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Freitag, 17. Februar 2012

Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung

Im Kino tobt er mal wieder: der Krieg der Sterne. Seit ein paar Tagen ist „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“ wieder auf der großen Leinwand zu sehen – in einer neuen 3D-Version, die nur den Auftakt bilden soll. In den nächsten Jahren wird die ganze Saga in die dritte Dimension durchstarten und uns einmal mehr in eine weit weit entfernte Galaxis entführen wollen. Passend zum Kinoevent, das „Star Wars“ wieder in aller Munde gebracht hat, kommt die Comic-Adaption zum Film in Paninis neuer „Master Series“ heraus.

von Frank Stein

„Master Series“ – das klingt nach den großen Meisterwerken der „Star Wars“-Comic-Kultur. Treffender allerdings wäre die Bezeichnung „Reprints, die gerade Geld bringen“, denn mit der Comic-Adaption zu „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“ als Band 1 und „Darth Maul“ als Band 2 liegen hier zunächst einmal zwei Geschichten vor, die zur gegenwärtigen „Episode I“-Wiederaufführung in den Kinos passen. Das ist erstmal nichts Schlechtes, denn beide Comics sind seit Längerem vergriffen. Und in die „Essentials“-Reihe wollte man sie vermutlich nicht einsortieren, weil hier vor allem die noch deutlich älteren „Star Wars“-Abenteuer von Carlsen und Feest Comics neu aufgelegt werden. Nichtsdestoweniger ist „Master Series“ ein etwas vollmundiger Marketingbegriff, den es in meinen Augen nicht nötig gehabt hätte, um einzelne Comics von früher einfach neu aufzulegen.

Der vorliegende Comic bietet genau das, was sein Titel besagt: „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“. Erzählt wird die 32 Jahre vor der klassischen „Star Wars“-Trilogie angesiedelte Geschichte um den jungen Obi-Wan Kenobi und seinen Meisters Qui-Gon Jinn, die zu dem idyllischen Planeten Naboo geschickt werden, um dort eine Blockade durch die Handelsföderation aufzulösen. Dabei geraten sie mitten in eine planetare Invasion, denn die neimodianischen Geschäftsleute und ihre Droidenarmeen stehen unter dem Bann des sinistren Darth Sidious, der seine ganz eigenen Pläne für die Galaxis hegt. Mit Mühe und Not (und ein wenig tollpatschiger Hilfe des eingeborenen Gungan Jar Jar Binks) gelingt es den beiden Jedi, Königin Amidala von Naboo zu retten und mit ihr zu fliehen. Allerdings wird ihr Fluchtschiff angeschossen und muss auf Tatooine notlanden.

Auf dem Wüstenplaneten verknüpft sich dann das Schicksal der beiden Jedi mit dem des Sklavenjungen Anakin Skywalker, der später als Darth Vader zu tragischer Größe heranwachsen soll. Im Rahmen eines spektakulären Podrennens gelingt es Qui-Gon Jinn, Anakin von seinem Besitzer Watto freizukaufen und den Jungen mit sich zu nehmen. Er soll nach Coruscant, in den Jedi-Tempel, um dort zum Jedi ausgebildet zu werden, denn der weise Jedi-Meister Qui-Gon glaubt in dem Jungen „den Auserwählten“ zu sehen, der die Macht ins Gleichgewicht bringt (selten wurde eine Prophezeiung so missverstanden ...). Auf Coruscant angekommen, versucht Amidala, im Senat Hilfe für ihren gebeutelten Heimatplaneten zu erhalten, leider erfolglos. Enttäuscht und zornig begibt sie sich nach Naboo zurück. Qui-Gon, Obi-Wan, Jar Jar und Anakin begleiten sie. Es kommt zur Schlacht von Naboo, während der die Weichen für die Zukunft des „Star Wars“-Universums gestellt werden.

Der 112 Seiten umfassende Softcover-Band versammelt die vier Heft-Einzelausgaben von 1999 (mein Gott, ist das auch schon wieder dreizehn Jahre her?) und erzählt darin praktisch wortwörtlich die Filmhandlung nach. Wortwörtlich stimmt dabei nicht ganz, denn die Dialoge im Comic entsprechen nicht wortgetreu den Dialogen im Film, was vermutlich daran liegt, dass er in seiner Erstauflage übersetzt wurde, bevor die deutsche Synchro fertig war. Die Abweichungen sind allerdings marginal und stören kaum.

Bedauerlicher ist dagegen, dass der Comic wirklich nichts anderes erzählt als das, was man auf der Leinwand zu sehen bekommt. Dabei verkürzt er die Actionsequenzen auch noch deutlich, was man vor allem beim Podrennen sieht, aber auch an anderer Stelle. Insgesamt wirkt die Handlung beinahe noch stärker verdichtet, als sie im Film bisweilen schon wirkte. Im Gegensatz zur Romanadaption von Terry Brooks wird hier die Chance vertan, zusätzliches Material anzubieten, das der Geschichte Fleisch gegeben hätte – und als Anreiz dienen könnte, den Comic zu kaufen.

Visuell ist der Comic gute Durchschnittsware. Ich habe schon schöner gezeichnete gelesen, aber es herrscht ein netter Detailreichtum vor. Leider gelingt es nicht ganz, die Dynamik, die der Film vor allem in seinen Actionsequenzen entwickelt, auf die Panels zu übertragen. Zu wenig mutig und explosiv kommt die Panelstruktur daher. Auch mit der rasanten Parallelmontage während der Endschlacht des Films hat der Comic leichte Schwierigkeiten.

