Donnerstag, 27. September 2012

Prador Mond

Das Polis-Kollektiv verkörpert den Gipfel der raumfahrenden Menschheit. Geprägt durch die Wissenschaft, reicht sein Einfluss von Earth Central bis in die Tiefen der Galaxis. Doch eines Tages trifft die Polis auf außerirdisches Leben in Gestalt feindseliger, krabbenähnlicher Karnivoren, die als Prador bekannt werden. Und die wollen von den Menschen nur das eine: ihr saftiges Fleisch!

von Frank Stein

Das Ganze beginnt als scheinbar harmloser, diplomatischer Erstkontakt. Nachdem man schon vor einer ganzen Weile das Zweite Königreich der Prador – eine Verballhornung von „Predator“, der Name wird den Fremden natürlich von der Menschheit gegeben – entdeckt hat, soll nun auf der Station Avalon ein erster Dialog stattfinden. Der lautet dann ungefähr so: Pradorsprecher: „Ich nehme zwei Lendchen, ein Hüftsteak und etwas Brust – von eurem Chefdiplomaten.“ Chefdiplomat: „Oh! Ah! Argl!“ Danach herrscht Krieg zwischen den beiden Völkern.

Mitten drin befinden sich insgesamt fünf Gestalten: der Agent der Earth Central Security Jebel Krong, der zum Kriegsheld werden soll, Moria, die Runcibletechnikerin mit der experimentellen Mensch-Computer-Schnittstelle (Runcibles sind so etwas wie Stargates, nur in groß und von den KI gesteuert, die auch die Polis regieren), Tomalon, der einen neuen Job als vernetzter Pilot des größten Schlachtschiffs der Polis antritt, Conlan, ein Psychpath und Separatist, der die KI hasst und den Prador helfen will, und schließlich Immanenz, ein erwachsener Prador, der sozusagen die Speerspitze der Angriffsflotte darstellt und von sich selbst seltsamerweise auch als Prador denkt. Ihrem Schicksal folgen wir, während sich der Krieg entwickelt und zu einem zeitweiligen Höhepunkt gelangt.

„Prador Mond“ ist dramaturgisch ein etwas seltsames Buch. Es hat 285 Seiten, wovon gute 100 Seiten praktisch die erste Konfrontation der Prador mit den Menschen an der Station Avalon beschreiben. Danach folgen zwei, drei Szenen Mittelteil, die schlaglichtartig vom Krieg erzählen, deren zeitliche und räumliche Einordnung aber nicht immer ganz klar ist. Ab Seite 120 etwa wird dann schon die finale Konfronation eingeleitet, die ab Seite 180 zunehmend Fahrt aufnimmt. Das Ganze gipfelt im Kampf um das Trajeen- und das Boh-Runcible. Danach ist der Roman vorbei. Eine Schlacht ist geschlagen. Über den Verlauf und das Ende des Krieges wird kein Wort verloren. Auch ist nicht klar, ob das Buch als erster Band einer Reihe gedacht ist, die vom Krieg der Prador gegen die Menschen erzählt, oder nicht. Angedeutet wird eine Fortsetzung jedenfalls nicht.

So haben wir es hier mit einem Roman zu tun, der von einem galaktischen Krieg zu erzählen versucht, ohne die nötige epische Breite zu besitzen, um solch ein Schlachtenpanorama zu entfalten – das ist auf 285 Seiten auch gar nicht möglich. Doch er wählt auch nicht den Ansatz der intensiv persönlichen Kriegserfahrung, bei der wir dem Schicksal eines traurigen Helden folgen. Stattdessen gibt es fünf Handlungsstränge, die dem Leser wenig Zeit lassen, den Figuren nahe zu kommen – zumal Asher immer wieder Szenen mit Komparsen einschiebt, die den Figuren von außen begegnen. Mehr als grob gezeichnete Charaktere entstehen dabei nicht. Wenn also das epische Schlachtengemälde und das persönliche Kriegsdrama beide fehlen, könnte im Grunde nur die spannende Entwicklung einer Entscheidungsschlacht oder eines dramatischen Einsatzes das Thema sein. Doch durch die ausgedehnte Anfangssequenz, den zerfaserten Mittelteil und das zugegeben dichte, wenn auch willkürlich gewählte Ende, versagt der Roman auch darin.

Doch wenngleich die Geschichte als Ganzes irgendwie fragmentarisch wirkt, so als würde die Hälfte fehlen, entwickelt sie in den eigentlichen Szenen durchaus ihre Bannwirkung. Natürlich lässt sich nicht verhehlen, dass Asher sich hier vor allem mit Schockwerten über Wasser hält. Seine Prador-Krabben sind einfach eklige Sadisten. Ihre von Mord und Heimtücke geprägte Gesellschaftsform lässt einen fragen, wie sie es überhaupt zu den Sternen geschafft haben. Die Menschen sind für sie einfach Sklaven und Futter – und bieten ihnen hübsche neue Planeten zum Besiedeln. Es handelt sich um Monster in Reinkultur, und Asher wird nicht müde, Horror-Szenen von Zerfleischung, Fressen und Gefressenwerden zu beschreiben, die selbst den Film „Starship Troopers“ wie Ringelpiez mit Anfassen erscheinen lassen. Keine Frage, dass man mit der gequälten Menschheit zittert und sich über jeden noch so kleinen Sieg freut. Auch in den Actionsequenzen geht er schön nah dran und lässt uns als embedded author Dreck, Granatensplitter und Eingeweide um die Ohren fliegen.

Grundsätzlich spannend ist das Konzept einer Menschheit, die von den KI beherrscht wird. Das hat Asher allerdings nicht für „Prador Mond“ entwickelt, sondern für „Der Drache von Samarkand“, den Beginn eines – wie es in seiner Vita heißt – „lockeren Romanzyklus um die ECS-Agenten in einem Universum, das mit düsteren Farben gezeichnet ist.“ Wie viele dieser Bände vor „Prador Mond“ angesiedelt sind und inwiefern sie dazu in Beziehung stehen, wird leider nicht deutlich gemacht (was in meinen Augen gleichermaßen das Versäumnis des Autors wie auch der deutschen Verlagsredaktion ist).

Fazit: „Prador Mond“ enthält viele spannende Gedanken und Szenen und bietet technischen „sense of wonder“, gepaart mit dem Grauen einer B-Movie-Alien-Invasion übelster Sorte. Das alles macht den Roman durchaus lesenswert. Allerdings verliert er auf dramaturgischer Seite. Einer langen Exposition folgt ein Fragment von Mittelteil, bevor es gleich zum willkürlich gewählten Finale weitergeht. Die Zeitabläufe der Szenen zu rekonstruieren, habe ich lieber gar nicht versucht. Man hat das Gefühl, dass Asher viel Spaß am jeweiligen Punkt seiner Erzählung hatte, aber entweder zu wenig Zeit oder zu wenig Platz, um aus den Einzelteilen ein rundes Ganzes zu schmieden. So bleibt der Roman in meinen Augen hinter seinen Möglichkeiten zurück. Für Fans blutiger Alien-Stories zum Preis von knapp sieben Euro trotzdem zu empfehlen.

