen braucht“, denn das stimmt so leider nicht): das Regelwerk, eine doppelseitige Weltraumkarte (einmal mit Coruscant, einmal mit Tatooine am Kartenrand), 2 Fleet Commander Sheets, 10 vorbemalte Plastikraumschiffe (darunter die zwei exklusiven Superkampfschiffe „Super Star Destroyer Executor“ und „Mon Calamari Star Defender Viscount“), 10 Stat Cards für die Schiffe, Damage und Command Counters, einen 20-seitigen Würfel und eine Set Checklist. Die Huge Booster erweitern das Spielmaterial um jeweils 7 zusätzliche Raumschiffe mit ihren jeweiligen Stat Cards.
Es gibt drei Seltenheitsgrade: Common, Uncommon und Rare. Die Verteilung des Sets lautet 15 Commons, 21 Uncommons und 24 Rares, was nicht ganz fair erscheint, angesichts der zahlreichen größeren Modelle jedoch akzeptabel ist – abgesehen davon, dass man wirklich mehr Jäger braucht (die zumeist Common sind) als Großkampfschiffe. Erfreulicherweise wurde die als Geldmaschine dienende Stufe „Very Rare“ weggelassen, sodass ein Sammeln des Sets nicht ganz so utopisch und kostspielig ist – wenn man die Dinger denn sammeln möchte.
Das Spielprinzip
Das Spiel beginnt damit, dass jeder Mitspieler sich eine Flotte aus Schiffen zusammenstellt. Kampfstarke Schiffe kosten mehr Punkte, kleinere Einheiten, wie etwa Jäger, weniger. Nachdem die beiden Flotten stehen, startet das Spiel an den gegenüberliegenden Enden des Spielplans.
Grundsätzlich besteht eine Runde aus vier Phasen: Der Initiative, der Bewegung, dem Angriff und der Schadensphase. Während der Initiative würfeln die Spieler. Wer die höhere Zahl hat, bewegt seine Einheiten zuletzt und greift zuerst an, hat also einen deutlichen taktischen Vorteil (auch wenn alle Einheiten schießen können, bevor der Schaden verteilt wird – zerstörte Einheiten verlassen also erst mit dem Ende der Runde den Spielplan).
Die Schiffe können sich ihre „Größe“ in Feldern weit bewegen. Dabei existieren vier Größenordnungen: 4 (Jagdmaschinen), 3 (etwa Frachterklasse), 2 (Großkampfschiffe) und 1 (Superkampfschiffe – davon gibt es im Moment nur die Executor und die Viscout). Jäger müssen überhaupt keine Ausrichtung beachten, Frachter dürfen sich am Ende ihrer Bewegung ausrichten, Kampfschiffe dagegen dümpeln recht behäbig durchs All (was sich vor allem gegen Ende eines Gefechts, wenn die Jagdmaschinen die großen Brummer regelrecht umkreisen, bemerkbar macht). Als Sonderregel können Jäger andere Jäger nicht passieren, es sei denn, sie besitzen das Attribut „Interceptor“. Ansonsten müssen sie stoppen (werden sozusagen in einen Nahkampf verwickelt). Am Ende der Bewegung dürfen Jäger ausgeschleust werden – zu Beginn des Spiels sind sie alle im Hangar der größeren Schiffe.
In der Kampfphase geht man alle Waffensysteme durch, die man so hat, (angefangen mit den Point-Defense-Waffen der Großkampfschiffe gegen Jäger) und versucht dann mit einem W20 und dem Angriffsbonus den Verteidigungswert des Ziels zu erreichen oder zu übertreffen. Je nach Trefferzone (Bug, Heck, Links, Rechts) ist der Verteidigungswert unterschiedlich hoch (Jäger ausgenommen). Es lohnt sich also, einem Feind in die Seite oder in den Rücken zu fallen. Etwas blöd ist, dass es keine Reichweitenbeschränkung und keine teilweise Deckung für kleinere Schiffe hinter größeren gibt. Jede Einheit, die auf dem Schlachtfeld steht, kann de facto auch getroffen werden.
Zuletzt wird der Schaden zugeteilt. Nett ist dabei, dass die Stat Cards der Schiffe doppelseitig bedruckt sind. Etwa bei der Hälfte der gesamten Trefferpunkte wird die Karte umgedreht, das Schiff gilt nun als beschädigt und meist sinken dabei seine Werte beziehunsweise Sonderfähigkeiten gehen verloren.