Fazit: Das Multimedia-Projekt „Shadows of the Empire“ hat es 1996 vorgemacht: Man kann ein Abenteuer durchaus in mehreren Medien erzählen (etwa als Computerspiel, Buch und Comic) und dennoch spannend gestalten, indem man unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte setzt. Das ist im vorliegenden Fall leider nicht gelungen. Der Comic zu „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“ erzählt einfach – und stellenweise sogar noch verkürzt – die Filmhandlung nach, ohne ihr neue Aspekte hinzuzufügen. Gäbe es zu dem Comic keinen Film, wäre es eine nette und unterhaltsame „Star Wars“-Episode. Leider gibt es den Film. Und das macht diese Comic-Adaption ein wenig überflüssig.

Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung
Comic
Henry Gilroy, George Lucas
Panini Comics 2012
ISBN: 978-3-86201-315-9
112 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 9,95

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Montag, 29. Juni 2009

Terminator – Infinity

Der Blechmann ist nicht totzukriegen. Während in den Kinos bereits die vierte Fortsetzung des 1984 von James Camerons aus der Schmelzgrube gehobenen „Terminator“-Franchise läuft, bringt Panini Comics parallel den Comic „Terminator – Infinity“ heraus, der die Handlung nach Kinofilm Nummer 3, „Rebellion der Maschinen“, fortsetzt. Auf einer zerstörten Erde des Jahres 2009 – genauer dem 17.07.2009, also in ein paar Tagen ;-) – macht sich ein junger John Connor auf den Weg, Geschichte zu schreiben.

von Frank Stein

2033. Skynet steht vor dem Ende. Der Widerstand der Menschheit gegen die Maschinen war erfolgreich, und das intelligente Computernetzwerk mit seinen Roboterschergen steht vor der Vernichtung. Um dies zu verhindern, wird der T-Infinity auf den Weg gebracht, der Prototyp eines Temporal-Terminators, der gezielt in Zeitlinien eingreift, um diese zu Skynets Gunsten zu korrigieren. (Nicht, dass das nicht alle anderen Terminatoren auch schon getan hätten, aber Temporal-Terminator klingt doch mal echt schick – und er weist auch ganz tolle blaue Leuchteffekte auf seiner Chromrüstung auf.) Dabei verfolgt das Netz eine betörende neue Strategie: Kill Your Darlings. Soll heißen: Vernichte die alten Terminatoren, denn letzten Endes sind deren Eingriffe in die Vergangenheit ja Schuld daran, dass John Connor überhaupt zum Gejagten und zum Krieger wird (an dieser Stelle verliert selbst Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“ den Überblick über die Zeitlogik des „Terminator“-Franchise… Aber was soll’s; es bietet coole Action, nur darauf kommt es an).

Im Jahr 2009 sitzt derweil ein versoffener, vom Leben verprügelter John Connor in seinem Bunker, der in den letzten paar Jahren seit dem nuklearen Holocaust seine Heimat war. Sein Mädel aus „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ ist natürlich zwischendurch gestorben, denn man muss ja Platz machen für eine neue Liebesgeschichte. Eigentlich will John nur noch in Selbstmitleid versinken, doch irgendwann brennt die Umweltkontrolle des Bunkers durch, und er wird gezwungen, sich der Welt da draußen zu stellen. Dabei trifft er nicht nur auf Widerstandskämpfer, denen er sich anschließt, sondern auch auf einen neuen Freund namens „Onkel Bob“ (was natürlich für Ärger sorgt). Gemeinsam versuchen sie, Skynet da zu treffen, wo es richtig wehtut, während John langsam seine Bestimmung entdeckt und annimmt. Unglücklicherweise setzt sich ein unerbittlicher Feind auf ihre Spur: der T-Infinity.

„Terminator – Infinity“ bietet auf 132 Seiten genau das, was Fans des Franchise lieben: krachende Action, wilde Zeitmanipulationsversuche und überall Verweise auf die bisherigen Filme, die – vom aktuellen Christian-Bale-Streifen abgesehen – alle in die Continuity der Autoren aufgenommen wurden. Erfreulich ist auch die Optik. Autor Simon Furman und Illustrator Nigel Raynor orientieren sich an der dunklen Zukunft der Cameron-Streifen. Gerippe zerstörter Städte ragen in einen mal schwarzen, mal blutroten Himmel auf, ständig regnet es und dazwischen gleiten die Jäger-Killer unter den dichten Wolken dahin, während T-800er auf den Straßen patrouillieren. Alt-Fans, denen das Irak-Krieg-meets-Transformers-Setting von „Terminator: Die Erlösung“ nicht so zusagt, werden an der hier gebotenen Atmosphäre sicher ihren Spaß haben, denn der Comic fühlt sich – und das nicht nur vom Cover her – noch so an, wie Cameron und Schwarzenegger „Terminator“ seinerzeit angelegt haben.

Kleiner Gag am Rande: Die ISBN weist nach dem obligatorischen Länder- und Verlagscode die Ziffer 800-0 auf. Ob das wohl eine Anspielung auf den klassischsten aller Terminatoren sein soll? ;-)

Fazit: Allen Freunden der Kampfroboter-Ikone mit dem Konterfei Arnold Schwarzeneggers ist „Terminator – Infinity“ nur ans Herz zu legen. Der Temporal-Terminator und die seltsamen Zeit-Ränkespiele von Skynet sind zwar etwas undurchsichtig. Dafür punktet der Comic-Band mit seiner tollen Atmosphäre und der überzeugenden Fortführung von John Connors Lebenslauf im Anschluss an den Film „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“.

Terminator – Infinity
Comic
Simon Furman, Nigel Raynor
Panini Comics 2009
ISBN: 978-3-86607-800-0
132 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 14,95

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