Prador Mond
Science-Fiction-Roman
Neal Asher
Bastei Lübbe 2011
ISBN: 978-3-404-23352-6
285 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 6,99

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Freitag, 17. Februar 2012

Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung

Im Kino tobt er mal wieder: der Krieg der Sterne. Seit ein paar Tagen ist „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“ wieder auf der großen Leinwand zu sehen – in einer neuen 3D-Version, die nur den Auftakt bilden soll. In den nächsten Jahren wird die ganze Saga in die dritte Dimension durchstarten und uns einmal mehr in eine weit weit entfernte Galaxis entführen wollen. Passend zum Kinoevent, das „Star Wars“ wieder in aller Munde gebracht hat, kommt die Comic-Adaption zum Film in Paninis neuer „Master Series“ heraus.

von Frank Stein

„Master Series“ – das klingt nach den großen Meisterwerken der „Star Wars“-Comic-Kultur. Treffender allerdings wäre die Bezeichnung „Reprints, die gerade Geld bringen“, denn mit der Comic-Adaption zu „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“ als Band 1 und „Darth Maul“ als Band 2 liegen hier zunächst einmal zwei Geschichten vor, die zur gegenwärtigen „Episode I“-Wiederaufführung in den Kinos passen. Das ist erstmal nichts Schlechtes, denn beide Comics sind seit Längerem vergriffen. Und in die „Essentials“-Reihe wollte man sie vermutlich nicht einsortieren, weil hier vor allem die noch deutlich älteren „Star Wars“-Abenteuer von Carlsen und Feest Comics neu aufgelegt werden. Nichtsdestoweniger ist „Master Series“ ein etwas vollmundiger Marketingbegriff, den es in meinen Augen nicht nötig gehabt hätte, um einzelne Comics von früher einfach neu aufzulegen.

Der vorliegende Comic bietet genau das, was sein Titel besagt: „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“. Erzählt wird die 32 Jahre vor der klassischen „Star Wars“-Trilogie angesiedelte Geschichte um den jungen Obi-Wan Kenobi und seinen Meisters Qui-Gon Jinn, die zu dem idyllischen Planeten Naboo geschickt werden, um dort eine Blockade durch die Handelsföderation aufzulösen. Dabei geraten sie mitten in eine planetare Invasion, denn die neimodianischen Geschäftsleute und ihre Droidenarmeen stehen unter dem Bann des sinistren Darth Sidious, der seine ganz eigenen Pläne für die Galaxis hegt. Mit Mühe und Not (und ein wenig tollpatschiger Hilfe des eingeborenen Gungan Jar Jar Binks) gelingt es den beiden Jedi, Königin Amidala von Naboo zu retten und mit ihr zu fliehen. Allerdings wird ihr Fluchtschiff angeschossen und muss auf Tatooine notlanden.

Auf dem Wüstenplaneten verknüpft sich dann das Schicksal der beiden Jedi mit dem des Sklavenjungen Anakin Skywalker, der später als Darth Vader zu tragischer Größe heranwachsen soll. Im Rahmen eines spektakulären Podrennens gelingt es Qui-Gon Jinn, Anakin von seinem Besitzer Watto freizukaufen und den Jungen mit sich zu nehmen. Er soll nach Coruscant, in den Jedi-Tempel, um dort zum Jedi ausgebildet zu werden, denn der weise Jedi-Meister Qui-Gon glaubt in dem Jungen „den Auserwählten“ zu sehen, der die Macht ins Gleichgewicht bringt (selten wurde eine Prophezeiung so missverstanden ...). Auf Coruscant angekommen, versucht Amidala, im Senat Hilfe für ihren gebeutelten Heimatplaneten zu erhalten, leider erfolglos. Enttäuscht und zornig begibt sie sich nach Naboo zurück. Qui-Gon, Obi-Wan, Jar Jar und Anakin begleiten sie. Es kommt zur Schlacht von Naboo, während der die Weichen für die Zukunft des „Star Wars“-Universums gestellt werden.

Der 112 Seiten umfassende Softcover-Band versammelt die vier Heft-Einzelausgaben von 1999 (mein Gott, ist das auch schon wieder dreizehn Jahre her?) und erzählt darin praktisch wortwörtlich die Filmhandlung nach. Wortwörtlich stimmt dabei nicht ganz, denn die Dialoge im Comic entsprechen nicht wortgetreu den Dialogen im Film, was vermutlich daran liegt, dass er in seiner Erstauflage übersetzt wurde, bevor die deutsche Synchro fertig war. Die Abweichungen sind allerdings marginal und stören kaum.

Bedauerlicher ist dagegen, dass der Comic wirklich nichts anderes erzählt als das, was man auf der Leinwand zu sehen bekommt. Dabei verkürzt er die Actionsequenzen auch noch deutlich, was man vor allem beim Podrennen sieht, aber auch an anderer Stelle. Insgesamt wirkt die Handlung beinahe noch stärker verdichtet, als sie im Film bisweilen schon wirkte. Im Gegensatz zur Romanadaption von Terry Brooks wird hier die Chance vertan, zusätzliches Material anzubieten, das der Geschichte Fleisch gegeben hätte – und als Anreiz dienen könnte, den Comic zu kaufen.

Visuell ist der Comic gute Durchschnittsware. Ich habe schon schöner gezeichnete gelesen, aber es herrscht ein netter Detailreichtum vor. Leider gelingt es nicht ganz, die Dynamik, die der Film vor allem in seinen Actionsequenzen entwickelt, auf die Panels zu übertragen. Zu wenig mutig und explosiv kommt die Panelstruktur daher. Auch mit der rasanten Parallelmontage während der Endschlacht des Films hat der Comic leichte Schwierigkeiten.

Fazit: Das Multimedia-Projekt „Shadows of the Empire“ hat es 1996 vorgemacht: Man kann ein Abenteuer durchaus in mehreren Medien erzählen (etwa als Computerspiel, Buch und Comic) und dennoch spannend gestalten, indem man unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte setzt. Das ist im vorliegenden Fall leider nicht gelungen. Der Comic zu „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“ erzählt einfach – und stellenweise sogar noch verkürzt – die Filmhandlung nach, ohne ihr neue Aspekte hinzuzufügen. Gäbe es zu dem Comic keinen Film, wäre es eine nette und unterhaltsame „Star Wars“-Episode. Leider gibt es den Film. Und das macht diese Comic-Adaption ein wenig überflüssig.

Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung
Comic
Henry Gilroy, George Lucas
Panini Comics 2012
ISBN: 978-3-86201-315-9
112 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 9,95

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Donnerstag, 23. Juni 2011

Miles Flint 6: Kallisto

Der Ermittlungs-Profi Miles Flint glaubte bisher, alles über seine jüngst verstorbene Mentorin Paloma zu wissen. Doch dann findet er in ihrer Hinterlassenschaft Hinweise auf einen eigenartigen Fall. Die Spur führt ihn zur angesehenen Aleyd Corporation und darüber hinaus in seine eigene Vergangenheit, in der nicht alles so zu sein scheint, wie er es glaubte.

von Frank Stein

„Kallisto“ ist der sechste Band der Reihe um den Lokalisierungsspezialisten Miles Flint. Flint ist ein ehemaliger Cop, der den Dienst quittiert hat, um fortan nur noch seinem Gewissen folgen zu müssen, statt fragwürdigen Aliengesetzen. Er hat sich selbstständig gemacht hat und arbeitet als Mann, der Verschwundene auffindet – jedoch nicht, um sie wie ein Kopfgeldjäger dem Gesetz zuzuführen, sondern eher um selbigen gute Nachrichten zu überbringen (etwa die Aufhebung eines Haftbefehls).