Für einen Hauch von Taktik sorgen die Fleet Commander Options. Manche Schiff, etwa die Tantive IV, besitzen Kommandoeigenschaften für bestimmte Schiffsklassen (1, 2, 3 und/oder 4). Es liegt ein Command Counter auf ihnen. Dieser Counter kann einmal während des Spiels eingesetzt werden, um ein bestimmtes Kommando zu geben (soll heißen: einen Spieleffekt auszulösen). Die möglichen Kommandos sind auf dem Fleet Commander Sheet aufgedruckt und reichen von „Damage Control“ (Remove 1 Damage Counter) zu „Fly Casual“ (Cancel 1 Attack against 1 Ship).
Meine Meinung
Man soll den Tag ja bekanntlich nicht vor dem Abend loben – und ein neues Spiel nicht vor den ersten paar Spielrunden verdammen. War mein erster Test mit nur einem Starter Set noch von der eher unerfreulichen Erkenntnis überschattet, dass die Superkampfschiffe binnen eines Spielzuges den Rest des Spielfelds leerputzen und sich dann noch drei Runden unmotiviert beharken, bevor das Ganze vorbei ist, und sah ich mich bei meiner zweite Runde noch immer in dem Vorurteil bestätigt, dass die Superkampfschiffe einfach zu stark sind (der Spieler, der seins verliert, hat praktisch die Schlacht verloren), so führte dieses Wissen und, daraus erwachsend, das absichtliche Weglassen dieser dicken Brocken dazu, dass die Folgeschlachten sich als recht ausgeglichen und gegen Ende bemerkenswert spannend entpuppten.
Man kann „Starship Battles“ wirklich das eine oder andere zur Last legen, etwa die furchtbar verbogenen Schiffe im ersten Produktionslauf (scheppe TIE-Fighter-Solarpanels, in vier Himmelsrichtungen abstehende X-Wing-Kanonen, in drei Achsen verdrehte Sternenzerstörer) – wobei es so aussieht, als wäre die Qualität bei den nachproduzierten Einheiten besser geworden – oder den schlichten Mangel an taktischen Finessen. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass das Spiel wirklich Spaß macht, wenn man einmal ein paar grundsätzliche Dinge verstanden hat (beispielsweise: Schleuse nie Jäger bereits zu Beginn des Spiels aus – die werden nur aus sicherer Entfernung von Großkampfschiffen aus dem All geblasen!) und die wenigen Vorteile, die man aus geschickter Einheitenwahl ziehen kann (TIEs kommen z.B. immer wieder, Droidenkontrollschiffe geben allen Droidenjäger Angriff +1), auszuschöpfen beginnt.
Die Zukunft
Im Augenblick ist zwar noch kein neues Set angekündigt, Material dazu gäbe es aber durchaus genug. So fallen an Schiffen direkt Modelle wie der Dreadnaught, der Carrack Cruiser oder der Strike Cruiser ein. TIE-Defender, E-Wings, Z-95 Headhunter oder die Jäger spezieller Flugstaffeln wären denkbar. Obendrein bietet das Expanded Universe eine ganze Reihe „persönlicher“ Schiffe wie die Guris Stinger, Bossks Hound’s Tooth, IG-88s IG-2000, Landos Lady Luck, Boba Fetts Slave 2 und diverse mehr. Und zu guter Letzt würden sich im Spiel noch Raumobjekte wie Asteroiden und Minen gut machen, die für zusätzliche Herausforderungen sorgen. Also ihr Wizards: Tut es! (Oder tut es nicht…) Es gibt kein Versuchen!
Fazit: „Starship Battles“ begeistert im Vorfeld, enttäuscht auf den ersten Blick und pendelt sich dann nach ein paar Spielrunden bei einem „ganz ordentlich“ ein. Die Schiffsmodelle, die an sich sehr schön aussehen, könnten sauberer verarbeitet sein und die taktischen Möglichkeiten wären ausbaubar. Dennoch können sich (gerade wenn man die Superkampfschiffe aus dem Spiel lässt) spannende und höchst kurzweilige Gefechte entwickeln – und seien wir ehrlich: Nicht jedes Tabletop muss die Komplexität von „Classic BattleTech“ haben! Ein guter Rat zum Schluss: Wenn ihr testspielen wollt, kauft euch nicht bloß ein Starter Set, sondern noch mindestens zwei bis vier Booster dazu. Erst dann kann man halbwegs ordentliche Raumgefechte ausziehen.
Star Wars Miniatures: Starship Battles
Sammelbares Figurenspiel
Rob Watkins, Ryan Miller, Bill Slavicsek
Wizards of the Coast 2006
ISBN: 0-7869-4101-4 (Starter) / 0-7869-4100-6 (Booster)
Starter mit Regeln, Spielplan, Würfel, Spielmarken, 10 Einheiten + Stat Cards / Booster mit 7 Einheiten + Stat Cards
Preis: $ 39,99 (Starter) / $ 19,99 (Booster)
von Frank Stein
Auf den ersten Blick klingt das Spiel wie der real gewordene Plastikwunschtraum eines jeden „Star Wars“-Fans: Raumschlachten im „Star Wars“-Universum. Sternenzerstörer gegen Nebulon-B-Fregatten, X-Wings gegen TIE-Fighter, ARC-170 Sternenjäger gegen Droidenkontrollschiffe der Handelsföderation und dazwischen die namhaften, schnellen, kleinen Schiffe unserer Helden: der Millennium Falke, die Wilde Karde, Prinz Xizors Virago und Darth Vaders TIE-Advanced x1.
Doch die erste Vorfreude wich ein wenig der Ernüchterung: kaum eines der kleinen, an sich sehr schnuckligen Raumschiffmodelle, das nicht auf die eine oder andere Art verbogen gewesen wäre. Die Regeln erwiesen sich zudem als stellenweise nicht ganz eindeutig und den Schlachten schien es schlicht an taktischer Finesse zu fehlen. Um es mit Lando zu sagen: So hatten wir uns dieses Geschäft wirklich nicht vorgestellt.
Doch wie es bei vielen Dingen der Fall ist, sollte man sich weder von seiner Vorschussbegeisterung noch von seiner Anschlussernüchterung leiten lassen, sondern einem Spiel die Chance geben, sich im Geiste des Fans zu setzen. Nachdem dies nun der Fall ist, wollen wir uns „Starship Battles“ etwas näher anschauen.
Fakten, Fakten, Fakten
Das Grundset umfasst 60 Raumschiffe – 30 der „Light Side“ (wozu Republik und Allianz zählen) und 30 der „Dark Side“ (also Separatisten und Imperium) – und man kann es in Form eines Starter Sets und von Huge Boostern erwerben. Dabei kostet das Starter Set etwa 40 Dollar, die Huge Booster schlagen mit etwa 20 Dollar zu Buche.
Das Starter Set enthält alles, was man grundsätzlich braucht (ich sage absichtlich nicht, „was man zum Spielen braucht“, denn das stimmt so leider nicht): das Regelwerk, eine doppelseitige Weltraumkarte (einmal mit Coruscant, einmal mit Tatooine am Kartenrand), 2 Fleet Commander Sheets, 10 vorbemalte Plastikraumschiffe (darunter die zwei exklusiven Superkampfschiffe „Super Star Destroyer Executor“ und „Mon Calamari Star Defender Viscount“), 10 Stat Cards für die Schiffe, Damage und Command Counters, einen 20-seitigen Würfel und eine Set Checklist. Die Huge Booster erweitern das Spielmaterial um jeweils 7 zusätzliche Raumschiffe mit ihren jeweiligen Stat Cards.
Es gibt drei Seltenheitsgrade: Common, Uncommon und Rare. Die Verteilung des Sets lautet 15 Commons, 21 Uncommons und 24 Rares, was nicht ganz fair erscheint, angesichts der zahlreichen größeren Modelle jedoch akzeptabel ist – abgesehen davon, dass man wirklich mehr Jäger braucht (die zumeist Common sind) als Großkampfschiffe. Erfreulicherweise wurde die als Geldmaschine dienende Stufe „Very Rare“ weggelassen, sodass ein Sammeln des Sets nicht ganz so utopisch und kostspielig ist – wenn man die Dinger denn sammeln möchte.
Das Spielprinzip
Das Spiel beginnt damit, dass jeder Mitspieler sich eine Flotte aus Schiffen zusammenstellt. Kampfstarke Schiffe kosten mehr Punkte, kleinere Einheiten, wie etwa Jäger, weniger. Nachdem die beiden Flotten stehen, startet das Spiel an den gegenüberliegenden Enden des Spielplans.
Grundsätzlich besteht eine Runde aus vier Phasen: Der Initiative, der Bewegung, dem Angriff und der Schadensphase. Während der Initiative würfeln die Spieler. Wer die höhere Zahl hat, bewegt seine Einheiten zuletzt und greift zuerst an, hat also einen deutlichen taktischen Vorteil (auch wenn alle Einheiten schießen können, bevor der Schaden verteilt wird – zerstörte Einheiten verlassen also erst mit dem Ende der Runde den Spielplan).