Diesmal jedoch hat er es mit keinem normalen Fall zu tun; vielmehr rutscht er in eine Geschichte hinein, von der ihm gar nicht bewusst ist, wie brenzlig sie gerade ist. In den Dateien seiner vor Kurzem verstorbenen Mentorin Paloma findet er einige Datenfragmente über seine Tochter Emmeline. Eigenartig daran ist nur, dass Emmeline bereits vor Jahren als Kleinkind ums Leben gekommen ist, getötet von dem nachlässigen Betreuer einer Kindertagesstätte. Flint fängt an zu graben, und kommt dabei auf eine unglaubliche Spur. Ist es möglich, dass seine Tochter noch lebt und sich auf dem Jupitermond Kallisto befindet?

Autorin Kristine Kathryn Rusch hat ihre Geschichte diesmal in drei Handlungsstränge aufgeteilt, von denen sich zwei erst spät und einer nach seiner anfänglichen Abspaltung gar nicht mehr mit den beiden anderen trifft. Zum einen hätten wir da die Geschichte von Rhonda Shindo, vor ihrer Scheidung Rhonda Flint, der Ex-Frau von Miles Flint. Nach der Trennung von ihrem Mann im Anschluss an den Tod der gemeinsamen Tochter hat sie ihre Heimat, den Mond verlassen, und arbeitet nun für die Aleyd Corporation auf Kallisto. Dort wird sie von so genannten Beschaffern entführt, die sie einer außerirdischen Regierung übergeben wollen, der gegenüber sie ungewollt ein furchtbares Verbrechen, wenn auch lange zurückliegendes Verbrechen begangen hat.

Dem Kampf gegen ihre Entführer wird viel Raum gegeben, und das erzeugt ein Gefühl von Dringlichkeit, das umso stärker in den Passagen mit Miles Flint wirkt, der von all dem natürlich nichts weiß und gleichzeitig nur langsam die Hintergründe um den Tod seiner Tochter aus alten Dateien rekonstruiert. Doch so sehr man hofft, dass er die Zusammenhänge rasch genug begreift, sich nach Kallisto aufmacht und seine Frau rettet, so deutlich steht einem auch vor Augen, wie an den Haaren herbeigezogen die Gleichzeitigkeit der Entführung von Rhonda hier und des Datenfundes durch Miles da eigentlich ist. Es existiert keinerlei direkte Verbindung zwischen diesen Handlungssträngen, die als gemeinsamer zeitlicher Auslöser hätte dienen können.

Der dritte Handlungsstrang folgt Talia Shindo, Rhondas dreizehnjähriger Tochter, die sich nach dem Verschwinden ihrer Mutter alleine auf Kallisto durchschlagen muss und dabei in einen bürokratischen Dschungel gerät. Die Polizei, alte Anwälte ihrer Mutter und Repräsentanten der Aleyd Corporation geben sich bei ihr die Klinke in die Hand, und obwohl sie nur will, dass ihre Mutter gefunden wird, muss sie sich auf einmal mit Fragen herumschlagen, die sich alle um den Fall drehen, was geschieht, wenn Rhonda sterben sollte. Das wirkt seltsam unpassend in diesem Moment, und es verwirrt auch ein bisschen, dass die tatsächliche Polizeiarbeit kaum beleuchtet wird, sondern dass es fast ständig nur um juristische Winkelzüge geht. So fühlt man sich dem Verbrechen der Entführung seltsam fern, obwohl man sich auf Kallisto direkt am Schauplatz des Geschehens befindet.

Fazit: Mit „Kallisto“ bleibt Kristine Kathryn Rusch ihrem Stil treu. Wieder wird sehr viel ermittelt, stehen Datenrecherche und juristische Spielchen im Vordergrund. Durch den Erzählstrang der entführten Rhonda erhält die ganze Handlung für den Leser zwar eine spürbare Dringlichkeit; diese scheint sich jedoch nur bedingt auf die Protagonisten zu übertragen – am Wenigsten auf Flint, der von dem Zwischenfall sowieso erst kurz vor Schluss erfährt. Rusch opfert hier Dramatik zugunsten von etwas, das man bürokratischen Realismus nennen möchte. Das hat seinen Reiz, weckt allerdings auch ein wenig den Unmut des Lesers, denn warum bemüht Rusch erst einen unwahrscheinlichen Zufall (den, dass Rhonda entführt wird und Miles zeitgleich ihren alten Fall bei Palomas Akten findet), wenn dann nichts daraus gemacht wird?

Kallisto (Miles Flint Bd. 6)
Science-Fiction-Roman
Kristine Kathryn Rusch
Bastei Lübbe 2009
ISBN: 978-3-404-23339-7
432 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 8,95

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Dienstag, 2. Februar 2010

Star Trek (2-Disc Special Edition / Blu-ray)

Wer hätte das gedacht? Kirk, Spock und McCoy tun’s noch einmal auf der großen Leinwand. Dabei waren sie doch bereits 1991 am Ende von „Star Trek VI – Das unentdeckte Land“ mit Fanherzen erwärmender Geste „bis zum Sonnenaufgang“ geflogen. Und nach dem finanziellen Flop des TNG-Kinofilms „Nemesis“ schien das Ende des cineastischen „Star Treks“ ohnehin besiegelt. Doch dann kam J. J. Abrams, und mit ihm kam ein Wort, das seitdem durch viele Franchises geistert: Reboot. Zurück auf Anfang und noch mal von vorne. Das erste der neuen Abenteuer der Classic Crew gibt es nun auf Blu-ray zu bewundern.

von Frank Stein

Die Handlung stammt aus der Feder von Alex Kurtzman und Roberto Orci, die zuvor etwa die Drehbücher zu „Die Insel“, „Mission Impossible III“ und „Transformers“ verfasst hatten. Das merkt man praktisch sofort: Das neue „Star Trek“ ist jung, actionreich, sexy, mal mehr, mal weniger witzig und schert sich die meiste Zeit nicht wirklich um Plotlogik, solange es dem Tempo und den Schauwerten zugute kommt. Das wirkt bisweilen wie ein „Star Wars“-Film im anderen Gewand, und nicht ohne Grund haben spitzfindige Fans im Internet bereits den Inhalt von „Star Trek“ und „Star Wars – Episode IV“ in gleichen Worten und parallel montierten Bildern erzählt. Aber der Reihe nach …

Die Handlung

Im Jahr 2387 – das erfährt man aber erst in Rückblenden (beziehungsweise etwas ausführlicher im bei Cross Cult erschienen Begleit-Comic „Countdown“) – wird die Heimatwelt der Romulaner durch eine Supernova zerstört. Nero, der romulanische Captain eines Bergbauschiffes, gibt wahlweise Spock, den Vulkaniern oder gleich der ganzen Föderation die Schuld daran, lässt sein Schiff in einem geheimen Flottenstützpunkt experimentell aufrüsten und reist dann, zugegeben nicht ganz freiwillig, durch ein schwarzes Loch in die Vergangenheit. Dort, im Jahr 2233, trifft er auf die U.S.S. Kelvin und zerstört diese. An Bord befinden sich auch die Eltern des just in diesen Augenblicken geborenen James T. Kirk. Während die Mutter mit Klein-Jim entkommt, stirbt der Vater den Heldentod.