Die Schiffe können sich ihre „Größe“ in Feldern weit bewegen. Dabei existieren vier Größenordnungen: 4 (Jagdmaschinen), 3 (etwa Frachterklasse), 2 (Großkampfschiffe) und 1 (Superkampfschiffe – davon gibt es im Moment nur die Executor und die Viscout). Jäger müssen überhaupt keine Ausrichtung beachten, Frachter dürfen sich am Ende ihrer Bewegung ausrichten, Kampfschiffe dagegen dümpeln recht behäbig durchs All (was sich vor allem gegen Ende eines Gefechts, wenn die Jagdmaschinen die großen Brummer regelrecht umkreisen, bemerkbar macht). Als Sonderregel können Jäger andere Jäger nicht passieren, es sei denn, sie besitzen das Attribut „Interceptor“. Ansonsten müssen sie stoppen (werden sozusagen in einen Nahkampf verwickelt). Am Ende der Bewegung dürfen Jäger ausgeschleust werden – zu Beginn des Spiels sind sie alle im Hangar der größeren Schiffe.
In der Kampfphase geht man alle Waffensysteme durch, die man so hat, (angefangen mit den Point-Defense-Waffen der Großkampfschiffe gegen Jäger) und versucht dann mit einem W20 und dem Angriffsbonus den Verteidigungswert des Ziels zu erreichen oder zu übertreffen. Je nach Trefferzone (Bug, Heck, Links, Rechts) ist der Verteidigungswert unterschiedlich hoch (Jäger ausgenommen). Es lohnt sich also, einem Feind in die Seite oder in den Rücken zu fallen. Etwas blöd ist, dass es keine Reichweitenbeschränkung und keine teilweise Deckung für kleinere Schiffe hinter größeren gibt. Jede Einheit, die auf dem Schlachtfeld steht, kann de facto auch getroffen werden.
Zuletzt wird der Schaden zugeteilt. Nett ist dabei, dass die Stat Cards der Schiffe doppelseitig bedruckt sind. Etwa bei der Hälfte der gesamten Trefferpunkte wird die Karte umgedreht, das Schiff gilt nun als beschädigt und meist sinken dabei seine Werte beziehunsweise Sonderfähigkeiten gehen verloren.
Für einen Hauch von Taktik sorgen die Fleet Commander Options. Manche Schiff, etwa die Tantive IV, besitzen Kommandoeigenschaften für bestimmte Schiffsklassen (1, 2, 3 und/oder 4). Es liegt ein Command Counter auf ihnen. Dieser Counter kann einmal während des Spiels eingesetzt werden, um ein bestimmtes Kommando zu geben (soll heißen: einen Spieleffekt auszulösen). Die möglichen Kommandos sind auf dem Fleet Commander Sheet aufgedruckt und reichen von „Damage Control“ (Remove 1 Damage Counter) zu „Fly Casual“ (Cancel 1 Attack against 1 Ship).
Meine Meinung
Man soll den Tag ja bekanntlich nicht vor dem Abend loben – und ein neues Spiel nicht vor den ersten paar Spielrunden verdammen. War mein erster Test mit nur einem Starter Set noch von der eher unerfreulichen Erkenntnis überschattet, dass die Superkampfschiffe binnen eines Spielzuges den Rest des Spielfelds leerputzen und sich dann noch drei Runden unmotiviert beharken, bevor das Ganze vorbei ist, und sah ich mich bei meiner zweite Runde noch immer in dem Vorurteil bestätigt, dass die Superkampfschiffe einfach zu stark sind (der Spieler, der seins verliert, hat praktisch die Schlacht verloren), so führte dieses Wissen und, daraus erwachsend, das absichtliche Weglassen dieser dicken Brocken dazu, dass die Folgeschlachten sich als recht ausgeglichen und gegen Ende bemerkenswert spannend entpuppten.
Man kann „Starship Battles“ wirklich das eine oder andere zur Last legen, etwa die furchtbar verbogenen Schiffe im ersten Produktionslauf (scheppe TIE-Fighter-Solarpanels, in vier Himmelsrichtungen abstehende X-Wing-Kanonen, in drei Achsen verdrehte Sternenzerstörer) – wobei es so aussieht, als wäre die Qualität bei den nachproduzierten Einheiten besser geworden – oder den schlichten Mangel an taktischen Finessen. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass das Spiel wirklich Spaß macht, wenn man einmal ein paar grundsätzliche Dinge verstanden hat (beispielsweise: Schleuse nie Jäger bereits zu Beginn des Spiels aus – die werden nur aus sicherer Entfernung von Großkampfschiffen aus dem All geblasen!) und die wenigen Vorteile, die man aus geschickter Einheitenwahl ziehen kann (TIEs kommen z.B. immer wieder, Droidenkontrollschiffe geben allen Droidenjäger Angriff +1), auszuschöpfen beginnt.