Durch Neros Eingreifen wird die Zeitlinie verändert, und eine parallele Zeitlinie entsteht (was die Autoren als Kniff verwendeten, um ihren Reboot in den bisherigen Kanon einzubinden, ohne daran etwas dauerhaft zu verändern). Kirk wächst als junger, vaterloser Rebell auf, der von der Sternenflotte nicht viel hält, bis er eines Tages nach einer Schlägerei in einer Bar von einem alten Freund seines Dads, Christopher Pike, ins Gewissen geredet bekommt. Es folgt ein rascher Streifzug durch Akademietage, die Kirk mit McCoy, Uhura und Spock zusammentreffen lässt – nicht immer unter den besten Umständen, denn gerade der menschliche Rabauke und der halbvulkanische Pedant kommen anfangs überhaupt nicht miteinander klar.

Die Wege der Protagonisten führen 2258 letztendlich auf Pikes Raumschiff, der neu in Dienst gestellten U.S.S. Enterprise, zusammen, als ein Notruf vom Vulkan eintrifft und alle verfügbaren Raumschiffe mit Kadetten besetzt (oder zumindest deren Besatzungen durch sie verstärkt) werden müssen, weil die reguläre Flotte natürlich an völlig anderer Stelle viel Wichtigeres zu tun hat. Nach 25 Jahren ist Nero wieder aus der Versenkung aufgetaucht und beabsichtigt nichts Geringeres, als die Heimatwelt von Spock zu vernichten. Die junge Besatzung – darunter auch der Pilot und Fechtmeister Sulu und der wissenschaftliche Wunderknabe Chekov – nimmt den Kampf gegen den Wahnsinnigen auf, in dessen Verlauf Kirk nicht nur dem eigenwilligen Ingenieur Scotty, sondern auch einem „alten Freund“ begegnet.

Der Film

Eins muss man Abrams neidlos zugestehen. Es ist ihm wirklich gelungen, „Star Trek“ ins 21. Jahrhundert zu bringen. Die Effekte sind hervorragend, der visuelle Stil wird von Farbfiltern, Lensflares und einem rasanten Schnitt-Tempo beherrscht, wie man es von modernen Actionfilmen eben erwartet, und die Ausstattung von der Uniform bis zur Brückenkonsole fühlt sich einfach echt an. Mitunter leider zu echt. Manch Zuschauer mag sich gewundert haben, warum der Maschinenraum der Kelvin und auch der Enterprise wie eine Fabrikhalle (inklusive Betonfußboden) anmutet. Genau deshalb, weil diese Szenen aus Kostengründen in Fabrikhallen gedreht wurden. Angesichts der Tatsache, dass uns diese Enterprise womöglich noch einige Filme lang begleiten wird, wäre hier etwas mehr Liebe zur Set-Ausstattung wünschenswert gewesen.

Das Ensemble liefert praktisch durch die Bank eine eindrucksvolle Vorstellung ab. Chris Pine gibt den zukünftigen Raumschiff-Captain ebenso schlagkräftig wie mit jungenhafter Nonchalance. Zachary Quinto gefällt als Sohn zweier Welten, der auch in dieser Zeitlinie spürbar mit seinen Gefühlen zu kämpfen hat. Und Karl Urban lässt den guten Doktor McCoy auf eine Weise wieder auferstehen, die einen glauben lässt, er sei vom Geist DeForest Kelleys beseelt worden. Einzig Simon Pegg als Scotty interpretiert die Rolle deutlich exaltierter als seinerzeit James Doohan, aber selbst das ist in meinem Augen in Ordnung, denn die ganze Besatzung ist irgendwie jünger, wilder und aufgeregter als ihre Vorgängerinkarnation. Das entspricht einfach dem heutigen Zeitgeist.

Störender sind einige Handlungsmomente, über die man immer wieder stolpert. Warum sich manche Fans über die „Rote Materie“ aufregen, will sich mir nicht völlig erschließen (es gab schon ganz andere Dinge bei „Star Trek“). Ich frage mich eher, warum Nero 25 Jahre lang Däumchen gedreht hat, bevor er Vulkan angriff. Warum Spock Kirk einfach auf einem Eisplaneten aussetzen kann, ohne dass irgendjemand in der Besatzung gegen diesen de-facto-Mordversuch Einspruch erhebt (und gibt es keine Arrestzellen in dieser Zeitlinie?). Warum die Innenraumgestaltung von Neros Schiff so jedem Sinn und Zweck zu entbehren scheint (außer bedrohlich auszusehen). Und wie es möglich ist, dass ein Kadett, dem noch ein Verfahren wegen Betrug anhängt, binnen einer Woche zum Ersten Offizier und dann zum dekorierten Raumschiffcaptain aufsteigt. Solche Fragen kann man sich stellen. Oder man denkt nur „Transformers“, zuckt mit den Schultern und genießt die Show.

Die Blu-ray

Die mit einem der beliebten Wendecover versehene Blu-ray ist hervorragend ausgestattet. Die hohe Bildauflösung kommt zwar aufgrund der zumeist unruhigen, überstrahlten und gefilterten Bilder oft nicht ganz zur Geltung, dennoch ist der Eindruck, der sich etwa auf der Brücke oder im Weltraum einstellt, hervorragend. Darüber hinaus steckt man als Zuschauer akustisch wirklich mitten im Geschehen drin. Das merkt man vor allem in Kampfsequenzen, in denen es aus allen Lautsprechern rumst und scheppert.

Das Bonusmaterial ist erfreulich umfangreich und lässt für den Fan, der hinter die Kulissen schauen möchte, kaum Wünsche offen. Auf der ersten Scheibe findet sich ein Audiokommentar von Regisseur J. J. Abrams, den Produzenten Bryan Burk und Damon Lindelof sowie den Drehbuch-Autoren Alex Kurtzman und Roberto Orci. Auf der Habenseite gibt es hier zu verbuchen, dass die Jungs wirklich viel zu erzählen haben. Leider manchmal alle gleichzeitig, was der Verständlichkeit nicht immer zugute kommt. Theoretisch sollte es außerdem BD-Live-Features geben, die allerdings allem Anschein nach nicht realisiert wurden (zumindest war auf meinem Player nur ein „Coming Soon“-Hinweis).