Die Zukunft
Im Augenblick ist zwar noch kein neues Set angekündigt, Material dazu gäbe es aber durchaus genug. So fallen an Schiffen direkt Modelle wie der Dreadnaught, der Carrack Cruiser oder der Strike Cruiser ein. TIE-Defender, E-Wings, Z-95 Headhunter oder die Jäger spezieller Flugstaffeln wären denkbar. Obendrein bietet das Expanded Universe eine ganze Reihe „persönlicher“ Schiffe wie die Guris Stinger, Bossks Hound’s Tooth, IG-88s IG-2000, Landos Lady Luck, Boba Fetts Slave 2 und diverse mehr. Und zu guter Letzt würden sich im Spiel noch Raumobjekte wie Asteroiden und Minen gut machen, die für zusätzliche Herausforderungen sorgen. Also ihr Wizards: Tut es! (Oder tut es nicht…) Es gibt kein Versuchen!
Fazit: „Starship Battles“ begeistert im Vorfeld, enttäuscht auf den ersten Blick und pendelt sich dann nach ein paar Spielrunden bei einem „ganz ordentlich“ ein. Die Schiffsmodelle, die an sich sehr schön aussehen, könnten sauberer verarbeitet sein und die taktischen Möglichkeiten wären ausbaubar. Dennoch können sich (gerade wenn man die Superkampfschiffe aus dem Spiel lässt) spannende und höchst kurzweilige Gefechte entwickeln – und seien wir ehrlich: Nicht jedes Tabletop muss die Komplexität von „Classic BattleTech“ haben! Ein guter Rat zum Schluss: Wenn ihr testspielen wollt, kauft euch nicht bloß ein Starter Set, sondern noch mindestens zwei bis vier Booster dazu. Erst dann kann man halbwegs ordentliche Raumgefechte ausziehen.
Star Wars Miniatures: Starship Battles
Sammelbares Figurenspiel
Rob Watkins, Ryan Miller, Bill Slavicsek
Wizards of the Coast 2006
ISBN: 0-7869-4101-4 (Starter) / 0-7869-4100-6 (Booster)
Starter mit Regeln, Spielplan, Würfel, Spielmarken, 10 Einheiten + Stat Cards / Booster mit 7 Einheiten + Stat Cards
Preis: $ 39,99 (Starter) / $ 19,99 (Booster)
Sonntag, 7. November 2004
Star Wars Miniatures: Rebel Storm
Sammelbare Figurenspiele sind „in“ – erfolgreiche Systeme wie „MageKnight“ oder „Mechwarrior DarkAge“ haben das bewiesen. Star Wars ist „in“ – das braucht man gar nicht weiter zu beweisen. Was läge also näher, als ein Gewinn versprechendes Konzept und ein Gewinn versprechendes Universum miteinander zu verschmelzen? Et voilà: „Star Wars Miniatures“ – das sammelbare Figurenspiel in einer Galaxis weit weit entfernt.
von Frank Stein
Mit „Star Wars Miniatures“ erfüllt sich für viele Fans ein Traum: süße, kleine, doch dabei überraschend hübsch aus weichem (und daher ziemlich bruchresistentem) Plastik gegossene und bemalte Figürchen von all den Helden und Schurken, die man aus den Filmen und dem Expanded Universe so kennt – einen Bruchteil so teuer, wie ihre großen Geschwister von Hasbro oder ihre ähnlich großen Geschwister von Lego und obendrein noch mit einem netten, taktischen Tabletop-Spiel verknüpft.
Natürlich – so weisen die Macher Wizards of the Coast darauf hin – kann man die 60 verschiedenen Figuren der ersten Expansion „Rebel Storm“, die in 10-er Startern (samt Spielplan, Spielmarken und Regelwerk) und 7-er Boostern zu erwerben sind, auch sammeln, doch im Regal, muss ich sagen, entfalten die kleinen Stormtrooper, Aliens und Rebellen kaum mehr Charme als Ü-Ei-Beigaben (die von manchen Menschen durchaus begeistert gehortet werden, doch mir hat sich diese Begeisterung nie erschlossen). Ich finde, man sollte Spielfiguren auch zum Spielen verwenden.
Diesbezüglich allerdings sind die Miniatures, die nicht nur namhafte Helden wie Luke, Han, Chewie oder Vader umfassen, sondern auch universell einsetzbare Imps, Rebellen und Schurken, von doppeltem Wert. Denn abgesehen von ihrem Einsatz auf dem Spielbrett können sie auch super als Stand-Ins für Rollenspielcharaktere und NSCs im „Star Wars RPG“ – egal ob d6 oder d20 – eingesetzt werden (die dritte Einsatzmöglichkeit, die auch explizit in der Einleitung des Regelheftes genannt wird). Mit dieser Verwendung im Hinterkopf erscheint die Aussicht auf doppelte Figuren – und Doppelte stellen sich, wie bei jedem Sammelspiel, unweigerlich ein – nicht mehr ganz so ärgerlich.