Auf dem zweiten Silberling finden sich dann diverse, in HD produzierte Dokumentationen. In zehn Featurettes wird auf die unterschiedlichen Aspekte der Produktion eingegangen. „Wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist“ (16:41) erzählt davon, wie es zu dem Reboot kam. Das „Casting“ (28:53) beschreibt die Suche nach einer neuen, alten Crew. „Eine neue Vision“ (19:31) für das „Star Trek“-Universum wird im gleichnamigen Beitrag entworfen, wobei interessanterweise „Star Wars“ explizit als Vorbild genannt wird. Die Gestaltung der „Raumschiffe“ (24:33), „Aliens“ (16:30), „Planeten“ (16:10) und der „Ausstattung und Kostüme“ (9:22) wird dann in immer kürzer werdenden Kapiteln behandelt. Dabei kommen leider die Effekte an sich etwas zu kurz. Gerade die Arbeit von ILM wäre im Detail für den Fan höchst spannend gewesen. Interessant sind auch die Kapitel zum Akustischen – „Ben Burt und die Sounds von Star Trek“ (11:45) sowie „Musik“ (6:28). Diese für das Kino so wichtigen, aber in Dokus immer wieder sträflich vernachlässigten Tätigkeitsfelder hätten auch hier noch etwas länger sein dürfen. Den Abschluss bildet „Gene Roddenberrys Vision“ (8:47).

Darüber hinaus finden sich noch neun „Entfernte Szenen“ mit optionalem Audiokommentar sowie ein „Gag Reel“, dessen Humor allerdings zu forciert wirkt, um zu wirken. Ein Trailer zum Film sowie der „Sternenflotten-Raumschiff Simulator“. mit dem man von außen die 3D-Modelle der Enterprise sowie der Narada betrachten kann, runden das Bonusmaterial ab. Besitzer einer WebCam können zuletzt auf www.experience-the-enterprise.com die Enterprise durch ihr Wohnzimmer fliegen lassen. (Was bei meinem Mac allerdings irgendwie nicht funktionierte.)

Fazit: „Star Trek“ mag vielleicht nicht ganz das sein, was sich mancher Fan erhofft hat, aber der Film ist zweifellos deutlich besser, als zu befürchten war, auch wenn die humanistische Vision zugunsten des Popcorn-Feelings etwas gelitten hat. Den direkten Vergleich mit früheren Kinofilmen (die auch zumeist keineswegs frei von seltsamen Handlungsmomenten oder nicht ganz geglücktem Humor waren) muss er jedenfalls nicht scheuen. Und wenn man den Film zum wiederholten Male anschaut, merkt man durchaus, dass man sich immer mehr für ihn zu erwärmen beginnt. Die sympathischen Darsteller und die tolle Optik machen es einem leicht. Und die hervorragende Blu-ray-Edition macht es möglich.

Star Trek
USA 2009
Regie: J. J. Abrams
Darsteller: Chris Pine (Kirk), Zachary Quinto (Spock), Karl Urban (McCoy), Leonard Nimoy (Spock Prime), Eric Bana (Nero), Bruce Greenwood (Christopher Pike), Zoe Saldana (Uhura), Simon Pegg (Scotty), John Cho (Sulu), Anton Yelchin (Chekov)

Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 02.11.2009

Länge: 127 min.
Bildformat: 2.40:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby TrueHD 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1), Hörfassung für Blinde in Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Dänisch, Holländisch, Finnisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch

Bonusmaterial: Audiokommentar, BD-Life-Content, Wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist (HD), Casting (HD), Eine neue Vision (HD), Raumschiffe (HD), Aliens (HD), Planeten (HD), Ausstattung und Kostüme (HD), Ben Burt und die Sound von Star Trek (HD), Musik (HD), Gene Roddenberrys Vision (HD), Entfernte Szenen, Sternenflotten-Raumschiff-Simulator, Gag-Reel, Trailer

Preis: EUR 22,95

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Freitag, 27. November 2009

Star Wars: The Clone Wars – Staffel 1 (Blu-ray)

Als im Sommer 2008 der Film „Star Wars: The Clone Wars“ in die Kino kam, schieden sich an ihm die Geister. Peinliche Handlung um einen Babyhutten, seltsam holzschnittartig agierende Figuren, eintönige Hintergründe (vor allem auf Tatooine) … Das waren Kritikpunkte, die Fans dem neuen Film aus der Schmiede von George Lucas vorwarfen. Dann kam die TV-Serie, für die der Film eigentlich nur der Pilot gewesen war. Und man musste überrascht eingestehen: Sie war in jeder Hinsicht besser als ihr „großer Bruder“. Und mit dem Erscheinen auf Blu-ray ist sie sogar noch ein bisschen besser geworden.

von Frank Stein

Die grundlegende Situation ist rasch umrissen: Während der Krieg zwischen der Republik und der Konföderation der Separatisten in der Galaxis tobt, kämpfen die heroischen Jedi, darunter Yoda, Anakin Skywalker, Obi-Wan Kenobi und Anakins neuer Padawan Ahsoka Tano darum, Frieden und Ordnung wiederherzustellen. Unterdessen setzen die Separatisten, angeführt vom charismatischen Count Dooku, seiner Attentäterin Asajj Ventress und dem bösartigen Droidengeneral Grievous, alles daran, die Republik zu stürzen und die Macht zu übernehmen.

22 Episoden enthält die erste Staffel der neuen „Star Wars“-Animationsserie, die in einer hübschen, buchartigen Hülle daherkommt. Jede der Episoden beginnt mit einem kleinen Motto in der typischen blauen „Star Wars“-Schrift, einer kurzen Weisheit, wie sie aus dem Munde Yodas stammen könnte und die der jeweiligen Episode als Motiv übergeordnet ist. Ein Hauch von pädagogischem Wert inmitten des ansonsten fröhlich sinnfreien Droidenschlachtens.

Vor der eigentlichen Handlung steht zudem ein kurzes Intro, das in einem flotten Bilderreigen und von einem reißerisch klingenden Sprecher untermalt die gegenwärtige Situation darlegt und somit die gesamte langwierige Exposition einer Episode erspart. Der Stil erinnert stark an die Kriegsberichtserstattung der „tönenden Wochenschauen“ aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, und das ist nicht nur Absicht, sondern auch Programm der ganzen Serie.

Entsprechend bietet „The Clone Wars“ inhaltlich vor allem eines: heroische Kampfepisoden. Sei es auf der Suche nach einer Superwaffe der Separatisten, beim Infiltrieren der feindlichen Reihen, bei Verhandlungen mit wankelmütigen Bündnispartnern oder dem Erobern und Zurückerobern beliebiger Randweltenplaneten: Immer werden uns heldenhafte Jedi, treue Klonkrieger, tumbe Droiden und sinistre Separatistenführer im Widerstreit gezeigt, die sich mit flotten Sprüchen auf den Lippen gegenseitig die Hucke vollhauen.

Natürlich finden sich auch einige kurze, besinnliche Momente in den Folgen, die als Kontrapunkte zur reichhaltigen Action gesetzt werden. Doch man muss schon genau aufpassen, damit man die Botschaft mitbekommt, bevor die nächste Spannungssequenz folgt. Denn „The Clone Wars“ ist keine moderne Serie in dem Sinne, dass sie auf Charakterentwicklung, große Gefühle und ausgefeilte Plot-Twists bauen würde. Sie stellt vielmehr das dar, was „Star Wars“ im Kern schon immer war: ein phänomenal buntes Weltraum-Märchen im Stil der 30er-Jahre-Serials wie „Flash Gordon“ oder „Buck Rogers“.