Ärgerlich für den Sammler wie auch Spieler sind allerdings durchaus die vier verschiedenen Seltenheitsgrade. Neben den 16 Common-Figuren, den 16 Uncommons und den 16 Rares, gibt es noch 12 Very Rare Figures, die natürlich besonders hübsch sind – entweder aufgrund ihrer Spielstärke (Emperor Palpatine, Boba Fett) oder weil sie einfach größer sind als die gewöhnlichen Figuren (Scout Trooper on Speeder Bike, Jabba the Hutt, Wampa). Sie alle zusammenzubekommen bedeutet jedoch einen erheblichen finanziellen Mehraufwand bei – an dem Punkt wird es dann doch nervig – einer immensen Anzahl doppelter Commons und Uncommons.
Doch kommen wir zum Spiel selbst: Das Spielprinzip ist denkbar einfach und soll eine abgespeckte Version der Kampfregeln des d20-Rollenspiels sein. Man nehme einen Spielplan voller quadratischer Felder und bedruckt mit Räumen einer Raumstation, die laut Anleitung der Todesstern sein soll (könnte aber auch jede andere Basis sein) und setzte darauf sein Team auf Figuren, das man sich vorher individuell zusammengestellt hat. In der Regel wird mit 100-Punkte-Teams gespielt, wobei jede Figur je nach Spielstärke einen anderen Punktewert aufweist. So wird der gemeine Trooper mit fünf Punkten bewertet, Darth Vader zählt hingegen stolze 55 (in seiner Rare-Inkarnation).
Ein Würfelwurf ermittelt die Initiative für eine Runde. Der erste Spieler aktiviert erst eine seiner Figuren, danach eine zweite, dann kommt der zweite Spieler mit zwei Figuren dran, dann wieder der erste und so geht es hin und her, bis alle Figuren gezogen wurden. Dann ist die Runde zu Ende, es wird erneut die Initiative erwürfelt und eine neue Runde beginnt. Eine aktivierte Figur hat zwei Handlungen: bewegen & angreifen oder angreifen & bewegen oder bewegen & bewegen. Nur einzelne Kämpfer verfügen über die Spezialfähigkeit, zweimal pro Runde angreifen zu können. Ziel des Spiels ist es für gewöhnlich, alle Figuren des Gegners auszuschalten – natürlich kann man sich später auch Missionen mit besonderen Siegkonditionen ausdenken.
Die Spezialfertigkeiten der Figuren, die auf den Spielstatistikkarten gemeinsam mit den „Hitpoints“, dem „Attack Bonus“, der „Defense“ und dem „Damage“-Wert niedergelegt sind, bringen die Taktik ins Spiel („Star Wars Miniatures“ arbeitet nicht mit dem bewährten Prinzip der drehbaren Kampfscheibe à la „MageKnight“, was vermutlich daran liegt, dass das Klick-Patent bei WizKids liegt und die Wizards für diese Lizenz keine Kohle zahlen wollten – stattdessen gehört zu jeder Figur ein Pappkärtchen, das neben das Spielbrett gelegt wird). Derweil so basale Optionen wie halbe und ganze Deckung sowie die „attack of opportunity“ und „combined fire“ nur bedingte Spielvorteile erbringen, sind es die verschiedenen Fähigkeiten der Figuren und deren geschickter Einsatz, die am Ende über Sieg oder Niederlage entscheiden.
So gibt es „Special Abilities“, die nur der jeweiligen Figur einen Vorteil (oder Nachteil) bringen (wie z.B. die eben erwähnte „Double Attack“ für zwei Angriffe oder „Melee Attack“, was bedeutet, dass der Charakter nur im Nahkampf, also von einem benachbarten Feld aus, angreifen kann), es gibt „Force Powers“, die den (mit Machtpunkten zu bezahlenden) Einsatz von Machtfertigkeiten bedeuten, und zuletzt gibt es den „Commander Effect“, der Auswirkungen auf einige oder alle Figuren eines Spielers hat. Wie bei Sammelkarten auch sind hier nette Figurenkombos möglich. So bietet es sich beispielsweise an, den „Heavy Stormtrooper“, der mit seiner Blasterkanone nur schießen darf, wenn er sich in der Runde nicht bewegt, in der Nähe des „Stormtrooper Officer“ zu halten, der jedem Untergebenen in seiner Nähe einen Angriffsbonus von +3 gewährt, wenn sie sich in der besagten Runde nicht bewegen.