Das mag eine naive Art des Erzählens sein. Und doch funktioniert sie, wenn man sich mal innerlich von diesen hochbedeutungsschwangeren und -komplexen Erwachsenenserien wie „Battlestar Galactica“ oder „Lost“ zu lösen vermag und den kindlichen „Sense of Wonder“ zulässt. Denn zum Staunen bietet „The Clone Wars“ wirklich einiges – und damit spreche ich nicht nur von den zahllosen neuen Raumschiffen, Droidentypen und Klonsoldaten, die jedem Fan des Expanded Universe das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Die im ersten Moment etwas befremdlich wirkende Optik, mit ihren seltsam kantigen Figuren und den 3D-Objekten in einer geradezu in Öl gemalten Welt, ist mitunter wahrlich atemberaubend und wunderschön zugleich. Wenn sich General Grievous Superraumschiff von drei republikanischen Sternenzerstörern verfolgt brennend durchs All schleppt, wenn über der Prärie eines fremden Planeten ein prachtvoller Sonnenuntergang die Wolken am Himmel in ein Farbenspektakel verwandelt, wenn Ahsoka Tano mit Meisterin Luminara Unduli gegen die Sith-Attentäterin Asajj Ventress in einem explodierenden Maschinenraum im Lichtschwertduell bestehen muss, dann sind das Momente, in denen man den Film anhalten und sich das Standbild gerahmt an die Wand hängen möchte.

In diesen Momenten entfaltet das Medium Blu-ray (um das mal erwähnt zu haben) wahrhaftig seine ganze Wirkung. Das Bild ist wirklich gestochen scharf und während manche Raumschiffe mit geradezu fotorealistischem Detailreichtum vor einem phänomenalen Sternenmeer dahingleiten, ist der Eindruck sogar noch nachhaltiger in Szenen wie den oben beschriebenen, in denen wundervolle Farbverläufe, kunstvoll texturierte Hintergründe und das Spiel von farbigem Licht den Bildern eine Fülle verleihen, die man im gleichnamigen Kinofilm noch an vielen Stellen vermisst hat. Hier merkt man in der Tat, dass das Team um Serienkoordinator Dave Filoni immer besser wurde und wird.

Apropos Kinofilm: Im Gegensatz zur TV-Ausstrahlung, die „Star Wars: The Clone Wars“ noch in 16:9 (1,85:1) präsentierte, ist die Serie auf der Blu-ray im originalen Scope-Kinoformat von 2,35:1 abgelegt. Das heißt, es finden sich zusätzliche Bildinformationen an beiden Rändern des Bildes, die zwar meist nicht von großer Bedeutung sind, das Bildkader aber weniger eingeengt wirken lassen, als noch im Fernsehen. Dieser Umstand st übrigens falsch auf der Hülle abgedruckt, die noch ein Format von 1,85:1 behauptet!

Auch auf der Tonebene weiß die Serie voll und ganz zu überzeugen. Die Musik ist zwar nicht von John Williams, aber auch Kevin Kiner, der einen nicht ganz so orchestralen, doch kaum weniger vielfältigen und dynamischen Soundtrack beisteuerte, weiß zu gefallen. Die großartige Tonkulisse zieht dann wirklich alle Register. Von allen Seiten jaulen Blaster, dröhnen Schiffstriebwerke und summen Lichtschwerter – das richtige Equipment im Heimkino vorausgesetzt. Alle Geräusche entstammen dem Sound-Fundus der Kinofilme und sorgen somit für erstklassige „Star Wars“-Atmosphäre.

Die englischsprachen Sprecher sind natürlich nicht Hayden Christensen oder Ewan McGregor, aber das merkt man eigentlich kaum, denn ihre Ersätzmänner verleihen den Figuren authentisch klingende Stimmen. Einige Schauspieler, wie Anthony Daniels (C-3PO) und Ahmed Best (Jar Jar Binks) ließen es sich sogar nicht nehmen, wieder selbst vors Mikrofon zu treten, dazu kommen namhafte Gaststars wie James Marsters (Spike aus „Buffy“), George Takei (Sulu aus „Raumschiff Enterprise), Ron Perlman oder Michael York. In Deutschland dürfen sich die Fans übrigens über die originalen Sprecher der Prequel-Kinofilme freuen – hier zahlt sich aus, dass Synchronsprecher eben keine teuren Hollywoodschauspieler sind.

Das Bonusmaterial der Blu-ray ist gut, aber nicht überragend. Zu jeder Episode existiert ein kurzes Featurette (zuvor bereits auf www.starwars.com zu sehen), das die Macher nutzen, um in etwa jeweils fünf Minuten über die wichtigen Themen und Figuren der Episode zu sprechen. Dazu kommt noch das so genannte Jedi Archiv, das das Gesagte durch Illustrationen und Animationsentwürfe ergänzt. Außerdem gibt es eine kurze Vorschau auf die zweite Staffel, einen Trailer zu dem Computerspiel „Republic Heroes“ sowie ein in der buchförmigen DVD-Hülle eingeklebtes Booklet mit weiteren Konzeptzeichnungen (und natürlich dem Hinweis auf das viel dickere Werk „Art of Star Wars The Clone Wars“).

Zwei Dinge fehlen mir allerdings. Zum einen gibt es kein richtiges Making-Of, das umfassendere Einblicke in die Entwicklung und Produktion der Serie bietet. Dabei wäre es beispielsweise hochinteressant gewesen, zu sehen, wie sich de facto die visuelle Qualität der Serien-Episoden durch Weiterentwicklungen im Produktionsablauf gesteigert hat. Zum zweiten werden sieben Episoden laut Menü als „Director’s Cut“ angeboten. Leider wird nirgendwo erklärt, was das zu bedeuten hat. Sind die Episoden länger? Sind sie umgeschnitten worden? Wurden sie optisch aufpoliert? Ein kurzer Hinweis wäre hier nicht fehl am Platze gewesen. (Sie sind wohl etwas länger, wie eine Recherche ergab, allerdings wäre mir das nicht aufgefallen.)

Fazit: Wer kurzweilige, visuell eindrucksvolle Animationsunterhalt mag, ist bei „Star Wars: The Clone Wars“ genau richtig. Inhaltlich darf man nicht mehr als heroische Space Opera erwarten, aber optisch auch nicht weniger! Und Freunde des Expanded Universe erfreuen sich an der Fülle neuer „Puzzlestücke“ (von Kommandodroiden, über gewaltige, im Weltraum lebende Flugkreaturen und separatistische Superraumer, bis hin zu Klonsoldaten in Winterrüstung), die das phantastische Panoramabild der Galaxis weit weit entfernt noch etwas bunter machen.

Star Wars: The Clone Wars – Staffel 1
USA 2008
Regie: Dave Filoni, Rob Coleman u. a.
Sprecher: Matt Lanter (Anakin Skywalker), James Arnold Taylor (Obi-Wan Kenobi), Ashley Eckstein (Ahsoka Tano), Anthony Daniels (C-3PO), Ahmed Best (Jar Jar Binks), Matthew Wood (General Grievous) u.a.