Fazit: „Star Wars Miniatures“ ist sehr schnell zu erlernen und bietet durch seine Möglichkeit, Dank der sammelbaren Figuren immer wieder die Teamzusammenstellung zu ändern wie auch durch acht dem Starter beigelegte Geländekarten die Spielarena zu modifizieren, durchaus längerfristigen Spielspaß. Allerdings ist vor dem Suchtfaktor zu warnen: Wer einmal damit angefangen hat, braucht recht schnell mehr Booster, denn er will mehr (und vor allem andere) Figuren sein Eigen nennen, um für anhaltende Abwechslung zu sorgen. Mit einem einzelnen Starter ist es da normalerweise nicht getan. Das ist natürlich kein Muss, aber von den Machern natürlich zweifellos intendiert. Entsprechend ist für November bereits die zweite Expansion „Clone Strike“ mit 60 neuen Figuren, diesmal rund um die Prequels, angekündigt. Bei einem Preis von 18-20 Euro pro Starter und 9-12 Euro pro Booster (und das ist schon das günstigste Angebot!) ist man da ganz fix eine schöne Stange Geld los. Andererseits: Es ist halt schon verdammt cool...
SW Miniatures: Rebel Storm (Starter Set)
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast 2004
ISBN: 078693476X
Preis: ca. 18-20 Euro
von Frank Stein
Mit „Star Wars Miniatures“ erfüllt sich für viele Fans ein Traum: süße, kleine, doch dabei überraschend hübsch aus weichem (und daher ziemlich bruchresistentem) Plastik gegossene und bemalte Figürchen von all den Helden und Schurken, die man aus den Filmen und dem Expanded Universe so kennt – einen Bruchteil so teuer, wie ihre großen Geschwister von Hasbro oder ihre ähnlich großen Geschwister von Lego und obendrein noch mit einem netten, taktischen Tabletop-Spiel verknüpft.
Natürlich – so weisen die Macher Wizards of the Coast darauf hin – kann man die 60 verschiedenen Figuren der ersten Expansion „Rebel Storm“, die in 10-er Startern (samt Spielplan, Spielmarken und Regelwerk) und 7-er Boostern zu erwerben sind, auch sammeln, doch im Regal, muss ich sagen, entfalten die kleinen Stormtrooper, Aliens und Rebellen kaum mehr Charme als Ü-Ei-Beigaben (die von manchen Menschen durchaus begeistert gehortet werden, doch mir hat sich diese Begeisterung nie erschlossen). Ich finde, man sollte Spielfiguren auch zum Spielen verwenden.
Diesbezüglich allerdings sind die Miniatures, die nicht nur namhafte Helden wie Luke, Han, Chewie oder Vader umfassen, sondern auch universell einsetzbare Imps, Rebellen und Schurken, von doppeltem Wert. Denn abgesehen von ihrem Einsatz auf dem Spielbrett können sie auch super als Stand-Ins für Rollenspielcharaktere und NSCs im „Star Wars RPG“ – egal ob d6 oder d20 – eingesetzt werden (die dritte Einsatzmöglichkeit, die auch explizit in der Einleitung des Regelheftes genannt wird). Mit dieser Verwendung im Hinterkopf erscheint die Aussicht auf doppelte Figuren – und Doppelte stellen sich, wie bei jedem Sammelspiel, unweigerlich ein – nicht mehr ganz so ärgerlich.
Ärgerlich für den Sammler wie auch Spieler sind allerdings durchaus die vier verschiedenen Seltenheitsgrade. Neben den 16 Common-Figuren, den 16 Uncommons und den 16 Rares, gibt es noch 12 Very Rare Figures, die natürlich besonders hübsch sind – entweder aufgrund ihrer Spielstärke (Emperor Palpatine, Boba Fett) oder weil sie einfach größer sind als die gewöhnlichen Figuren (Scout Trooper on Speeder Bike, Jabba the Hutt, Wampa). Sie alle zusammenzubekommen bedeutet jedoch einen erheblichen finanziellen Mehraufwand bei – an dem Punkt wird es dann doch nervig – einer immensen Anzahl doppelter Commons und Uncommons.
Doch kommen wir zum Spiel selbst: Das Spielprinzip ist denkbar einfach und soll eine abgespeckte Version der Kampfregeln des d20-Rollenspiels sein. Man nehme einen Spielplan voller quadratischer Felder und bedruckt mit Räumen einer Raumstation, die laut Anleitung der Todesstern sein soll (könnte aber auch jede andere Basis sein) und setzte darauf sein Team auf Figuren, das man sich vorher individuell zusammengestellt hat. In der Regel wird mit 100-Punkte-Teams gespielt, wobei jede Figur je nach Spielstärke einen anderen Punktewert aufweist. So wird der gemeine Trooper mit fünf Punkten bewertet, Darth Vader zählt hingegen stolze 55 (in seiner Rare-Inkarnation).