Vertrieb: Warner Home Video
Erscheinungsdatum: 20.11.2009

Länge: 502 min.
Bildformat: 2,35:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch

Bonusmaterial: 22 Behind-the-Scenes-Featurettes mit Interviews mit dem Regisseur und der Crew, 68-seitiges Booklet mit Zeichnungen und Anmerkungen der Künstler, Vorschau auf Staffel 2, Game_Trailer: Republic Heroes, Starwars.com-Trailer, Die Jedi-Tempel-Archive: eine umfangreiche Datenbank mit frühen Testanimationen, Konzeptentwürfen und 3D-Ansichten

Preis: EUR 47,99

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Sonntag, 2. August 2009

Mutant Chronicles (Blu-ray)

Wenn ein Rollenspieler den Titel „Mutant Chronicles“ hört, denkt er dieser Tage vor allem an das schicke Sammelfigurenspiel von Fantasy Flight Games. Tatsächlich ist das jedoch der Name eines 1993 von Target Games publizierten Rollenspiels, das in einer postapokalyptischen Welt die Soldaten von vier Megakonzernen gegen die Horden der Dark Legion ums Überleben der Menschheit kämpfen lässt. Aus diesem düsteren Setting hat Regisseur Simon Hunter jetzt einen futuristischen Actionkracher mit Thomas Jane, Ron Perlman, Benno Fürmann und John Malkovich gemacht.

von Frank Stein

Die Handlung

Wir schreiben das Jahr 2707. Die Menschheit hat alle natürlichen Ressourcen der Erde aufgebraucht, und es herrscht Krieg zwischen den Armeen der vier führenden Großkonzerne Bauhaus, Capitol, Imperial und Mishima. Während einer Schlacht zwischen Truppen von Bauhaus und Capitol wird versehentlich ein uraltes Siegel freigesprengt, das eine Welt unter der Erde verschlossen hielt. Hier unten sperrten die Menschen vor zwei Jahrtausenden „The Machine“ ein – eine aus dem All gekommene Maschine, die Menschen in blutrünstige Mutanten verwandelt. Erneut zum Leben erweckt, schwärmen die Schergen der Maschine über die Erde aus, und die Menschheit kann ihnen nichts entgegensetzen, denn die „untoten“ Krieger verspüren keine Schmerzen und sind kaum umzubringen.

In dieser auswegslosen Lage begibt sich Samuel – ein Priester jener geheimen Bruderschaft, die das Wissen um und die Lage der Maschine Jahrtausende geheim gehalten hat – mit seiner stummen, aber kampferprobten Novizin Severian auf die Reise, um eine Truppe tollkühner Söldner zusammenzustellen, die mit ihm zum Herz der Maschine vordringen und diese zerstören soll. Unter seinen Rekruten befinden sich der desillusionierte Ex-Capitol-Soldat Mitch Hunter, der aristokratische Bauhaus-Offizier Steiner und die Mishima-Kriegerin Valerie Duval. Im Gepäck haben sie ein uraltes Bauteil der Maschine, von dem es heißt, es mache die Maschine unschädlich, sowie ein Buch, das den Reisenden den Weg in die Dunkelheit zeigt. Es wird eine Mission ohne Wiederkehr.

Der Film

Trotz aller Versuche seiner Macher, dem Film mit Namen wie „Punisher“ Thomas Jane, „Hellboy“ Ron Perlman, John Malkovich, Benno Fürmann und der asiatischen „Sin City“-Schönheit Devon Aoki einen Hauch von Big Budget zu verleihen, ist „Mutant Chronicles“ im Grunde ein B-Movie. Die Story weist Löcher auf, die zu groß sind, um sie selbst mit dem Riesensiegel der Bruderschaft zu schließen. So mag man sich fragen, warum die Bruderschaft, wenn sie schon seit dem ersten Krieg gegen die Mutanten im Mittelalter die sehr exakte Anleitung und das Bauteil zur Zerstörung der Maschine besitzt, diese nicht bereits damals ausgeschaltet hat.

Ähnlich könnte man sich wundern, warum Samuel nur ein dreckiges Dutzend an Söldnern zur Verfügung gestellt wird, wenn man doch auch mit einer Legion von Schwert schwingenden Soldaten hätte angreifen können (nun gut, manchmal führt Heimlichkeit eher zum Ziel als Gewalt – das mag immerhin sein.) Dazu kommen mitunter völlig belanglose Dialoge, ein vor allem zu Anfang irgendwie holpriger Schnitt und Spezialeffekte, die den tatsächlichen Independent-Charakter der Produktion nicht verbergen können. Entsprechend startete der Film auch zuerst in Russland, dann Griechenland und den Philippinen. Hierzulande kam er direkt auf DVD heraus.

Man kann das Ganze aber auch anders sagen: „Mutant Chronicles“ ist im Grunde ein B-Movie. Als ein solches aber macht der Film durchaus Spaß! Das mit schmalem Budget, aber viel Herzblut auf der Isle of Man realisierte, düstere Kriegsszenario, das die visuelle Tristesse des 1. Weltkriegs mit Steampunk-Elementen und Zombie-Horror mischt, vermag Fans ungewöhnlicher Weltenentwürfe durch irre Ideen, wie etwa dampfbetriebene Raumschiffe, zu begeistern. Der Geldmangel wird durch viel Nebel, Regen, Dunkelheit und den geschickten Einsatz digitaler Farbfilter kaschiert, was dem Ganzen eine zusätzlich bedrückende Atmosphäre und einen sehr eigenen Stil verleiht, der stark mit Sepiatönen, viel Schwarz-Weiß und einigen gezielten Farbflecken arbeitet. Hierzu passt sogar das „Sin City“-artig grellrote Kunstblut, das in den Kampfszenen immer wieder spritzt.

Die Mutanten sind eine Art krude, aber durchaus sehenswerte Mischung aus frankenstein’schen Kreaturen und den Borg aus „Star Trek“ (in einer Szene erlebt man sogar die Steampunk-Version einer Borgifizierung des Protagonisten). Und die Handlung bietet so viel Stoff und lässt so viele Details einer spannenden „Spielwelt“ aufblitzen, dass einem die 112 Minuten viel zu kurz erscheinen. Die Queste Bruder Samuels und seiner achtköpfigen Ringgemeinschaft – pardon: Söldnertruppe –, die ausziehen, um Sauron – verflixt: The Maschine – ein ringförmiges Etwas ins Herz zu rammen, hätte also gerne noch länger dauern können.

Die Blu-ray

Die Blu-ray bietet theoretisch ein Top-Bild und sogar DTS-HD 7.1 Ton. Faktisch ist der Film über weite Strecken zu dunkel, als dass die hohe Auflösung wirklich zum Tragen käme. An einigen Stellen ist zudem Unruhe im Bild zu bemerken, etwa ein Flirren auf Ron Perlmans roter Mönchskutte oder leichtes Rauschen im Schwarzbereich. Dies dürfte aber weniger ein Kompressionsproblem, sondern eher der nachlässigen digitalen Nachbearbeitung geschuldet sein.

Das Bonusmaterial hält sich in Grenzen. Es gibt eine 6-minütige B-Roll, also unsortiert zusammenmontierte Filmaufnahmen der Dreharbeiten, außerdem eine Reihe Kurzinterviews mit den Darstellern und der Crew sowie den Trailer. Das war es auch schon. Kurioserweise gab es mal vor einem Jahr oder so eine offizielle Website zu dem Film, auf der sich diverse Weblogs zur Produktion befanden. Diese haben es leider nicht auf die Silberscheibe geschafft. Allerdings sind sie auch im Netz irgendwie nicht mehr zu finden (was bedauerlich ist).