Ein Würfelwurf ermittelt die Initiative für eine Runde. Der erste Spieler aktiviert erst eine seiner Figuren, danach eine zweite, dann kommt der zweite Spieler mit zwei Figuren dran, dann wieder der erste und so geht es hin und her, bis alle Figuren gezogen wurden. Dann ist die Runde zu Ende, es wird erneut die Initiative erwürfelt und eine neue Runde beginnt. Eine aktivierte Figur hat zwei Handlungen: bewegen & angreifen oder angreifen & bewegen oder bewegen & bewegen. Nur einzelne Kämpfer verfügen über die Spezialfähigkeit, zweimal pro Runde angreifen zu können. Ziel des Spiels ist es für gewöhnlich, alle Figuren des Gegners auszuschalten – natürlich kann man sich später auch Missionen mit besonderen Siegkonditionen ausdenken.
Die Spezialfertigkeiten der Figuren, die auf den Spielstatistikkarten gemeinsam mit den „Hitpoints“, dem „Attack Bonus“, der „Defense“ und dem „Damage“-Wert niedergelegt sind, bringen die Taktik ins Spiel („Star Wars Miniatures“ arbeitet nicht mit dem bewährten Prinzip der drehbaren Kampfscheibe à la „MageKnight“, was vermutlich daran liegt, dass das Klick-Patent bei WizKids liegt und die Wizards für diese Lizenz keine Kohle zahlen wollten – stattdessen gehört zu jeder Figur ein Pappkärtchen, das neben das Spielbrett gelegt wird). Derweil so basale Optionen wie halbe und ganze Deckung sowie die „attack of opportunity“ und „combined fire“ nur bedingte Spielvorteile erbringen, sind es die verschiedenen Fähigkeiten der Figuren und deren geschickter Einsatz, die am Ende über Sieg oder Niederlage entscheiden.
So gibt es „Special Abilities“, die nur der jeweiligen Figur einen Vorteil (oder Nachteil) bringen (wie z.B. die eben erwähnte „Double Attack“ für zwei Angriffe oder „Melee Attack“, was bedeutet, dass der Charakter nur im Nahkampf, also von einem benachbarten Feld aus, angreifen kann), es gibt „Force Powers“, die den (mit Machtpunkten zu bezahlenden) Einsatz von Machtfertigkeiten bedeuten, und zuletzt gibt es den „Commander Effect“, der Auswirkungen auf einige oder alle Figuren eines Spielers hat. Wie bei Sammelkarten auch sind hier nette Figurenkombos möglich. So bietet es sich beispielsweise an, den „Heavy Stormtrooper“, der mit seiner Blasterkanone nur schießen darf, wenn er sich in der Runde nicht bewegt, in der Nähe des „Stormtrooper Officer“ zu halten, der jedem Untergebenen in seiner Nähe einen Angriffsbonus von +3 gewährt, wenn sie sich in der besagten Runde nicht bewegen.
Fazit: „Star Wars Miniatures“ ist sehr schnell zu erlernen und bietet durch seine Möglichkeit, Dank der sammelbaren Figuren immer wieder die Teamzusammenstellung zu ändern wie auch durch acht dem Starter beigelegte Geländekarten die Spielarena zu modifizieren, durchaus längerfristigen Spielspaß. Allerdings ist vor dem Suchtfaktor zu warnen: Wer einmal damit angefangen hat, braucht recht schnell mehr Booster, denn er will mehr (und vor allem andere) Figuren sein Eigen nennen, um für anhaltende Abwechslung zu sorgen. Mit einem einzelnen Starter ist es da normalerweise nicht getan. Das ist natürlich kein Muss, aber von den Machern natürlich zweifellos intendiert. Entsprechend ist für November bereits die zweite Expansion „Clone Strike“ mit 60 neuen Figuren, diesmal rund um die Prequels, angekündigt. Bei einem Preis von 18-20 Euro pro Starter und 9-12 Euro pro Booster (und das ist schon das günstigste Angebot!) ist man da ganz fix eine schöne Stange Geld los. Andererseits: Es ist halt schon verdammt cool...
SW Miniatures: Rebel Storm (Starter Set)
Sammelbares Figurenspiel
Wizards of the Coast 2004
ISBN: 078693476X
Preis: ca. 18-20 Euro
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