Fazit: Im großen Ganzen ist „Mutant Chronicles“ durchaus eine positive Überraschung. Natürlich hat der Film diverse handwerkliche Schwächen, aber wer kein großes Kino erwartet, sondern schlichte Genre-Kost mit ein paar echt netten Einfällen, der wird nicht enttäuscht werden. Wer Filme in der Art von „Pitch Black“ mag, der dürfte auch mit diesem Science-Fiction-Action-Kriegsfilm (und ein paar Bier) einen unterhaltsamen Samstagabend verbringen.

Eine Anmerkung am Rande: Die DVD ist hierzulande in seiner ungekürzten Fassung nur mit SPIO/JK-Siegel erschienen, was einen furchtbare Brutalitäten erwarten lassen würde. Tatsächlich ist der Film kaum brutaler als der bereits angedeutete „Herr der Ringe“. Ja, ein paar Soldaten werden Mutanten-Dorne durch den Schädel getrieben. Ja, hier und da hauen die Helden dreckigen Untoten auch mal Gliedmaßen ab. Aber all das bewegt sich in einem derart fantastischen und optisch stilisierten Umfeld, dass es einen kaum mehr berührt, als wenn Gimli einem Uruk-hai die Rübe vom Hals hackt. Und all die Kriegsfilme, denen die Macher vor allem in der Eingangssequenz nacheifern, sind in ihrer realistischen Darstellung von Tod und Verstümmelung definitiv härter!

Mutant Chronicles
USA 2008
Regie: Simon Hunter
Darsteller: Thomas Jane (Mitch Hunter), Ron Perlman (Bruder Samuel), John Malkovich (Constantine), Benno Fürmann (Steiner), Devon Aoki (Valerie Duval)

Vertrieb: Splendid Film
Erscheinungsdatum: 31.10.2008

Länge: 112 min.
Bildformat: 1,85:1 (1080p HD)
Tonformat: Deutsch (Dolby DTS 7.1), Englisch (Dolby DTS 7.1)
Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: B-Roll, Interviews mit Cast & Crew, Trailer

Preis: EUR ca. 20,00

bei amazon.de bestellen (Die „FSK 18“-Version ist leicht gekürzt.)

Montag, 29. Juni 2009

Terminator – Infinity

Der Blechmann ist nicht totzukriegen. Während in den Kinos bereits die vierte Fortsetzung des 1984 von James Camerons aus der Schmelzgrube gehobenen „Terminator“-Franchise läuft, bringt Panini Comics parallel den Comic „Terminator – Infinity“ heraus, der die Handlung nach Kinofilm Nummer 3, „Rebellion der Maschinen“, fortsetzt. Auf einer zerstörten Erde des Jahres 2009 – genauer dem 17.07.2009, also in ein paar Tagen ;-) – macht sich ein junger John Connor auf den Weg, Geschichte zu schreiben.

von Frank Stein

2033. Skynet steht vor dem Ende. Der Widerstand der Menschheit gegen die Maschinen war erfolgreich, und das intelligente Computernetzwerk mit seinen Roboterschergen steht vor der Vernichtung. Um dies zu verhindern, wird der T-Infinity auf den Weg gebracht, der Prototyp eines Temporal-Terminators, der gezielt in Zeitlinien eingreift, um diese zu Skynets Gunsten zu korrigieren. (Nicht, dass das nicht alle anderen Terminatoren auch schon getan hätten, aber Temporal-Terminator klingt doch mal echt schick – und er weist auch ganz tolle blaue Leuchteffekte auf seiner Chromrüstung auf.) Dabei verfolgt das Netz eine betörende neue Strategie: Kill Your Darlings. Soll heißen: Vernichte die alten Terminatoren, denn letzten Endes sind deren Eingriffe in die Vergangenheit ja Schuld daran, dass John Connor überhaupt zum Gejagten und zum Krieger wird (an dieser Stelle verliert selbst Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“ den Überblick über die Zeitlogik des „Terminator“-Franchise… Aber was soll’s; es bietet coole Action, nur darauf kommt es an).

Im Jahr 2009 sitzt derweil ein versoffener, vom Leben verprügelter John Connor in seinem Bunker, der in den letzten paar Jahren seit dem nuklearen Holocaust seine Heimat war. Sein Mädel aus „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ ist natürlich zwischendurch gestorben, denn man muss ja Platz machen für eine neue Liebesgeschichte. Eigentlich will John nur noch in Selbstmitleid versinken, doch irgendwann brennt die Umweltkontrolle des Bunkers durch, und er wird gezwungen, sich der Welt da draußen zu stellen. Dabei trifft er nicht nur auf Widerstandskämpfer, denen er sich anschließt, sondern auch auf einen neuen Freund namens „Onkel Bob“ (was natürlich für Ärger sorgt). Gemeinsam versuchen sie, Skynet da zu treffen, wo es richtig wehtut, während John langsam seine Bestimmung entdeckt und annimmt. Unglücklicherweise setzt sich ein unerbittlicher Feind auf ihre Spur: der T-Infinity.

„Terminator – Infinity“ bietet auf 132 Seiten genau das, was Fans des Franchise lieben: krachende Action, wilde Zeitmanipulationsversuche und überall Verweise auf die bisherigen Filme, die – vom aktuellen Christian-Bale-Streifen abgesehen – alle in die Continuity der Autoren aufgenommen wurden. Erfreulich ist auch die Optik. Autor Simon Furman und Illustrator Nigel Raynor orientieren sich an der dunklen Zukunft der Cameron-Streifen. Gerippe zerstörter Städte ragen in einen mal schwarzen, mal blutroten Himmel auf, ständig regnet es und dazwischen gleiten die Jäger-Killer unter den dichten Wolken dahin, während T-800er auf den Straßen patrouillieren. Alt-Fans, denen das Irak-Krieg-meets-Transformers-Setting von „Terminator: Die Erlösung“ nicht so zusagt, werden an der hier gebotenen Atmosphäre sicher ihren Spaß haben, denn der Comic fühlt sich – und das nicht nur vom Cover her – noch so an, wie Cameron und Schwarzenegger „Terminator“ seinerzeit angelegt haben.

Kleiner Gag am Rande: Die ISBN weist nach dem obligatorischen Länder- und Verlagscode die Ziffer 800-0 auf. Ob das wohl eine Anspielung auf den klassischsten aller Terminatoren sein soll? ;-)

Fazit: Allen Freunden der Kampfroboter-Ikone mit dem Konterfei Arnold Schwarzeneggers ist „Terminator – Infinity“ nur ans Herz zu legen. Der Temporal-Terminator und die seltsamen Zeit-Ränkespiele von Skynet sind zwar etwas undurchsichtig. Dafür punktet der Comic-Band mit seiner tollen Atmosphäre und der überzeugenden Fortführung von John Connors Lebenslauf im Anschluss an den Film „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“.

Terminator – Infinity
Comic
Simon Furman, Nigel Raynor
Panini Comics 2009
ISBN: 978-3-86607-800-0
132 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 14,95

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